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Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 Leipzig (Zentrum-Südost, Stadt Leipzig)

Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 Leipzig

Leipzig ist eine kreisfreie Großstadt im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße , der Parthe und der Luppe. Der Stadtteil Zentrum-Südost befindet sich südöstlich der Innenstadt von Leipzig zwischen Johannisplatz und Altem Messegelände.

Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 Leipzig

Bauzeit
20. Jahrhundert,
1954 bis 1956
Baustil
Moderne
Bauherr
Baumeister/Architekt
Wolfgang Geißler, Heinz Rauschenbach, W. Scheibe
Zustand
Das Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 in Leipzig ist saniert.
Heutige Nutzung
Wohnen
Zugang
Das Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 in Leipzig kann nicht besichtigt werden.

Beschreibung

Typus/Grundriss
langgestreckter Wohnbau auf hakenförmigem Grundriss mit hervortretendem Eckbau
Baukörper
fünfgeschossig auf hohem Sockelgeschoss, ausgebautes Dachgeschoss
Fassade
Putzfassade, Werksteingliederung
Dachform
Satteldach, Walmdach

Weitere Informationen

Umfeld

Das Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 in Leipzig steht im Seeburgviertel nahe dem Bayrischen Bahnhof in offener Blockrandbebauung.

Personen & Geschichte

Touristische Wege

Durch das Zentrum von Leipzig führen der Elster-Saale-Radweg, der Erlebnisradweg Via Regia, die Parthe-Mulde-Radroute, die Leipzig-Elbe-Radroute, die Radroute Kohle-Dampf-Licht und der Elsterradweg.

Sehenswertes in Leipzig

Architektur & Kunst in Leipzig

Sonstige Informationen

Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 Leipzig (Zentrum-Südost),
Stadt Leipzig, Postleitzahl 04103

Quelle:
Joachim Schulz, Wolfgang Müller, Erwin Schrödl: Architekturführer DDR Bezirk Leipzig, 1. Auflage, VEB Verlag für Bauwesen Berlin, 1975

Stichworte:
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Autor: Mirko Seidel am 6. Nov 2019 09:02, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


2 Reaktionen zu “Studentenwohnheim Nürnberger Straße 48 Leipzig (Zentrum-Südost, Stadt Leipzig)”

  1. Axel Lehmann (64) schreibt

    Ich habe in Leipzig 1977 – 1982 Medizin studiert und 1977 – 1979 in der „Nürni“ im (damaligen?) Zimmer 40 im Seitenflügel mit Blick zur Brüderstraße gewohnt.Es handelte sich um ein ursprüngliches 2-Bettzimmer, welches damals für 4 Studenten aufgebettet war. Meine Mitbewohner waren Andreas W. aus Kändler bei Limbach-Oberfrohna, Jörg K. aus Schneeberg und Daniel V. aus Schlema und später Detlef B. aus Nebra, nachdem Jörg zu seiner Freundin gezogen war.
    Es war zwar sehr eng, aber wir verstanden uns trotzdem sehr gut. Monatlich hatte jeder von uns eine Warmmiete von 10 (zehn) DDR-Mark zu entrichten.
    Während der Leipziger Messe hatten wir Semesterferien und mussten unsere Zimmer restlos ausräumen und sämtliche Sachen mit nach Hause nehmen. Im Wohnheim roch es ganzjährig nach einem Schabenbekämfungsmittel.
    Während dieser Zeit wurde damals zu unserem Leidwesen mit Hochdruck von 6 – 22 Uhr auch ein großes Sportzentrum uns gegenüber in der Brüderstraße errichtet. Außerdem fand 1x / Woche im Kulturraum unserer Etage die Medizinerdisko statt. Wir hatten 1 Gemeinschaftsküche mit 1 einzigen großen Kühlschrank, der für jedes Zimmer 1 kleines und verschließbares Fach enthielt. Im Keller gab es eine große Gemeinschaftsdusche mit je 2 sich gegenüberliegenden offenen Kabinen. Nur hier gab es warmes Wasser (!), und es ging dort gelegentlich recht frivol zu.
    Im Erdgeschoss unmittelbar am großen Treppenhaus befand sich ein großer kombinierter Wasch- und Toilettensaal für Mädchen. Analog lag ein gleicher Raum für uns jungen Männer direkt darüber im 1.Sock. Dort wuschen wir uns ausschließlich mit kaltem Wasser. Da einige Fensterscheiben eingeschlagen worden waren, kamen gelegentlich im Winter Schneeflocken in den Waschraum. Sowohl im Haupt- als auch im Seitenflügel gab es einen Mittelgang, von dem wir beidseits in unsere Zimmer gelangten. Im 2. oder 3. Stock lag einen kleinen Studentenclub. Damals gab es zum Wohnheim nur 1 einzigen Eingang auf der Seite, wo sich die Apotheke befand. Heute führen viele Eingänge in das Gebäude.
    Durch die Disko und die Großbaustelle konnten wir im Heim nicht lernen. Um dafür die nötige Ruhe zu haben, fuhren oder liefen wir täglich zur Deutschen Bücherei. Die verließen wir notgedrungen erst, wenn die Lesesäle um 22 Uhr geschlossen wurden.
    Gegenüber des Wohnheims lag die Anatomie und der Eingang zur Liebig-Straße.

    Ich würde viel dafür geben, wenn ich noch einmal die „Nürni“ und die Anatomie mit dem schönen Hörsaal, dem Mikroskopiersaal und die Präpariersäle von innen sehen könnte.

    Die „Biochemie“ und die Kliniken von Augen, HNO, Haut, Urologie und Chirurgie befanden sich damals in jeweils separaten Gebäuden entlang der Liebig-Straße. Ebenso die Radiologie und die Physiologie, die einigen riesigen Hörsaal mit etwa 800 Plätzen beherbergte. Bei grottenschlechter Akkustik fanden dort die Vorlesungen von Biologie, Physik, Biochemie, Physiologie, Notfallmedizin und Mathematik / Biostatistik statt.
    Kinder-, Frauen- und Orthopädische Kliniken lagen damals etwas entfernt und hatten ihr eigenes Flair und eigene Hörsäle. Alle diese Gebäude stehen noch, sind aber leider leergezogen. Von 1977 – 1979 bekam die Radiologie ihr erstes CT-Gerät. Es war das 4. Gerät in der ganzen DDR. Man musste extra eine Mauer aufbrechen, um das Gerät ins Gebäude hiefen zu können.
    Daneben entstand gleichzeitig ein mehrgeschossiges Bettenhaus auf „westlichem“ Niveau. Als ich 2019 durch das Unigelände ging, waren die Radiologie und das hochmoderne Bettenhaus bereits wieder abgerissen worden. Die schönen Gebäude von Pathologie und Gerichtsmedizin standen noch, wie vor 40 Jahren. Auch die Physiologie befand sich noch an gleicher Stelle und hat sich äußerlich seit damals kein bischen verändert und sieht immer noch so scheußlich aus.
    Ich staune, dass die ehemals separaten Kliniken in einem einzigen Gebäude untergebracht werden konnten. An dieser Stelle befanden sich früher die HNO-, Chirurgische, sowie die Radiologische Kliniken. Ein Rest der Fassade von der alten chirurgischen Klinik wurde zum Glück in das neue Klinikgebäude integriert. Das hat das Antlitz der Liebig-Straße dadurch nachhaltig verändert.
    Ich wurde 1983 approbiert und bin seit 1988 Facharzt für Allgemeinmedizin in der Lausitz (Lauchhammer).
    Die 44 Jahre von 1977 bis 2021 vergingen wie im Fluge. In dieser Zeit erlebte den Stillstand der begrenzten Möglichkeiten in der Medizin. In der Diagnostik gab es keine Sonografie, keine Endoskopie (Glasfibergastro- und Koloskopie), keine Herzkatheter, keine endoskopischen Arthroskopien, CT, schon gar kein MRT. Die Palette der Laboruntersuchungen war aus heutiger Sicht erschreckend gering. Auch die Therapie bot wesentlich weniger Möglichkeiten als heute. Es gab noch keine laparoskopischen Eingriffe. Gallen, Appendizitiden, Mägen und Kolon wurden ausschließlich offen operiert. Die konservative Unfallchirurgie wurde größtenteils durch operative Verfahren ersetzt. Die Implantation von Endoprothesen ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Die Neurochirurgie hat einen großen Sprung nach vorn gemacht….
    Die „Wende“-Jahre 1990 / 1991 waren durch viel Hoffnungen und Enttäuschungen geprägt. Wir mussten begreifen, dass es nicht nur mehr um eine bessere Medizin ging. Ökonomische Zwänge und politische Eingriffe erbrachten im Vergleich zur Vorwendezeit ein unvorstellbares Maß an zunehmender und sich selbstvorantreibender Bürokratie, Kontrolle, Gängelung, Einschränkungen der ärztichen therapeutichen Kompetenzen u.s.w. Medizin sollte eine staatliche Vorhaltefunktion bekommen, wie z.B. Polizei oder Gerichtsbarkeit. Zunehmende Ökonomisierung wird zu Desillusionierung und Verlust der Freude an der Arbeit aller Beschäftigten im Gesundheitssystem und letzlich zu dessen Zerstörung führen.
    Ich wünsche den angehenden Ärztegenerationen, dass sie eine Work-life-Balance fordert und für sich durchsetzt. Uns Älteren war das nicht vergönnt und hat uns zu vielen Abstrichen im Privatleben gezwungen.

    Axel Lehmann

  2. Mirko Seidel schreibt

    Danke für Ihren ausführlichen Bericht. Ich habe die Namen anonymisiert.

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