Industriebauten

Industriebauten in der Ostvorstadt (Leipzig, Zentrum-Ost)

Zentrum-Ost, Reclamkarree, Inselstraße

Zentrum-Ost, Reclamkarree, Inselstraße

Die Ostvorstadt ist eine für die industrielle Entwicklung Leipzigs bedeutende Stadterweiterung. Die Ostvorstadt geht auf die Grimmaische Vorstadt zurück, die 1278 genannt wird.

Die großflächige Bebauung setzte erst im 17. Jahrhundert ein. Aufgrund steigender Druckaufträge für Leipziger Druckereien verlagerten viele Betriebe ihren Sitz nach Osten – das Grafische Viertel entstand. Nach 1830 entstanden die ersten planmäßigen Stadterweiterungen. Mit der Eröffnung des Bayrischen Bahnhofs erfuhr die Ostvorstadt eine nochmalige Erweiterung.

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Zentrum-Ost, Haus des Handwerks, Dresdner Straße

Zentrum-Ost, Haus des Handwerks, Dresdner Straße

Die Ostvorstadt setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die die städtebauliche Entwicklung des Gebietes verdeutlichen. Im Grafischen Viertel, zwischen dem Zentrum und Reudnitz gelegen, konzentrierten sich seit dem 19. Jahrhundert Verlagshäuser, Verlagsbuchhandlungen, Druckereien und Buchbindereien. Erster bedeutender Verlag, der sich ansiedelte, war der Brockhaus-Verlag. Es folgten 1862 der Verlag Philipp Reclam jun., 1864 der Teubner-Verlag, 1867 der Verlag Breitkopf & Härtel und 1888 der J.C. Hinrichs-Verlag. Um 1900 hatten sich mehr als 2.000 Unternehmen des Buchgewerbes im
Zentrum-Ost, Industriepalast Mecklenburger Straße

Zentrum-Ost, Industriepalast Mecklenburger Straße

Grafischen Viertel niedergelassen. In diesen Unternehmen arbeitete jeder zehnte Leipziger und jedes fünfte in Deutschland erschienene Buch kam aus Leipzig. Zwei Luftangriffe am 4. Dezember 1943 und am 27. Februar 1945 zerstörten das Grafische Viertel schwer. 50 Millionen Bücher verbrannten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Grafische Viertel nur beschränkt wieder aufgebaut und die Bausubstanz vernachlässigt. Die Enteignung verbliebener Betrieb in den 1950er Jahren und der Weggang der Verleger nach

Zentrum-Ost, Brockhauszentrum Querstraße

Zentrum-Ost, Brockhauszentrum Querstraße

Westdeutschland setzten dem Grafischen Viertel und damit der Verlagstradition in Leipzig ein Ende. Eine Wiederbelebung setzte mit dem Bau des Brockhaus-Zentrums 1993 bis 1995 ein. Es folgten der List-Bogen, die Gutenberggalerie und die Sanierung des Reclamgebäudes. Am 4. Dezember 1993, 50 Jahre nach der ersten Zerstörung des Grafischen Viertels, erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des Haus des Buches am Gerichtsweg.

Die meisten Verlage konzentrierten sich im Grafischen Viertel, aber auch im südlich gelegenen Seeburgviertel ließen sich grafische Betriebe nieder, wie der Verlag Breitkopf & Härtel und die Edition Peters.

Bildergalerie Industriebauten in der Ostvorstadt

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