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Leipziger Persönlichkeiten – Claire Heliot

Claire Heliot. Farblithographie von Adolph Friedländer, 1903

Claire Heliot. Farblithographie von Adolph Friedländer, 1903

Claire Heliot wurde am 9. Februar 1866 in Halle (Saale) als Clara Pleßke, verheiratet Clara Hanmann, geboren. Die Tochter des eines Postsekretärs heiratete den aus Dresden stammenden Zureiter und Stallmeister Karl Johann August Hanmann. Ihr ererbtes Vermögen verschwendete ihr Mann. Ab 1896 nahm Claire Heliot eine Tätigkeit als Tierpflegerin im Leipziger Zoo auf und kam erstmals mit Raubkatzen in Berührung.

Clara Hanmann gelang es, den Zoodirektor Ernst Pinkert, sie bei der Pflege der Löwen einzusetzen. Pinkert selbst wendete die Dressur-Methode Carl Hagenbecks an, die sich von der üblichen „harten Dressur“ mit Knüppeln oder Peitschen abgrenzte. Claire Heliot gelang es, Löwen zu zähmen. Sie gewöhnte die Tiere langsam an ihre Gegenwart und Berührung und sprach mit ihnen Französisch.

Unter ihrem Künstlernamen Claire Heliot trat sie mit großem Erfolg auf. Zeitweise arbeitete Claire Heliot mit zwölf Löwen und vier Riesendoggen. Sie ließ die Hunde über verschiedene Formatierungen der Löwen springen, die Löwen hielten ihr Gleichgewicht auf einer großen Wippe, sie liefen auf einer rollenden Walze, bildeten zusammen eine Pyramide und saßen für das „Löwen-Diner“ mit Heliot auf Holzstühlen um einen Tisch. Als Abschluss ließ sich Heliots Lieblingslöwe Sascha sogar auf ihren Schultern aus der Manege tragen. Claire Heliot ließ als erste Löwen über ein frei gespanntes Seil balancieren.

Claire Heliots Tourneen brachten sie nach Paris, Brüssel, Köln, Breslau oder Lyon, nach Russland und in die USA. Sie wurde als Löwendompteuse in ganz Europa und Nordamerika bekannt, präsentierte ihre Auftritte vor Königen und erhielt mehrfach hohe Auszeichnungen.

Ihre große Abschiedsvorstellung am 5. Juni 1907 endete mit einem Blumenregen. Claire Heliot zog sich ins Privatleben zurück. Grund war ein Vorfall in Kopenhagen, wo sie von einem Löwen attackierte und durch einen Biss verletzt wurde.

Claire Heliot zog nach Baden-Württemberg und widmete sich bis 1923 der Pferdezucht. Durch die Inflation 1923 verlor sie ihr ganzes Vermögen, 1944 wurde sie ausgebombt. Verarmt in einem Altersheim lebend starb Claire Heliot am 9. Juni 1953 in Stuttgart.
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Ihre Liebe zu den Löwen blieb aber bis zum Schluss: „Die Menschen haben mich immer wieder enttäuscht! Meine treuesten Freunde, das waren doch – meine Löwen.“.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Claire_Heliot
Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Claire_Heliot#/media/Datei:Friedl%C3%A4nder.plakat.9.5.heliot.2.jpg

Autor: Mirko Seidel am 22. Mrz 2024 18:01, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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