Geschichte & Geschichten

325 Jahre Oper in Leipzig

Oper Leipzig am Augustusplatz

Oper Leipzig am Augustusplatz

Die Musikstadt Leipzig hat auch eine lange Operntradition. 325 Jahre werden in der Messestadt Opern aufgeführt, an wechselnden Standorten, doch immer mit großem Erfolg.

Am 8. Mai 1693 öffnet Leipzigs erstes Opernhaus seine Pforten. Es stand am Brühl, dort wo heute die Ritterpassage zum Hauptbahnhof führt. Hamburg, Venedig, Leipzig – das dritte bürgerliche Musiktheater in Europa. Man baute wohl sehr schnell und das rächte sich. Baumängel traten auf, das Haus wurde 1729 an das benachbarte St. Georg Waisenhaus angegliedert und bald darauf abgerissen.

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Altes Theater Leipzig auf der Rannischen Bastei 1906

Altes Theater Leipzig auf der Rannischen Bastei 1906

1766 entsteht der Neubau des „Comödienhauses“ auf der Rannischen Bastei, heute Richard-Wagner-Platz, eingeweiht. 1817 wird das umgebaute Haus neu eröffnet als „Theater der Stadt Leipzig“. Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner legte den Zuschauerraum in konzentrischen Kreisen an, wie in einem griechischen Amphitheater.

1840 nahm eine bis heute fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit ihren Anfang. Das 1743 als „Grosses Conzert“ gegründete Musikerensemble kam 1840 in städtische Obhut und spielt seitdem unter dem Namen Gewandhausorchester in beiden Häusern der Stadt Leipzig.

Neues Theater Leipzig am Augustusplatz um 1900

Neues Theater Leipzig am Augustusplatz um 1900

Der Leipziger Kaufmann und Kramermeister Friedrich August Schumann schenkte der Stadt 60.000 Taler und ermöglichte so, auch mit Hilfe weiterer Spendengelder, den Bau eines neuen Hauses. 1868 wurde das Neue Theater in Anwesenheit des sächsischen Königspaares eröffnet. Der Berliner Architekt Carl Ferdinand Langhans konnte die Leipziger Stadtverordneten davon überzeugen, dass der Augustusplatz der optimale Standort für den neuen Musentempel ist. Das Haus wurde bis zu seiner Zerstörung 1943 nicht verändert.

Das Schauspiel zog 1912 in das Alte Theater, das Neue Theater beherbergte die Opernbühne. Beide Leipziger Bühnen fielen dem Luftangriff im Dezember 1943 zum Opfer. Als Interimsort diente von 1945 bis 1960 das Haus Dreilinden in Lindenau.

Man hätte das Neue Theater am Augustusplatz wieder aufbauen können, doch das war nicht gewollt. Ein neues, modernes Opernhaus sollte entstehen. 1956 war Baubeginn, 1960 wurde das Opernhaus eingeweiht. Architekt Kunz Nierade hat sich bei seinem Neubau an der Form des Langhansschen Vorgängerbaus orientiert.

Den Auftakt der Festwoche 1960 bildete Wagners „Meistersinger von Nürnberg“. Der Pflege des Werks des in Leipzig geborenen Komponisten Richard Wagner wurde und wird bis heute große Bedeutung an der Oper Leipzig beigemessen.

Bildnachweise:
Altes Theater: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Altes_Theater_Leipzig.jpg
Neues Theater: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b1/Leipzig_um_1900.jpg

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Autor: Mirko Seidel am 5. Mai 2018 11:24, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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