Geschichte & Geschichten

80. Jahrestag der Zerstörung der Großen Synagoge in Leipzig

Die Große Synagoge in Leipzig

Die Große Synagoge in Leipzig

Jüdisches Leben in Leipzig lässt sich bereits seit dem Mittelalter nachweisen. Messe, Handel und Handwerk zogen auch Juden in die Messestadt. Die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig gründete sich aber erst 1847. Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war es Juden erlaubt, sich dauerhaft in Leipzig niederzulassen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein vielfältiges jüdisches Leben in Leipzig. Synagogen und Schulen wurden gebaut. Die Leipziger Jüdische Gemeinde war die sechstgrößte in Deutschland und die größte in Sachsen. Etwa 14.000 Juden lebten 1933 in Leipzig.

Die Große Gemeindesynagoge war die älteste und bedeutendste Synagoge in Leipzig. Sie wurde 1854 bis 1855 nach Plänen von Otto Simonson, einem Schüler von Gottfried Semper, an der Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße erbaut. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Große Synagoge in Brand gesteckt und zerstört.

Schon am 11. November 1938 begann der Abriss, der bis zum 12. Februar 1939 erfolgte. Die Kosten dafür musste die Israelitische Religionsgemeinde selbst aufbringen.

Von den einst ca. 14.000 Juden lebten bei Kriegsende 1945 noch 24 in Leipzig.

Zu Erinnerung das die jüdische Gemeinde in Leipzig wurde am 18. November 1966 an der ehemaligen Nordfassade der Synagoge ein Gedenkstein eingeweiht, geschaffen vom Leipziger Bildhauer Hans-Joachim Förster.

Denkmal für die Große Synagoge in Leipzig

Denkmal für die Große Synagoge in Leipzig

Das Grundstück der Großen Synagoge diente jahrzehntelang als Parkplatz und Standort einer Trafostation. 1999 erwarb die Stadt Leipzig das Grundstück und lobte einen sachsenweit offenen anonymen Wettbewerb, zu dem auch zehn internationale Künstler eingeladen waren aus, für die Schaffung eines Denkmals. Man entschied sich für den Entwurf der Leipziger Sebastian Helm und Anna Dilengite.

Das am 24. Juni 2001 eingeweihte Mahnmal zeichnet auf einer Fläche von 12 × 12 Metern den Grundriss des zerstörten Gebäudes nach. Das Innere bildet ein Feld aus 140 leeren Bronzestühlen, die den Verlust der architektonischen Hülle erfahrbar machen sollen. Die westliche Grundstücksgrenze bildet eine Wand aus Sichtbeton mit Texten in englischer, deutscher und hebräischer Sprache auf jeweils drei Bronzetafeln.

Heute ist die Jüdische Gemeinde in Leipzig mit über 1300 Mitgliedern wieder die größte in Sachsen.

Stichworte:
, , , , , , , ,

Autor: Mirko Seidel am 26. Nov 2018 11:20, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


Einen Kommentar schreiben

©2024 – architektur-blicklicht – Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig – Telefon: 0341 46 86 68 73
Touren, Tipps & Wanderungen per Rad, Auto und zu Fuß zu Burgen, Schlössern, Herrenhäusern, Kirchen, Industriebauten, Stadtansichten
in Leipzig, Sachsen & Mitteldeutschland
webdesign: agentur einfachpersönlich