Geschichte & Geschichten

Unser Leipzig – unsere Geschichte

Die Slawen – Gründer von Leipzig

Die Kreuzung Humboldtstraße/Lortzingstraße - Standort einer ersten slawischen Befestigung

Die Kreuzung Humboldtstraße/Lortzingstraße – Standort einer ersten slawischen Befestigung

Es muss so um 800 herum gewesen sein, als slawische Siedler von Osten die sumpfige Niederung an Pleiße, Parthe und Weißer Elster erreichten. Klimatisch war der Siedlungsort ideal, auch die guten Böden versprachen gute Ernte. Dich ideal war die Sumpflandschaft nicht, kam den Slawen aber zugute, denn in den sumpfigen Auen und dichten Wäldern waren sie vor Feinden relativ gut geschützt.

Eine erste Burg errichteten die Slawen im Bereich der heutigen Humboldtstraße/Lortzingstraße im Waldstraßenviertel. Siedlungen wurden archäologisch nachgewiesen an beiden Seiten der Parthe, so auch auf dem kleinen Bergsporn über dem Zusammenfluss von Pleiße und Parthe, dem späteren Standort der Burg Leipzig – der Gründungsursprung der Stadt Leipzig. Die Burg und eine Siedlung waren nach Osten durch ein Wall-Graben-System geschützt und ca. 4 ha groß. Vermutlich 929 entstand auf diesem Gelände die erste deutsche Burg – die urbs Lipzi.

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Sclavinia, Germania, Gallia und Roma huldigen Kaiser Otto III., Meister der Reichenauer Schule, Evangeliar Kaiser Ottos III., um 1000

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Auch das Umfeld der heutigen Stadt Leipzig war durch Slawen dicht besiedelt, ca. drei Viertel aller Ortsnamen weisen slawische Sprachelemente auf. In Quellen des 10. und 11. Jahrhunderts werden die im Raum Leipzig lebenden Slawen als Chutizi oder Chuntici bezeichnet, wohl vom altsorbischen Kotici kommend, was so viel heißt wie Winkel, toter Flussarm. Ob diese Bezeichnung auf dem markanten Knick der Weißen Elster zurückgeht, ist unklar.

Staatlich organisiert waren die Slawen nicht. Sie lebten in ihren kleinen Dörfern in Familien- oder Sippenverbänden. Eine Herrschaftsstruktur gab es nicht. Die Burgen, die aus Erdwällen bestanden, dienten nur dem Rückzug und der Verteidigung. Sie rodeten nicht und betrieben ihre Landwirtschaft auf Lichtungen in den Wäldern. Militärisch waren sie kaum ausgerüstet und ausgebildet. Und so drohte den einst aus Osten eingewanderten Slawen eine Gefahr aus Westen.

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Bildquellen: Von Autor unbekannt – Otto's Gospel Book, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2461009

Quelle:
Enno Bünz (Hrsg.): Geschichte der Stadt Leipzig, Band 1 VOn den Anfängen bis zur Reformation, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2015

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Autor: Mirko Seidel am 8. Aug 2021 18:16, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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