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Leipziger Persönlichkeiten – Richard Lipinski

Richard Lipinski

Richard Lipinski

Robert Richard Lipinski wurde am 6. Februar 1867 in Danzig geboren. Der Sohn eines Arbeiters musste schon frühzeitig zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Die Trennung der Eltern, der frühe Tod des Vaters und materielle Not überschatteten seine Jugend. Nach einer kurzen Tätigkeit in einer Gärtnerei begann Lipinski Ende 1881 eine Handlungsgehilfenlehre in einem Materialwarengeschäft mit Branntweinausschank, die Lipinski im Frühjahr 1882 abbrach.

Im April 1882 kam er mit seiner Mutter nach Leipzig. Hier machte Richard Lipinski eine Lehre und fand eine Anstellung in einem Destillationsgeschäft und später als Buchhalter in der Spiegel- und Rahmenfabrik seines Bruders.

1882 bis 1894 war Lipinski als Berichterstatter nebenberuflich für die sozialdemokratische Zeitung „Der Wähler“ in Leipzig tätig. Mehrfach wurde Richard Lipinski wegen Vergehens gegen die pressegesetzlichen Bestimmungen zu Geld- und Haftstrafen verurteilt.

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1886 trat Lipinski in die Gewerkschaft und 1890 in die SPD ein und war Mitbegründer der „Freien Vereinigung der Kaufleute“ in Leipzig. 1897 war Lipinski Mitbegründer des Zentralverbandes Deutscher Handlungsgehilfen, 1900 war er an der Gründung des Vereins der Arbeiterpresse beteiligt. Von 1891 bis 1901 arbeitete Richard Lipinski nebenbei als Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung.

1898 gründete Richard Lipinski einen Verlagsbuchhandel in Leipzig in der Königstraße 12 in Leipzig (heute Goldschmidtstraße) als „Theater- und Musikalienverlag“. Lipinski war schriftstellerisch tätig, neben Büchern und Musikalien, den Fahnen der Republik und der SPD, sowie politischen Postkarten, gehörten auch „Sommerfest-, Scherz- und Karnevalsartikel“ zu seinem Angebot. Den Verlagshandel übergab Lipinski 1922 seinem ältesten Sohn Richard.

Richard Lipinski war in der Leipziger Arbeiterbewegung eine überragende Integrationsfigur. Von 1907 bis 1917 war er Vorsitzender des SPD-Bezirks, von 1903 bis 1907 Mitglied des Reichstages. Im März 1918 wurde Richard Lipinski wegen Verdachts des „versuchten Hochverrats“ in Untersuchungshaft eingeliefert. Die beginnende Revolution verhinderte seinen Prozess.

Richard Lipinski war vom 15. November 1918 bis 16. Januar 1919 Volksbeauftragter und Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten in Sachsen. Zu seinen Zielen gehörte die Einführung des allgemeinen, gleichen, unmittelbaren und geheimen Verhältniswahlrechts für Männer und Frauen über 21 Jahren. Von Dezember 1920 bis Februar 1923 war Richard Lipinski Innenminister in Sachsen.

Am 23. März 1933 stimmte Lipinski im Reichstag gegen das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, das sogenannte Ermächtigungsgesetz für Adolf Hitler, trotz der unmittelbaren physischen Bedrängnis durch die Nationalsozialisten im und vor dem Sitzungssaal.

1933 sowie von 1934 bis 1935 saß Richard Lipinski in Haft. Richard Lipinski starb am 18. April 1936 in Bennewitz bei Wurzen an den Haftfolgen.

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Lipinski#/media/Datei:Lipinski-1927.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 5. Sep 2022 14:10, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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