Landkreis Leipzig

Stadt Geithain

In der Altstadt von Geithain

In der Altstadt von Geithain

Geithain ist eine Kleinstadt im Süden des Landkreises Leipzig an der alten Handelsstraße von Altenburg nach Rochlitz. Die Stadt liegt südöstlich von Leipzig (ca. 50 km) zwischen Leipzig und Chemnitz (ca. 43 km).

In der Stadt an dem kleinen Flüsschen Eula leben ca. 5.500 Einwohner.

Geschichte

Im Stadtpark von Geithain

Im Stadtpark von Geithain

Im Jahr 1186 wird die Siedlung Geithain nahe einer Burg erstmals erwähnt. Die Burg befand sich anstelle der heutigen Stadtkirche St. Nicolai. Geithain liegt an der Handelsstraße von Altenburg nach Rochlitz. Die Stadt wurde auf einem langgestreckten Höhenzug über dem Flüsschen Eula angelegt. 1209 wird Geithain erstmals als Stadt genannt. Die Mauer, die die mittelalterliche Stadt umschloss, ist in großen Teilen erhalten geblieben, darunter auch die Toranlage des Unterturms und der Pulverturm.

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Postmeilensäule im Stadtpark

Postmeilensäule im Stadtpark

Geithain hat einen langgestreckten Straßenmarkt mit zwei parallelen Straßenzügen. Durch den Stadtbrand von 1444 ist nur noch wenig von der mittelalterlichen Wohnbebauung erhalten. Das Stadtbild wird geprägt von Wohnbebauung aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Prägend sind schlichte Fassaden mit Porphyrgewänden. Die St. Katharinenkirche auf dem Marktplatz wurde 1818 abgetragen.

Geithain entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Verkehrsknotenpunkt, der die Ansiedlung von Industrie begünstigte.

Stadtrundgang durch Geithain

Das Untertor in Geithain

Das Untertor in Geithain

Die Nummern in den eckigen Klammern finden Sie auf der Skizze des Rundgangs durch Geithain.

Geithain konnte sein historisches Stadtbild bewahren und präsentiert sich heute mit einer geschlossenen, homogenen Bebauung. Das Stadtbild wird beherrscht von der Doppelturmfassade der Stadtkirche am westlichen Rand der Altstadt und dem Turm der Marienkirche am östlichen Rand im Ortsteil Wickersdorf.

Die Ev. Stadtkirche St. Nicolai

Die Ev. Stadtkirche St. Nicolai

Den Rundgang durch Geithain beginnt man am besten am Untertor. Bahnreisende gehen vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße in Richtung Altstadt, durchlaufen den Stadtpark [1] zur Postmeilensäule [2]. Autofahrer können den Parkplatz an der Altenburger Straße nutzen, in unmittelbarer Nähe des Untertors.

Das Untertor [3] ist das letzte erhaltene von einst vier Stadttoren Geithains. Es wurde nach 1200 erbaut und liegt am westlichen Rand der Altstadt nahe der St. Nicolaikirche.

Das Pfarrhaus an der Stadtkirche

Das Pfarrhaus an der Stadtkirche

Die Ev. St. Nicolaikirche [4] erhebt sich am westlichen Rand der Altstadt. Sie entstand auf einem Bergsporn auf dem Standort einer mittelalterlichen Burg. Die dreischiffige Hallenkirche mit ihrer Doppelturmfassade wurde als romanischer Bau begonnen. Im 14. Jahrhundert erfolgte der Bau des Chores. 1504 wurde mit dem Bau des Langhauses begonnen. Anstelle des geplanten Gewölbes wurde 1594-1595 eine bemalte flache Decke eingebaut. Von der reichen Ausstattung der Kirche sind der Altar und die Kanzel besonders erwähnenswert. Auf dem ehemaligen Friedhof stehen mehrere Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Rathaus am Marktplatz von Geithain

Das Rathaus am Marktplatz von Geithain

Im Pfarrhaus [5] aus dem 16. Jahrhundert neben der Kirche befindet sich die sogenannte Kalandsstube. Der sternengewölbte Raum besitzt Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert.

Durch die Leipziger Straße gelangt man vorbei am Gefallenendenkmal [6] zum Markt mit dem Rathaus [7]. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert wurde 1538 in seiner heutigen Form umgebaut. Um 1900 erfolgte ein erneuter Umbau. Die Marktseite wurde als Schauseite repräsentativ mit Balkon und Uhrturm gestaltet.

Torbogen des Gasthauses Zum goldenen Löwen

Torbogen des Gasthauses Zum goldenen Löwen

Am Markt steht auch das ehemalige Gasthaus Zum Goldenen Löwen [8]. Der langgestreckte Bau wurde 1674 errichtet.

Vom Markt gelangt man durch die Katharinenstraße zum Freigarten. Hier steht der Pulverturm [9], ein Teil der Geithainer Stadtbefestigung. Der Pulvertrum aus dem 12. Jahrhundert gehörte zu einem Freihof. Hier wohnte der Richter der Stadt, der Turm war Teil seines befestigten Hofes.

Der Pulverturm

Der Pulverturm

Zurück durch den Freigarten und die Querstraße gelangen Sie zur Dresdener Straße. Sie führt in östlicher Richtung in den Ortsteil Wickershain zur St. Marienkirche [10].
Die Ev. St. Marienkirche liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe über der Eula. Die romanische Saalkirche mit Chorturm und hohem Satteldach stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Chorturm wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Ab 1424 wurde die Marienkirche in Geithain erweitert.

Die St. Marienkirche in Geithain-Wickershain

Die St. Marienkirche in Geithain-Wickershain

Die Marienstraße führt zurück in die Altstadt. An der Bruchheimer Straße biegen Sie nach links ab und dann nach rechts in das Rosental. Hier haben Sie die Möglichkeit, entlang der südlichen Stadtmauer [11] zu laufen. Einst war nur die St. Nikolaikirche von einer Mauer umgeben. Mit der Verleihung des Stadtrechtes wurde diese Mauer um die gesamte Stadt erweitert.

Über den Promenadenweg gelangen Sie zum Parkplatz an der Altenburger Straße. Bahnreisende können durch den Stadtpark zurück zum Bahnhof laufen. Sehenswert ist der Teil der Stadtbefestigung [12] zwischen Altenburger Straße und Stadtpark.

Sehenswertes in Geithain

Stadtkirche St. Nicolai, Blick zum Altarraum

Stadtkirche St. Nicolai, Blick zum Altarraum

Ev. Stadtkirche St. Nicolai [4]:

  • Dreischiffige Hallenkirche mit Doppelturmfront im Westen,
  • romanischer Westbau, gotischer Chor,
  • bemalte flache Holzdecke,
  • verputzter Bau mit Eckquaderung,
  • Zweigeschossiger Altar, um 1611,
  • Kanzel (1596),
  • Die Kirche kann besichtigt werden.

Das Pfarrhaus in Geithein mit der Kalandsstube

Das Pfarrhaus in Geithein mit der Kalandsstube

Pfarrhaus [5]:

  • zweigeschossiger Bau, errichtet im 16. Jahrhundert auf einem Verteidigungsbau,
  • Kalandsstube mit Sternengewölbe und Ausmalung, um 1570,

Gasthof Zum goldenen Löwen [8]:

  • 1674 errichteter Putzbau mit Fenstergewänden aus Porphyr und spätgotischem Wandfries,

Rathaus [7]:

  • Renaissancebau, 1538 und um 1900 umgebaut, Schmuckfassade zum Markt mit Balkon und Uhrturm,

Unterirdische Gänge:

  • ca. 1.100 m langes Gangsystem unter dem Kirchberg,
  • davon etwa 400 m begehbar,

Die Stadtmauer an der Altenburger Straße

Die Stadtmauer an der Altenburger Straße

Stadtmauer [3] [9] [11] [12]:

  • in weiten Teilen erhalten,
  • eins von vier Stadttoren (Untertor) und ein Stadtmauerturm (Pulverturm) erhalten,
  • Reste weiterer Türme sichtbar,

Berühmte Geithainer

  • Paul Guenther (1860-1932), deutschstämmiger US-amerikanischer Industrieller, in die USA ausgewandert 1890, 1910 größter Strumpfproduzent der USA mit Fabriken u.a. in Dover/New Jersey, schenkte 1925 seiner Heimatstadt Geithain eine Schule,
  • Benjamin Hederich (1675-1748), deutscher Lexikon- und Lehrbuchautor,
  • Nikolaus von Bibra (Nicolaus de Gyten, um 1245- nach 1307), Verfasser der Occultus Erfordensis, eine Quelle zur Erfurter Stadtgeschichte im späten 13. Jahrhundert,
  • Henning Frenzel (geboren 1942), ehemaliger Fußballnationalspieler in der DDR,

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Stadt Geithain.

Bildergalerie Stadt Geithain

Skizze „Stadtrundgang durch Geithain“

Stadtrundgang Geithain

Stadtrundgang Geithain

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Autor: Mirko Seidel am 30. Apr 2014 08:05, Rubrik: Landkreis Leipzig, Sachsen, Stadtansichten, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


2 Reaktionen zu “Stadt Geithain”

  1. Pfitzner schreibt

    Hallo, leider haben Sie einen Druckfehler in Ihrem Text. Geithain wird nicht 1168, sondern 1186 erstmals urkundlich als „Chiten“ erwähnt.

  2. Mirko Seidel schreibt

    danke, ist geändert

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