Sachsen

Leipzig, Ortsteil Volkmarsdorf

Volkmarsdorf, Torgauer Platz

Volkmarsdorf, Torgauer Platz

Volkmarsdorf ist ein Ortsteil im Osten der Stadt Leipzig, ca. 3 km vom Augustusplatz entfernt.

Volkmarsdorf wurde im Jahr 1252 erstmals erwähnt und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Wohnstandort und einem Zentrum der Arbeiterbewegung.

In den 1980er Jahren wurden große Teile der gründerzeitlichen Bebauung in Volkmarsdorf abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt. Dadurch wurde das Stadtbild nachhaltig verändert.

Volkmarsdorf

Geschichte

Der Ort Volkmarsdorf wurde 1252 als Volcwartisdorf erstmals erwähnt. Die Herren von Pflugk hatten 1349 hier ein Vorwerk, aus dem sich ein Rittergut entwickelte. Das Gut, das auch Berggut genannt wurde, war nach der Familie von Pflugk im Besitz Leipziger Ratsherren, darunter der Familie Thümmel auf Schönefeld. Das Gut wurde wieder Vorwerk. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt sich um das Gut ein Dorf. Neben Bauern siedeln sich Reformierte an, denen der Gutsherr August Adolf von Thümmel

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sein Gut zur Abhaltung von Gottesdiensten zur Verfügung stellte.

1825 lebten 900 Einwohner in Volkmarsdorf, 1871 bereits 5.270. Volkmarsdorf war ein beliebter Ort für Sommergäste aus Leipzig. Conrad Ewald Graf von Kleist übernahm 1859 als letzter Besitzer das Gut. Heute erinnert die Bergstraße an das einstige Vorwerk, vom Gut selbst ist nichts mehr vorhanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr Menschen nach Volkmarsdorf und damit stieg die Einwohnerzahl auf 12.696 im Jahr 1885 an.

Lukaskirche in Leipzig-Volkmarsdorf

Lukaskirche in Leipzig-Volkmarsdorf

1890 erfolgte die Eingemeindung nach Leipzig. Die Lukaskirche am Volkmarsdorfer Markt wurde 1891 erbaut. Nach dem 1. Weltkrieg entwickelte sich Volkmarsdorf zu einem Zentrum der Arbeiterbewegung.

Von den Zerstörungen des 2. Weltkrieges verschont geblieben, wurde die Bausubstanz in Volkmarsdorf in der DDR vernachlässigt. 1984 begann der großflächige Abbruch bis dahin unversehrter Wohnquartiere. Die Neubebauung nahm die alte Quartierstruktur auf, Straßenräume wurden aber verbreitert. Die Neubebauung zog sich bis 1991 hin. Abschluss der Umgestaltungen war der Bau des „City-Wohnparks St. Lukas“ 1997.

Volkmarsdorf, Eisenbahnstraße, Bülowviertel

Volkmarsdorf, Eisenbahnstraße, Bülowviertel

Rundgang durch Volkmarsdorf

Der Rundgang durch Volkmarsdorf beginnt an der Haltestelle Eisenbahnstraße/Hermann-Liebmann-Straße (Haltestelle Straßenbahn 3 Richtung Taucha, sowie Buslinie 70 Richtung Mockau-West). Folgen Sie der Hermann-Liebmann-Straße nach links und biegen sie nach rechts in die Mariannenstraße ein. Zwischen Mariannenstraße, Hermann-Liebmann-Straße, Eisenbahnstraße und Benningsenstraße befinden sich acht Quartiere aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Bebauung ist typisch für die östlichen Stadtteile von Leipzig. Biegen Sie nach rechts in die Elisabethstraße ein und dann nach links in die Ludwigstraße. Folgen Sie der Ludwigstraße bis zur Benningsenstraße. Sie befinden sich nun am Torgauer Platz, der nach 1990 mit einem Bürokomplex neu bebaut wurde. Am Ende des Torgauer Platzes steht ein kleiner, kuppelbekrönter Klinkerbau.

Volkmarsdorf, Zollikoferstraße

Volkmarsdorf, Zollikoferstraße

Durch die Torgauer Straße kommen Sie zur Bülowstraße und damit in das sogenannte Bülowviertel. Die Bebauung des Bülowviertels entstand zum überwiegenden Teil im frühen 20. Jahrhundert und ist entgegen dem Gründerzeitvierteln, aufgelockerter. Am Ende der Bülowstraße kommen Sie auf die Eisenbahnstraße. Gehen Sie nach rechts und folgen Sie der Eisenbahnstraße über den Torgauer Platz und biegen Sie nach links in die Elisabethstraße ein. Hier finden Sie wieder die typische Blockrandbebauung des 19. Jahrhunderts. Besonders markant sind die beiden Eckbauten Elisabethstraße/Zollikoferstraße.

Volkmarsdorf, City-Wohnpark St. Lukas

Volkmarsdorf, City-Wohnpark St. Lukas

Hier ändert sich das Bild von Volkmarsdorf. Die Bebauung setzt sich ab hier aus Plattenbauten zusammen. Darin steht am Ernst-Thälmann-Platz die ev. Lukaskirche, 1891 im Stil der Neogotik erbaut.
Am Ende der Elisabethstraße biegen sie nach rechts in die Dornbergerstraße. Auf der linken Seite steht der „City-Wohnpark St. Lukas“, das letzte große Bauprojekt in Volkmarsdorf. Biegen Sie nach links in die Hildegardstraße und dann nach rechts in die Bogislawstraße ein. Am Ende der Bogislawstraße, an der Kreuzung zur Hermann-Liebmann-Straße steht das ehemalige Rathaus von Volkmarsdorf, ein Klinkerbau aus dem 19. Jahrhundert.

Folgen Sie der Hermann-Liebmann-Straße nach rechts, kommen Sie zurück zur Haltestelle Eisenbahnstraße/Hermann-Liebmann-Straße oder Sie laufen durch den Stadtteilpark Rabet zur Eisenbahnstraße.

Sehenswertes in Volkmarsdorf

Ev. Lukaskirche: neogotischer Bau, 1891-1983 errichtet nach Plänen von Julius Zeißig, eingezogener, dreiseitiger Chorschluss, Turm mit stark aufgebrochenem Glockengeschoss und gemauertem Helm, Tympana mit szenisch bemalten Fliesen über den Eingängen,

Volkmarsdorf, Turnhalle Wurzner Straße

Volkmarsdorf, Turnhalle Wurzner Straße

Weitere Empfehlungen

Turnhalle des Arbeiter-Turnvereins Volkmarsdorf: (Wurzner Straße), imposanter Hallenbau aus dem späten 19. Jahrhundert mit zwei flankierenden Turmbauten an der Hauptfassade, großes, mehrfach gegliedertes Segmentbogenfenster,

Bildergalerie Volkmarsdorf

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Autor: Mirko Seidel am 12. Okt 2013 09:57, Rubrik: Sachsen, Stadt Leipzig, Stadtansichten, Volkmarsdorf, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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