Geschichte & Geschichten

„Das Ding muss weg“ – 50. Jahrestag der Sprengung der Paulinerkirche zu Leipzig

30. Mai 1968, 09.58 Uhr - der Giebel fällt

30. Mai 1968, 09.58 Uhr – der Giebel fällt

„Das Ding muss weg“ soll Walter Ulbricht gesagt haben, als er eines Tages aus der Leipziger Oper kam und auf die Paulinerkirche schaute. Wenn der mächtigste Mann der DDR sagte, das Ding muss weg, dann kam das Ding auch weg. Am 30. Mai 1968 wurde die Paulinerkirche zu Leipzig gesprengt. Gebilligt von der Stadtverwaltung und dem Großteil der Professoren der Universität.

Heute, 50 Jahre nach der Sprengung der Paulinerkirche steht sie als moderner Schöpfung wieder am alten Platz. Das Paulinum nimmt die Form der alten Paulinerkirche auf, verbindet Geschichte mit Moderne und stellt mit ihren versetzt angeordneten Fenstern auch den Moment der Sprengung dar.

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Die Sprengung der Paulinerkirche war ein barbarischer Akt der Kulturvernichtung, getragen von ideologischer Verblendung. Doch weg ist weg. Vernichtung ungebliebter Kulturgüter ist nicht nur ein beliebtes Mittel in Diaktaturen, sie wird auch heute in demokratischen Geselschaften nur allzu gern angewendet. Der Palast der Republik und das Lenindenkmal in Berlin, die Wohnhäuer am Brühl in Leipzig um nur drei Beispiele zu nennen.

Jede Form der Vernichtung von Werken, die von Menschen geschaffen wurden und Ausdruck einer Zeit, einer Epoche oder eines Lebensstils sind, ist ein barbarischer, menschenverachtender Akt. Wirklich groß handelt der, der anerkennt, was Generationen vor ihm geschaffen haben, es bewahrt und es den nachfolgenden Generationen als Vermächtnis vererbt.

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Autor: Mirko Seidel am 30. Mai 2018 18:00, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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