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Leipziger Persönlichkeiten – Georg Steindorff

Georg Steindorff

Georg Steindorff

Georg Steindorff wurde am 12. November 1861 in Dessau geboren. Er wuchs mit vier Geschwistern in einem liberalen jüdischen Elternhaus auf und legte in Dessau sein Abitur ab. In Berlin absolvierte Georg Steindorff zunächst ein Studium der Geschichte und Philosophie. Als sein Interesse an der Ägyptologie und der Orientalistik wuchs, schrieb er sich 1882 am Ägyptologischen Seminar der Universität Göttingen ein. 1885 konvertierte Georg Steindorff vom Judentum zum Protestantismus. 1893 wurde Stein an die Universität Leipzig berufen.

Seit 1898 war Steindorff Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, 1904 wurde er Ordinarius und zu einem der bedeutendsten Lehrkräfte der Universität Leipzig seiner Zeit. 1923/1924 war Steindorff Rektor der Universität Leipzig. Die von Gustav Seyffarth gegründete Ägyptische Sammlung baute Steindorff zu einem Museum, dem Ägyptischen Museum der Universität Leipzig, aus. Steindorff unternahm Forschungsreisen nach Ägypten und erwarb Gegenstände des Haus- und Grabgebrauchs und Kunstwerke.

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Funde von Ausgrabungen, z.B. den Kalksteinkopf der Königin Nofretete, verbrachte Georg Steindorff mit Erlaubnis des damals von Franzosen verwalteten Antikendienstes, nach Leipzig. Besondere Bedeutung haben Steindorffs Grabungen in Giza, Qau el-Kebir und Aniba 1903 bis 1931. Im Ägyptische Museum in Leipzig befinden sich zahlreiche Objekte aus diesen Expeditionen.

Steindorffs 1930 fällige Emeritierung wurde auf Bitten der Universität bis 1932 und dann noch einmal bis 1933 ausgesetzt. Danach lehrte Georg Steindorff noch ein Jahr weiter, da der Lehrstuhl nicht besetzt werden konnte. Ab 1933 wurden jüdische Lehrkräfte an deutschen Universitäten generell entlassen. Steindorff durfte noch bis 1937 die Infrastruktur, etwa Sammlung und Bibliothek des Seminars benutzen, behielt sein Büro und die Unterstützung seiner Mitarbeiter.

Sein weltweit hohes Ansehen bot ihm einen relativen Schutz vor Verfolgung, weshalb Steindorff die Gefahr lange Zeit falsch einschätzte. Steindorff durfte 1935 nicht zu einem Orientalistenkongress nach Rom reisen. 1938 wurde Georg Steindorffs Austritt aus der Sächsischen Akademie erzwungen. 1936 verkaufte Georg Steindorff den Großteil seiner ägyptologischen Privatsammlung an die Universität Leipzig und bereiste die USA.

Im März 1939 emigrierte Georg Steindorff mit seiner Familie in die USA. Dort war er zunächst als Research Associate am Walters Art Museum in Baltimore angestellt, danach lebte er bis zu seinem Tod in Nord-Hollywood. 1946 wurde Georg Steindorff wieder als korrespondierendes Mitglied in die Sächsische Akademie aufgenommen.

Georg Steindorff starb am 28. August 1951 in Hollywood.

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Steindorff#/media/Datei:Georg_Steindorff.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 3. Aug 2022 15:46, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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