Geschichte & Geschichten

1000 Jahre Leipzig – Die Leipziger Messe

Die Leipziger Messe auf Briefmarken der DDR

Die Geschichte der Leipziger Messe reicht zurück bis um 1100, als sich Kaufleute an der Kreuzung der Via Regia und der Via Imperii zu Markttagen trafen. 1458 verleiht Kurfürst Friedrich II. von Sachsen Leipzig das Privileg der Neujahrsmesse zu den bereits bestehenden Privilegien der Oster- und Michaelismesse. 1497 und 1507 erhob Kaiser Maximilian I. Leipzig zur Reichsmessestadt. Nach dem 2. Weltkrieg fand die erste Messe bereits im Oktober 1945 statt. In der DDR wurde die Tradition der Frühjahrs- und Herbstmessen aufgegriffen, die als Universalmessen angelegt waren und vor allem dem Warenaustausch zwischen den osteuropäischen Staaten dienten.

Warenhaus "Blechbüchse"Für die DDR war die Leipziger Messe ein wichtiger Ort für den Handel zwischen West- und Osteuropa. Die Messe wurde aber auch für ideologische Zwecke genutzt, die vor allem die wirtschaftliche Stärke der DDR verdeutlichen sollten.
Die Leipziger Messe wurde zweimal jährlich auf Briefmarken gewürdigt. Dargestellt wurden historische Messehäuser, aber auch neue Messebauten und andere historische Gebäude der Stadt, weiterhin Produkte aus der DDR, die auf der Messe ausgestellt wurden und historische Messeszenen.

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Anlässlich der Herbstmesse 1961 gab die Deutsche Post der DDR zwei Briefmarken mit Ansichten historischer Leipziger Gebäude heraus, die Alte Börse am Naschmarkt und die Alte Waage am Markt.
Zur Frühjahrsmesse 1962 wurden drei Briefmarken ebenfalls mit Ansichten historischer Leipziger Gebäude heraus. Gezeigt werden das historische Haus „Zum Kaffeebau“, das Gohliser Schlösschen und das barocke Romanushaus. Zur Herbstmesse 1962 wurde das Städtische Kaufhaus abgebildet.

Das Jubiläum 800 Jahre Messhttps://www.architektur-blicklicht.de/wp-admin/post.php?post=16863&action=edit#e Leipzig 1964 würdigte die Deutsche Post der DDR mit einem Zusammendruck, der eine historische Messeszene und eine moderne Darstellung der Messe zeigt sowie auf zwei Feldern das Messelogo und das Stadtwappen mit Umschrift.

Der sowjetische PavillonZum 50. Jahrestag Sowjetunion auf der Leipziger Messe gibt die Deutsche Post der DDR 1972 eine Briefmarke mit der Darstellung des Sowjetischen Pavillons auf dem Alten Messegelände heraus.

1976 wird anlässlich der Frühjahrsmesse das neu errichtete Wintergartenhochhaus in der Innenstadt gezeigt. Die aus diesem Anlass herausgegebene Bildkarte zeigt weiterhin einen Atlantik-Supertrawler sowie eine stilisierte Ansicht des Gohliser Schlösschens.

Zur Frühjahrsmesse 1977 wird ebenfalls eine Bildkarte herausgegeben, die neben dem Eingang zur Mädlerpassage zwei Briefmarken zeigt, das Messehaus am Markt und eine Werkzeugmaschine. Eine Briefmarke zur Herbstmesse 1977 zeigt das Warenhaus am Wagnerplatz, auch Blechbüchse genannt.

Großer Blumberg1978 wird das älteste erhaltene Bürgerhaus am Markt in Leipzig abgebildet, das Königshaus. Die Ausgaben zur Leipziger Herbstmesse 1978 zeigen das historische Messehaus „Drei Könige“ in der Petersstraße. Das Haus Großer Blumberg am Wagnerplatz ist zur Herbstmesse 1979 Motiv auf einer Briefmarke. Das Max-Klinger-Haus ist auf der Briefmarkenausgabe zur Frühjahrsmesse 1979 zu sehen.

1980 wird das Hochhaus der Universität am Augustusplatz gezeigt. Die Briefmarkenausgabe zur Herbstmesse 1980 zeigt die Leipzig-Information am Sachsenplatz. Das Gebäude wurde nach 1990 abgerissen und der Platz mit dem Museum der bildenden Künste bebaut. Der dritte moderne Hochhausbau in der Leipziger Innenstadt, das Hotel Merkur ist Motiv auf einer Briefmarke zur Frühjahrsmesse 1981. Die Eröffnung des Neuen Gewandhauses am Augustusplatz wird auf der Briefmarkenausgabe zur Herbstmesse 1981 gewürdigt.


Das Messegelände nahe dem Völkerschlachtdenkmal wurde in den 1980er Jahren großflächig erweitert. 1982 zeigt die Deutsche Post der DDR den Westeingang des Messegeländes anlässlich der Ausgabe zur Frühjahrsmesse. Zur Herbstmesse wird wieder ein historisches Messehaus in der Innenstadt gezeigt, das Messehaus Stentzlers Hof.

Messehaus PetershofNeben dem Messegelände wurden auch die historischen Messehäuser in der Leipziger Innenstadt weiter genutzt. 1983 wird das Messehaus Petershof auf einer Briefmarke zur Frühjahrsmesse abgebildet.
Zur Herbstmesse 1983 wird eine Bildkarte herausgegeben, die die alte Handelsbörse und zwei Briefmarken mit dem Zentral-Messepalast und einem Mikroelektronik-Chip zeigt.

Das Alte Rathaus
Das Alte Rathaus, Motiv auf den ersten Messemarken nach dem 2. Weltkrieg 1946 wird anlässlich der Frühjahrsmesse 1984 auf einer Briefmarke abgebildet.

Die Tradition der Darstellung historischer Messehäuser wird zur Herbstmesse 1984 mit dem Fregehaus fortgesetzt. Die Bildkarte zeigt weiterhin eine Dose aus Bleikristall sowie das Romanushaus am Brühl.

Im Jahr 1985, dem Jahr des 300. Geburtstages von Johann Sebastian Bach, wird auf der Briefmarkenausgabe zur Frühjahrsmesse das Bach-Denkmal an der Thomaskirche abgebildet. Auf der zweiten Briefmarke der Ausgabe zur Frühjahrsmesse wird eine Kaffeekanne aus Meißner Porzellan gezeigt. Die Briefmarkenausgabe zur Herbstmesse zeigen die Bachtrompete von J. Scherzer sowie das Bosehaus am Thomaskirchhof.

Der Ausbau des Messegeländes wird auch 1987 anlässlich der Frühjahrsmesse thematisiert mit der Darstellung der Messehalle 20. Auf der zweiten Briefmarke wird nach langer Zeit wieder eine historische Messeszene dargestellt, eine Szene vor der Waage am Markt 1804. Zur Herbstmesse 1987 gibt die Deutsche Post erstmals einen Block heraus, der eine historische Messeszene aus dem Jahr 1804 zeigt.


Im Jahr 1988 wird das 75. Jubiläum der Mädlerpassage auf zwei Briefmarken anlässlich der Frühjahrsmesse gewürdigt. Dargestellt wird der Eingang zur Mädlerpassage und die Bronzegruppe Faust und Mephisto. Zur Herbstmesse wird erneut ein Block herausgegeben, der das Völkerschlachtdenkmal zeigt, eingerahmt von zwei historischen Messeszenen.

Die Deutsche Post der DDR gibt zur Frühjahrsmesse 1989 eine Briefmarke anlässlich des 80 Jahre Messehaus Handelshof heraus mit einer Darstellung des Gebäudes am Naschmarkt. Die zweite Marke zeigt eine historische Ansicht des Naschmarktes aus dem Jahr 1690. Zur Herbstmesse erscheint erneut ein Block, der eine Vogelperspektive mit den Neubauten am westlichen Eingang zum Messegelände zeigt.

Altes Messegelände

Die letzten Briefmarken anlässlich der Leipziger Messe werden im Frühjahr 1990 von der Deutschen Post der DDR herausgegeben. Sie zeigen anlässlich 825 Stadt Leipzig und 825 Jahre Messeprivileg historische Stadtansichten sowie das Siegel des Messeprivilegs von 1268 und das Siegel des Messeprivilegs von 1497.

Erfahren Sie mehr zur Geschichte der Leipziger Messe auf Briefmarken:

Erfahren Sie mehr zur Geschichte der Stadt Leipzig und ihren Persönlichkeiten auf Briefmarken:

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Autor: Mirko Seidel am 17. Apr 2015 06:58, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Leipzig, Philatelie, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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