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Museum Schloss Ehrenstein in Ohrdruf

Das Museum im Schloss Ehrenstein in Ohrdruf zeigt in seine Ausstellung u.a. folgende Exponate:

  • Versteinerungen aus dem Muschelkalkmeer,
  • Zeugnisse der ersten Besiedlung Ohrdrufs aus der römischen Kaiserzeit,
  • Taufstein aus der Zeit der Stadtgründung um 724,
  • Johann Sebastian Bach und die Ohrdrufer Bachfamilie,
  • der Handel und das Fuhrmannswesen,
  • Entwicklung der Ohrdrufer Spielwaren- und Porzellanindustrie ab Mitte des 19. Jahrhunderts,
  • Geschichte des Truppenübungsplatzes Ohrdruf,

Zur Geschichte des Schlosses Ehrenstein

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein

Der Fliehturm im Nordflügel des Schlosses Ehrenstein ist der älteste bauliche Beleg der frühen Befestigung. Das fast rechteckige, aus Naturstein bestehende Bauwerk bot den Bewohnern der ringsum liegenden Höfe und kleinen Siedlungen bereits um 700 einen sicheren Schutz. In der Folge wechselte die Anlage oft ihre Herren und damit auch ihre Bestimmung, so dass es auch immer wieder bauliche Erweiterungen und Veränderungen gab.

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Quellen belegen, dass später an dieser Stelle ein Stift stand. Lullus, der Nachfolger des Bonifatius, legte um das Jahr 745 den Grundstein. Er errichtete hier eine Kirche und weihte diese im Jahre 777 zu Ehren Petri. Im Laufe der Zeit verfiel die Kirche. Gozbert, Abt zu Hersfeld, stellte sie im Jahr 980 wieder prächtig her. Er versah sie mit Reliquien der Heiligen, erweiterte die Anlage und erhob die Kirche zum ersten Chorherrenstift in Thüringen.

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Ostflügel

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Ostflügel

Im Jahre 1184 brannte das Chorherrenstift samt seiner Kostbarkeiten vollständig nieder. Beim Wiederaufbau 1186 bekamen die Gebäude einen anderen Grundriss. An der südlichen Seite wurde eine Mauer errichtet, um den ganzen Komplex zu schließen und zu sichern.

Das Benediktinerstift bestand viele Jahre und hätte wohl auch noch bis zur Reformation hier gestanden, wenn nicht die häufigen und verheerenden Fehden der kleinen Herren in Thüringen in den Jahren 1330 bis 1340 ausgebrochen wären. Sie haben dem Stift, welches nicht ausreichend befestigt war, vielfach großen Schaden zugefügt. Die Ordensbrüder wandten sich daher an die verwitwete Landgräfin Elisabeth in Gotha und baten, dass sie ihnen die Marienkirche auf dem Gothaer Schlossberg, welche mehr Sicherheit gewährte, einräumen möge.

Hermann von Gleichen hatte das Schultheißenamt über Ohrdruf, Wechmar u.s.w. von der Abtei Hersfeld erkauft und weil den Canonikern in Gotha die Sorge für die Klostergebäude lästig wurde, überließen sie diese dem Grafen von Gleichen.

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Schlossturm

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Schlossturm

Graf Georg von Gleichen ließ im Jahre 1550 an die Stelle, wo bisher eine Mauer stand, durch den Baumeister Kirchhof einen Flügel aufbauen und bestimmte denselben laut Ehevertrag vom Jahre 1552 zum Sitz für seine Witwe. 1570 wurde an diesen Flügel ein Turm angebaut. Als Georg 1570 starb, nahm dessen Witwe, Gräfin Walpurgis aus dem Hause Spiegelberg und Pyrmont, mit ihren Söhnen Philipp, Ernst, Johann Ludwig und Georg hier ihren Wohnsitz. Ost- und Nordflügel blieben bis zum Jahre 1610 noch in unveränderter Gestalt.

Graf Ernst von Gleichen bezog diese Flügel in seine baulichen Veränderungen mit ein. Er legte Gärten an und errichtete einige neue Gebäude, insbesondere das östlich des Schlosses gelegene Vorwerk. Die gesamte Anlage wurde zum Residenzschloss der Grafen von Gleichen. Unverändert war nur die Kirche geblieben. Als Graf Hans Ludwig, der letzte seines Stammes, am 17. Januar 1631 starb, kam die ganze Grafschaft Obergleichen an Grafen Georg Friedrich Kraft von Hohenlohe und Philipp Ernst von Hohenlohe.

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Ansicht von Nordostenden

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Ansicht von Nordostenden

Graf August Wilhelm von Hohenlohe, der sich sehr um den weiteren Ausbau des Schlosses bemühte, ließ Mitte des 18. Jahrhunderts Teile im Barockstil herrichten. Dem sogenannten Klosterturm wurde durch das Aufsetzen einer zwiebelförmigen Kuppel ein gefälligeres Äußeres verliehen.

Im Jahre 1869 wurde das Schloss vom Fürsten Hermann zu Hohenlohe dem Fiskus von Gotha verkauft und am 30. August von demselben übernommen. Ab 1870 wurden die Räume des Schlosses vom Ohrdrufer Realgymnasium bezogen.

Die Stadt Ohrdruf übernahm Schloss Ehrenstein im Jahr 1924 zur gemeinnützigen Verwendung. Neben der Schule beherbergte das Schloss ab 1933 das Ohrdrufer Heimatmuseum.

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Portal

Ohrdruf, Schloss Ehrenstein, Portal

Für das Ohrdrufer Schloss, welches über 400 Jahre lang alle kriegerischen Auseinandersetzungen und Stadtbrände fast unbeschadet überstanden hatte, begann der Leidensweg erst nach dem Krieg. Nach Verlegung der sowjetischen Schule und der Offizierswohnungen vom Schloss auf den Truppenübungsplatz herrschte Endzeitstimmung und es wurde schon laut über den Abriss nachgedacht. Die von der staatlichen Denkmalpflege der DDR erbrachten Leistungen konnten dem Verfall kaum Einhalt gebieten. So ist es zunächst auch den Mitgliedern des Kulturbundes zu danken, dass das Schloss als historisches Kleinod erhalten blieb.

Nach 1990 wurde das Schloss Ehrenstein durch die großzügige Förderung der Stadt, des Landes Thüringen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wieder zu einen wahren Schmuckstück. In den nächsten Jahren ist der weitere schrittweise Innenausbau geplant.


Quelle: www.ohrdruf.de

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Autor: Mirko Seidel am 9. Jul 2015 09:02, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Ausstellungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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