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Wanderung entlang der Mulde – Entdeckungen nördlich von Grimma

Von der Bronzezeit ins Mittelalter

Rathaus in Grimma

Rathaus in Grimma

Die Mulde mit dem Mulderadweg ist ideal zum Radfahren. Für Wanderer führt der Muldewanderweg entlang des Flusses durch schöne Landschaften, vorbei an interessanten Bauwerken. Im Winter 2015 habe ich eine Wanderung im Muldetal nördlich von Grimma unternommen.

Mit dem Zug bin ich zunächst nach Grimma gefahren. Durch die Altstadt vorbei am Schloss führte mich mein Weg zur Pöppelmannbrücke, wo ich meine Wanderung durch das Muldetal begann. Mein Weg führte mich zunächst auf dem Muldetalbahnradweg nach Golzern.

Der Muldetalbahnradweg führt über die alte Bahnstrecke von Grimma nach Wurzen. Er wurde als Radweg ausgebaut und verläuft auf der rechten Flussseite.

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Hat man die Altstadt von Grimma hinter sich gelassen, fällt der Blick zunächst nach Westen auf die steil aufragenden Felsen an der Mulde. Auf dem Bergsporn befinden sich eine slawische Wallanlage und der Turmhügel eines mittelalterlichen Wartturmes, beides ist aus dem Tal nur zu erahnen.

Die Mulde bei Dorna

Die Mulde bei Dorna

Der Muldetalbahnradweg führt durch die hier noch breite Aue des Flusses, der hier in einer Doppelschleife durch die Landschaft fließt. Bei dem Dorf Dorna ändert sich das Landschaftsbild. Das Tal wird enger und die Mulde fließt unmittelbar am Fuße der steil aufragenden Felsen entlang, auf denen sich das Dorf Döben befindet. Wer im Winter auf dem Muldetalbahnradweg wandert, der sieht am Rand der Felsen den Pavillon des Schlosses Döben stehen.

In Golzern steht eine Fabrik im Fluss. Die Wasserkraft der Mulde veranlasste im Jahr 1838 einen Unternehmer, am östlichen Muldeufer eine Papiermühle zu bauen, die u. a. Notenpapier fertigte. Nach einem Brand wurde die Fabrik 1862 wieder aufgebaut und stellte Druck- und Spezialpapiere her. Zur Energieversorgung der Fabrik wurde ein 3 Meter hohes Wehr errichten.

In Golzern habe ich das Muldetal und den Muldetalbahnradweg verlassen und bin auf einem Wanderweg den steilen Hang in Richtung Döben hinaufgestiegen. Der Weg führte zunächst zu Feueresse, einer Felsnadel über dem Muldetal, von der man einen weiten Blick über den Fluss hat. Durch den Wald erreichte ich den Zettenwall, eine bronzezeitliche Wallanlage, die von den slawischen Bewohnern genutzt wurde.

Wirtschaftsgebäude des Rittergutes Döben

Wirtschaftsgebäude des Rittergutes Döben

Schließlich erreichte ich Döben und besuchte die Kirche. Der Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen und 1696 bis 1697 in seiner heutigen Gestalt umgebaut. Der teilverputzte Bruchsteinbau hat einen Turm mit oktogonalem Glockengeschoss und barocker Haube, einen Chor mit Maßwerkfenstern und Spitzbogenfenster. Leider kann die Kirche in Döben nur von außen besichtigt werden.

Wenig blieb erhalten von dem einst mächtigen Schloss in Döben. Vermutlich im 10. Jahrhundert wurde an der Muldefurt ein Burgward angelegt, der spätestens ab dem 12. Jahrhundert zu einer Burg ausgebaut wurde. Im 16. Jahrhundert erfolgte der Umbau zum Schloss. Nach einem Brand wurde das Schloss Döben nach 1857 wieder aufgebaut. Kriegsbeschädigungen und jahrelanger Verfall führten 1971 zur Sprengung des Schlosses Döben. Erhalten blieben die Gebäude des Vorschlosses sowie Reste des Kellersystems der Burg.

Pavillon Döben und Mulde

Pavillon Döben und Mulde

An dem Pavillon im Garten des Schlosses Döben, den ich bereits von der Mulde aus gesehen hatte, machte ich Rast und genoss den Ausblick auf das Muldetal. In dem Pavillon ist ein Modell des Schlosses Döben vor der Sprengung ausgestellt.

Gestärkt folgte ich nun dem Muldewanderweg über den Galgenberg, vorbei am Vorwerk Schomerberg nach Grimma. Von dem Höhenweg hat man einen guten Ausblick über die Landschaft bis hinüber zur anderen Muldeseite nach Höhnstädt.

Meine Wanderung endete da, wo sie begonnen hatte, an der Pöppelmannbrücke in Grimma.

Hinweise

Von der Pöppelmannbrücke in Grimma führt die Wanderung auf dem asphaltierten und flachen Muldetalbahnradweg nach Golzern.

Von Golzern führt ein mit roten Balken markierte Wanderweg nach Döben. Der Aufstieg von Döben zum Zettenwall ist steil, der Weg naturbelassen. Der Aufstieg ist schwierig. Alternativ kann die Kohlenstraße benutzt werden (befestigte Straße).

Der Weg durch den Wald ist nicht ausgebaut und teilweise schlecht markiert. Sicherungen an der Hangkante zur Mulde sind kaputt oder fehlen ganz. Es besteht Absturzgefahr, vor allem an der Feueresse (Vorsicht bei Betreten).

Der Muldewanderweg führt von Döben zunächst durch den Döbener Wald (gut begehbare Waldwege mit leichtem Anstieg) und weiter auf einem befestigten Weg nach Grimma.

  • Dauer: ca. 2,5 h (ohne Pause),
  • Entfernung: Grimma oberer Bahnhof – Döben (über Dorna) ca. 6 km,
    Döben – Grimma (über Vorwerk Schomerberg) ca. 5 km,
    Gesamt: ca. 11 km,
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, gute Grundkondition erforderlich

Bildergalerie Wanderung an der Mulde nördlich von Grimma

Wegeskizze

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Autor: Mirko Seidel am 24. Jan 2016 11:21, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Muldetal, Reiseberichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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