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Leipziger Persönlichkeiten – Fritz Gietzelt

Rotes Haus Leipzig, früher zum St.-Jakobs-Krankenhaus gehörend

Rotes Haus Leipzig, früher zum St.-Jakobs-Krankenhaus gehörend

Fritz Gietzelt wurde am 21. Dezember 1903 in Frankenberg/Sachsen geboren. Er studierte von 1925 bis 1933 Medizin in Leipzig, Graz und Düsseldorf. Von 1933 bis 1939 war Gietzelt als Assistenzarzt an der Inneren Klinik des St.-Georg-Krankenhauses in Leipzig tätig. Bis 1944 arbeitete er in Leipzig in privater Praxis für Magen- und Darmkrankheiten.

Im Juni 1944 wurde Fritz Gietzelt wegen Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime verhaftet und im Dezember 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Dietzelt hatte die Widerstandsgruppe um Nikolai Rumjanzow mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten unterstützt. Nach der Verbringung nach Dresden zur Urteilsvollstreckung gelang Dietzelt während der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 die Flucht.

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Bis Kriegsende versteckte er sich in Meißen. Im Juli 1945 wurde Fritz Gietzelt Mitglied der KPD und ein Jahr später der SED. Dietzelt kehrte nach Leipzig zurück und gehörte zu den Ersten, die das Gesundheitssystem in der Stadt Leipzig wieder aufbauten. 1945 bis 1946 war Gietzelt Oberarzt am St.-Georg-Krankenhaus und an der Medizinischen Universitätsklinik im Stadtkrankenhaus St. Jakob.

1946 übernahm er kommissarisch die Leitung des Röntgeninstituts der Universität. 1951 bis 1959 war Fritz Gietzelt ordentlicher Professor für Röntgenologie und Leiter des Instituts für Röntgenologie und Radiologie sowie Direktor der Geschwulstklinik an der Charité in Berlin und von 1951 bis 1962 Prorektor der Humboldt-Universität für Forschung. Gietzelt gehörte dem Wissenschaftlichen Rat für die friedliche Anwendung der Atomenergie der DDR an.

Fritz Gietzelt der maßgeblich mitverantwortlich war für die Einführung des Nationalen Krebsregisters der DDR. 1950 wurde ihm der Ehrentitel „Verdienter Arzt des Volkes“ verliehen, 1960 erhielt Gietzelt den Nationalpreis der DDR III. Klasse, 1955 den Vaterländischen Verdienstorden in Silber. Ab 1964 war Fritz Gietzelt ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR. Die vom Koordinierungsrat der Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaften der DDR verliehene Medaille trug seinen Namen.

Fritz Gietzelt starb am 29. Mai 1968 in Berlin.

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Geyer#/media/Datei:USPD-Vorstand.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 26. Apr 2022 18:15, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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