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Leipziger Persönlichkeiten – Heinrich Uhlendahl

Portal der Deutschen Bücherei in Leipzig

Portal der Deutschen Bücherei in Leipzig

Heinrich Uhlendahl wurde am 4. März 1886 in Borbeck geboren. Der Sohn eines Eisenbahnstationsassistenten besuchte das Königliche Gymnasium in Neuss. Uhlendahl studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten in Berlin und Münster und bestand 1914 das philologische Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen. Seine Militärzeit als Feldartillerist im 1. Weltkrieg prägte Heinrich Uhlendahl. Im. Januar 1919 begann Uhlendahl ein Volontariat an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin.

1920 bestand Heinrich Uhlendahl seine bibliothekarische Fachprüfung und wurde Bibliotheksassistent. Er stieg zum Bibliotheksrat auf und wurde 1923 Assistent des Direktors. Ab 1924 leitete Uhlendahl die Deutsche Bücherei in Leipzig und baute das System der Deutschen Nationalbibliografie auf, ein Verzeichnis des möglichst vollständig gesammelten Schrifttums der deutschsprachigen Länder.

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Von 1924 bis 1928 war Uhlendahl stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare und war Mitbegründer des Internationalen Verbandes der Bibliotheksvereine. Weiterhin war Uhlendahl Beisitzer der obersten Prüfstelle, die 1927 nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften an der Deutschen Bücherei eingerichtet worden war.

1929 gehörte Heinrich Uhlendahl zu den Gründern des Rotary Clubs Leipzig. Im Juni 1933 wurde Heinrich Uhlendahl von der Gestapo aufgrund einer Denunziation seines Amtes enthoben und für drei Tage verhaftet, wegen internationaler Proteste aber wieder freigelassen. Uhlendahl war Mitglied der NS-Kulturgemeinde und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt.

1938 wurde Heinrich Uhlendahl zum Generaldirektor der Deutschen Bücherei ernannt. Uhlendahl wurde nachgesagt, er sei mit seiner Bibliothek verheiratet. Während des 2. Weltkriegs konnte Uhlendahl die Bestände der Deutschen Bücherei durch rechtzeitige Auslagerung vor Zerstörungen bewahren.

Ende November 1945 wurde Uhlendahl als Leiter der Deutschen Bücherei durch die Sowjetische Militäradministration bestätigt und war damit der einzige Leiter einer wissenschaftlichen Bibliothek in der Sowjetischen Besatzungszone, der schon vor 1945 sein Amt innehatte.

In der DDR gehörte Uhlendahl dem Wissenschaftlichen Beirat des Bibliothekswesens an, wurde Leiter der Bibliothekskommission für Bibliographie und Dokumentation. Während Uhlendahls Amtszeit wurden der Buchbestand und die Dienstleistungen der Deutschen Bücherei stetig ausgebaut, die Zahl der Mitarbeiter stieg von 50 auf 300.

Heinrich Uhlendahl starb am 28. Dezember 1954 in Leipzig.

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Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 24. Mrz 2022 19:05, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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