November 2022

Leipziger Persönlichkeiten – Oskar Mothes

Oskar Mothes

Oskar Mothes

Oskar Mothes wurde am 27. Dezember 1828 in Leipzig geboren. Mothes studierte Architektur bei Gottfried Semper in Dresden. Als Zwanzigjähriger entwarf er die Dorfkirche in Rüdigsdorf und wurde 1848 Mitglied der Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen in Leipzig.

Nach Studienreisen 1851 und 1852 nach Italien und Spanien ließ er sich 1853 als Architekt in Leipzig nieder. Unter seiner Leitung wurde 1861 der Gewerbliche Bildungsverein in Leipzig gegründet, 1867 war Mothes Mitbegründer des Vereins für die Geschichte der Stadt Leipzig (des heutigen Leipziger Geschichtsvereins), von 1869 bis 1872 auch dessen Vorsitzender. Die historische Sammlung des Vereins bildet den Grundstock des Leipziger Stadtgeschichtlichen Museums.

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Leipziger Persönlichkeiten – Paul Möbius

Paul Möbius

Paul Möbius

Paul Otto Hermann Möbius wurde am 20. März 1866 in Leipzig geboren. Möbius studierte von 1882 bis 1888 an der Leipziger Kunstgewerbeschule, trat 1889 eine Stelle im Architekturbüro Pfeifer & Händel (später Händel & Franke) an und gründete 1899 zusammen mit Arthur Starke sein eigenes Büro in dem von ihm erbauten Haus Frankfurter Straße 20 (heute Jahnallee 14) in Leipzig.

Möbius entwarf ca. zwanzig Wohngebäude, meist Mehrfamilienwohnhäuser und Villen, sowie ein Geschäftshaus, Ausstellungspavillons und einige Grabmäler in Leipzig. Paul Möbius entwickelte früh unverkennbare Formensprache mit Anklängen eines monumentalen Jugendstils.

Paul Möbius starb am 9. April 1907 in Leipzig.

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Leipziger Persönlichkeiten – Winfried Sziegoleit

Bowlingtreff Leipzig

Bowlingtreff Leipzig

Winfried Sziegoleit wurde am 2. Oktober 1939 in Insterburg geboren. Der Sohn einer Gewerbelehrerin und eines Landwirts zog mit seiner Familie nach Ende des 2. Weltkriegs nach Köthen. Nach seiner Lehre zum Zimmermann studierte Sziegoleit von 1959 bis 1965 an der TH bzw. TU Dresden Architektur und arbeitete danach bis 1968 am Entwurfsinstitut der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden.

Winfried Sziegoleit war von 1969 bis 1975 als Architekt im Wohnungsbaukombinat Leipzig tätig und anschließend bis 1990 Architekt im Aufbaustab beim Rat des Bezirkes Leipzig. Mit Eberhard Göschel gründete Sziegoleit 1990 ein freies Architektur- und Planungsbüro, das er seit 1999 als Architekturbüro Sziegoleit, Markkleeberg, führte.

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Leipziger Persönlichkeiten – Ludwig Weickmann

Institut für Geophysik und Geologie der Universität Leipzig

Institut für Geophysik und Geologie der Universität Leipzig

Ludwig Weickmann wurde am 15. August 1882 in Neu-Ulm geboren. Weickmann studierte in München und Göttingen, arbeite danach an der bayrischen Meteorologischen Zentralstelle und war Kustos der bayrischen Landeswetterwarte.

1923 wurde Ludwig Weickmann Ordinarius für Geophysik an der Universität Leipzig und übernahm das geophysikalische Institut. 1932 gründete Weickmann das Geophysikalische Observatorium auf dem Collm bei Oschatz. Ludwig Weickmann nahm 1931 als meteorologischer Leiter an der Nordpoolfahrt des Luftschiffs „Graf Zeppelin“ teil und 1935 wurde er kommissarischer Leiter Präsident des Reichsamts für Wetterdienst in Berlin.

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Leipziger Persönlichkeiten – Friedrich Hund

Friedrich Hund

Friedrich Hund

Friedrich Hermann Hund wurde am 4. Februar 1896 in Karlsruhe geboren. Der Sohn eines Eisenwaren- und Haushaltswarenhändlers ging in Karlsruhe, Erfurt und Naumburg an der Saale zur Schule und machte 1915 das Abitur.

Friedrich Hund studierte Mathematik, Physik und Geographie in Marburg und Göttingen. 1929 wurde Hund Professor für Mathematische Physik an die Universität Leipzig berufen und arbeite zusammen mit Werner Heisenberg. Am Uranprojekt im 2. Weltkrieg war Hund, im Gegensatz zu Heisenberg, nicht beteiligt. Nachdem Heisenberg 1942 nach Berlin ging, übernahm Friedrich Hund das Direktorat am Leipziger Institut für Physik.

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Persönlichkeiten – Arwed Roßbach

Arwed Roßbach

Arwed Roßbach

Max Arwed Roßbach wurde am 24. November 1844 in Plauen geboren. Er besuchte das Gymnasium und absolvierte eine halbjährige praktische Ausbildung im Bauhandwerk. Von 1862 bis 1866 studierte Roßbach an der Kunstakademie Dresden Architektur.

Nach kurzer Tätigkeit in Berlin unter dem Preußischen Oberbaurat Carl Ferdinand Langhans, ließ sich Arwed Roßbach 1871 in Leipzig nieder. Für die Universität Leipzig entwarf Arwed Roßbach die Universitätsbibliothek Albertina, gestaltete das Hauptgebäude am Augustusplatz um und schuf für die spätgotische Universitätskirche St. Pauli eine neogotische Fassade.

Zu seinen prägenden Bauten in Leipzig zählen das 1898 bis 1901 gebaute Gebäude der Leipziger Bank (heute Deutsche Bank) und die Taborkirche in Kleinzschocher. Arwed Roßbach entwarf mehrere Wohnhäuser, darunter das Roßbachhaus in der Beethovenstraße und Villen entlang der Karl-Tauchnitz-Straße im Musikviertel.

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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Gottlieb Röder

Ehem. Notendruckerei C.G. Röder Reudnitz-Thonberg

Ehem. Notendruckerei C.G. Röder Reudnitz-Thonberg

Carl Gottlieb Röder wurde am 22. Juni 1812 in Stötteritz geboren. Er war zunächst als Bäcker tätig und lernte ab 1836 beim Musikverlag Breitkopf & Härtel in Leipzig das Handwerk des Notenstichs. Im Oktober 1846 gründete Röder in Leipzig eine eigene Druckerei in der Holzgasse (heute Sternwarten- straße) zum Stechen und Drucken von Musiknoten. Aus dieser Druckerei gingen die Firma Röder, C. G., graphische Anstalt sowie die C.G.Röder, KG hervor.
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Leipziger Persönlichkeiten – Hubert Ritter

Nibelungensiedlung (Rundling) in Lößnig

Nibelungensiedlung (Rundling) in Lößnig

Hubert Hans Ritter wurde am 17. März 1886 in Nürnberg geboren. Der aus einer Nürnberger Künstlerfamilie stammende Ritter zog mit seiner Mutter nach dem Tod des Vaters 1888 nach München. Dort besuchte Hubert Ritter nach der Volksschule das humanistische Wilhelmsgymnasium, wo er sein Abitur ablegte. Anschließend studierte Hubert Ritter an der Technischen Hochschule München und trat auf Empfehlung seines Lehrers Friedrich von Thiersch schon als Student in den akademischen Architektenverein München ein. 1909 nahm Ritter in Thierschs Frankfurter Büro seine Tätigkeit als Architekt auf und arbeitete an der Planung von Festhalle und Erweiterung des Kurhauses Wiesbaden.

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Leipziger Persönlichkeiten – Hans Reimann

Hans Reimann

Hans Reimann

Hans Reimann, eigentlich Albert Johannes Reimann, wurde am 18. November 1889 in Leipzig geboren. Nach seiner Schulzeit absolvierte Reimann in Leipzig eine Grafikerausbildung, besuchte die Kunstakademie in München und studierte Deutsche Philologie und Kunstgeschichte.

Nach dem 1. Weltkrieg gab Hans Reimann in Leipzig die satirische Zeitschrift „Der Drache“ heraus, anschließend in Frankfurt am Main „Das Stachelschwein“. Reimann war für den Simplicissimus und Die Weltbühne tätig und gründete die Kabaretts „Retorte“ in Leipzig und „Astoria“ in Frankfurt am Main. Seit 1925 lebte Hans Reimann in Berlin.

Während einer kurzen Zusammenarbeit mit Heinrich Spoerl Anfang der 1930er Jahre entstand das Bühnenstück „Der beschleunigte Personenzug“ nach einer Idee von Spoerl, die dieser 1936 unter dem Titel „Wenn wir alle Engel wären“ auch als Roman umsetzte.

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Leipziger Persönlichkeiten – Joseph Mágr

Josef Mágr

Josef Mágr

Josef Mágr wurde am 17. September 1861 in Mutowitz in Böhmen geboren. Mágr studierte an der Kunstakademie München und der Kunstakademie Prag.

1889 kam Josef Mágr mit seiner Familie nach Leipzig. Ein wichtiges Schaffensfeld von Josef Mágr war die Bauplastik. Er war an der Ausgestaltung mehrerer öffentlicher Gebäude in Leipzig beteiligt. Häufiger Partner Mágrs war der Architekt Max Pommer.

Josef Mágr starb am 18. Juni 1924 in Leipzig.

Zu den Werken von Josef Mágr gehören:

  • 1895 bzw. 1897: Bismarck-Denkmal im Johannapark in Leipzig (zusammen mit Adolf Lehnert, nicht erhalten),
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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Friedrich Wilhelm Ludwig

Carl Ludwig

Carl Ludwig

Carl Friedrich Wilhelm Ludwig wurde am 29. Dezember 1816 in Witzenhausen a. d. Werra geboren. Ludwig besuchte ab 1825 in Hanau die Hohe Landesschule, ein humanistisches Gymnasium. Ab 1834 studierte er Medizin in Marburg. Sein starkes Unabhängigkeitsgefühl gegenüber jeglichem Zwang brachte Ludwig in Schwierigkeiten. 18336 wurde er relegiert und studierte bis 1838 in Erlangen. Carl Ludwig nahm eine Stelle an der Chirurgenschule in Bamberg an und widmete sich dem Studium seiner Wissenschaft. 1839 wurde er in Marburg promoviert.

Ludwig erhielt eine Anstellung als 2. Prosektor am Anatomischen Institut der Universität Marburg, wurde 1. Prosektor und 1846 Extraordinarius für Vergleichende Anatomie. 1848 geriet auch er in den Strudel der politischen Bewegung, er war in den Ausschuss des in Marburg gegründeten liberalen Vaterlandsvereins gewählt worden und hat im Frühjahr 1848 eine Zeit lang die Redaktion des „Neuen Verfassungsfreundes“ übernommen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Constantin Lipsius

Constantin Lipsius

Constantin Lipsius

Johann Wilhelm Constantin Lipsius wurde am 20. Oktober 1832 in Leipzig geboren. Der Sohn des späteren Rektors der Thomasschule, Karl Heinrich Adelbert Lipsius, ging nach dem Besuch des Gymnasiums zunächst an die Baugewerkschule in Dresden, danach zu Bauatelier der Kunstakademie Dresden. Auf einer Italienreise interessierten Lipsius besonders die Bauten in Venedig.

Zu Beginn der 1860er Jahre nahm Constantin Lipsius an regionalen und nationalen Architekturwettbewerben teil und erweiterte seine Kenntnisse beim Bau von Wohnhäusern und Restaurierungen. Sein Entwurf für den Neubau des Johannis-Hospitals in Leipzig wurde preisgekrönt und brachte ihm den Titel eines Königlichen Baurats ein. 1874 wurde Constantin Lipsius zum Präsidenten der „Vereinigung Leipziger Architekten“ ernannt und übernahm die Leitung der Baugewerkschule. 1877 begann Lipsius mit der Restaurierung der Thomaskirche in Leipzig.

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Leipziger Persönlichkeiten – Hugo Licht

Hugo Licht

Hugo Licht

Hugo Georg Licht wurde am 21. Februar 1841 in Niederzedlitz (bei Posen) geboren. Der Sohn eines Gutsbesitzers besuchte die Realschule und begann eine Maurerlehre. 1862 bis 1863 lernte Licht im Berliner Architekturbüro von Hermann Ende und Wilhelm Böckmann, die in Berlin bei Villen und anderen privaten Bauten die Baukunst des Spätklassizismus prägten.

1864 ging Hugo Licht an die Berliner Bauakademie und wurde Schüler von Friedrich Adler. Von Berlin ging Hugo Licht nach Wien und arbeitete dort bei dem Architekten Heinrich von Ferstel.

Nach einer Italienreise 1869 bis 1870 kehrte Licht nach Berlin zurück und ließ sich als freier Architekt nieder. Der Leipziger Oberbürgermeister Otto Georgi betraute Licht am 4. April 1879 ohne Ausschreibung mit der Leitung des Hochbauamtes der Stadt und verlieh ihm den Titel des Stadtbaudirektors. Als das Bauamt 1879 neu organisiert wurde, übernahmen Hugo Licht und seine Mitarbeiter die Planung fast aller wichtigen kommunalen Neubauten. Hugo Licht prägte das Bild der Stadt Leipzig entscheidend. Er griff in all seinen Bauten typische Stilelemente auf, nutzte oft Verbundsteine und betonte herausgehobene Elemente der Architektur durch sichtbaren Sandstein. Zu Lichts bevorzugten Elementen gehörten markante Turmlösungen, wie beispielsweise bei der Polizeiwache an der Wächterstraße oder der Markthalle (nicht erhalten). Beim Predigerhaus an der Nikolaikirche griff Licht auf einen vereinfachten Renaissancestil zurück, der den Bau in das historische Umfeld einpasst.

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Leipziger Persönlichkeiten – Melchior Anton zur Straßen

Melchior zur Straßen

Melchior zur Straßen

Melchior Anton zur Straßen, eigentlich Zurstrassen, wurde am 28. Dezember 1832 in Münster geboren. Sein Vater hatte ihn für eine landwirtschaftliche Ausbildung vorgesehen. Die Familie Zurstrassen zog über Hamm nach Köln und erst hier durfte er 1850 beim Bildhauer Wilhelm Joseph Imhoff in die Lehre gehen. Melchior zur Straßen schuf ein Hochrelief der 14 Leidensstationen Christi und machte sich damit bei Christian Daniel Rauch aufmerksam, in dessen Werkstatt in Berlin zur Straßen ab 1854 tätig war.

Im April 1875 wurde Melchior zur Straßen Inspektor des neu gegründeten Kunstgewerbemuseums in Leipzig und gleichzeitig Lehrer an der Königlichen Akademie der bildenden Künste. Zu seinen Schülern gehörten u.a. Carl Seffner, Adolf Lehnert und Felix Pfeifer.

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Leipziger Persönlichkeiten – Paul Lange

Paul Lange

Paul Lange

Paul Lange wurde am 21. August 1853 in Planschwitz geboren. 1867 kam er an die Königliche Bauschule in Dresden und machte zeitgleich eine Maurerausbildung. 1870 besuchte Lange die Lehranstalt für gewerbliche Kunst. Ab 1871 arbeitete Paul Lange fünf Jahre in Wien in den Architekturbüros von Emil von Förster und war am Ringtheater beteiligt.

1876 ging Lange nach Paris und kehrte dann nach Leipzig zurück. Fünf Jahre war Lange im Architekturbüro Grimm beschäftigt, bevor er sich 1885 als Architekt selbstständig machte. 1893 zog Lange in das von ihm errichtete Wohnhaus in der Konstantin-/Ecke Lutherstraße.

Paul Lange war bedeutender Kirchenbaumeister, 25 Kirchen in Leipzig und Umgebung, im Vogtland und bis in das österreichische Böhmen hinein wurden nach seinen Plänen errichtet. Etwa 40 Kirchen baute Lange um oder restaurierte sie. Paul Lange war ein Verfechter kleiner Kirchen wegen deren besserer Akustik und des stärkeren Zusammengehörigkeitsgefühls der Gemeinde. Großen Wert legte Lange auf die Innenarchitektur, wie in Leipzig u.a. in der Heilig-Kreuz-Kirche oder im Riquethaus erkennbar.

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Leipziger Persönlichkeiten – Hinrich Lehmann-Grube

Hinrich Lehmann-Grube (links) bei der Kommunalwahl 1990 in Leipzig

Hinrich Lehmann-Grube (links) bei der Kommunalwahl 1990 in Leipzig

Hinrich Lehmann-Grube wurde am 21. Dezember 1932 in Königsberg geboren. Am Ende des 2. Weltkriegs flüchtete die Familie nach Hamburg. Lehmann-Grube beendete 1951 seine Schulzeit mit dem Abitur in Hamburg und studierte anschließend Jura.

1956 wurde Hinrich Lehmann-Grube Mitglied der SPD. Von 1957 bis 1967 war Hinrich Lehmann-Grube in der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetags in Köln tätig, 1967 bis 1979 war er Beigeordneter der Stadtverwaltung Köln. 1979 wurde Lehmann-Grube Oberstadtdirektor in Hannover. Leipzig und Hannover sind seit dem 23. November 1987 Partnerstädte.

Im April 1990 nahm Hinrich Lehmann-Grube die Staatsbürgerschaft der DDR an, um als SPD-Kandidat an der Kommunalwahl am 6. Mai 1990 in Leipzig teilnehmen zu können. Er gewann seinen Wahlkreis und wurde Stadtverordneter in Leipzig. Am 6. Juni 1990 wählte die Stadtverordnetenversammlung von Leipzig Hinrich Lehmann-Grube zum Oberbürgermeister. Bei den Wahlen zum Oberbürgermeister Juni 1994 wurde er mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

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Leipziger Persönlichkeiten – Werner Stein

Werner Stein

Werner Stein

Ludwig Wilhelm Werner Stein wurde am 10. Januar 1855 in Braunschweig als Sohn eines Korbmachers geboren. Seine Ausbildung erhielt Stein von 1873 bis 1875 an der Kunstgewerbeschule Nürnberg unter Melchior zur Strassen und von 1875 bis 1879 bei Johannes Schilling in Dresden. Als Schillings Schüler war Werner Stein an der Ausführung des Niederwalddenkmals bei Rüdesheim am Rhein beteiligt. 1879 erhielt Stein eine Professur als Lehrer für Modellieren an der Leipziger Gewerbeschule.

1902 kaufte Werner Stein ein Bauerngehöft in Streitwald im Kohrener Land, auf dem er seinen Lebensabend verbrachte. Werner Stein starb am 18. Januar 1930 in Streitwald und wurde auf dem Friedhof in Greifenhain beerdigt. In seinem Testament verfügte Stein, dass der Leipziger Künstlerverein eine Stiftung zur Unterstützung mittelloser Leipziger Kunststudenten gründete. Stein war der langjährige Vorsitzende des Leipziger Künstlervereins.
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Leipziger Persönlichkeiten – Rudolf Kötzschke

Rudolf Kötzschke

Rudolf Kötzschke

Rudolf Kötzschke wurde am 8. Juli 1867 in Dresden geboren. Der Sohn des „königlich sächsischen Kammermusikus“ Hermann Kötzschke und älterer Bruder des Historikers Paul Richard Kötzschke besuchte die Gelinek’sche Privatschule und von 1877 bis 1885 das Gymnasium zum Heiligen Kreuz in Dresden. Zwischen 1886 und 1889 studierte Kötzschke an der Universität Leipzig Latein und Geschichte sowie Deutsch, Geographie, Sanskrit und Altgriechisch. 1887 studierte er für ein Semester an der Universität Tübingen.

Rudolf Kötzschke war zunächst als Lehrer an Gymnasien in Dresden und Leipzig tätig. 1894 holte ihn der Historiker Karl Lamprecht nach Leipzig. Kötzschke wurde 1896 Hilfsarbeiter in der Königlich Sächsischen Kommission für Geschichte.

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Gedenkort für den 18. April 1945 in Lindenau (Stadt Leipzig)

Gedenkort für den 18. April 1945 in Lindenau

Lindenau ist ein Ortsteil der Großstadt Leipzig im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Der Ortsteil Lindenau befindet sich im westlichen Stadtgebiet von Leipzig zwischen Alt-Lindenau und Plagwitz, ca. 3 km vom Zentrum Leipzigs entfernt. weiterlesen »

Leipziger Persönlichkeiten – Gustav Köllmann

Vorzugsaktie über 1000 RM der Köllmann Werke AG vom 9. Oktober 1941

Vorzugsaktie über 1000 RM der Köllmann Werke AG vom 9. Oktober 1941

Gustav Köllmann wurde am 10. März 1874 in Barmen geboren. Nach seinem Maschinebaustudium in Karlsruhe arbeitete Köllmann als Praktikant in Chemnitz. Am 18. Juli 1904 gründete Gustav Köllmann in Leipzig die Mechanische Werkstatt G. Köllmann GmbH und produzierte ab 1905 vorwiegend Präzisionszahnräder. Die Firma hieß ab 1907 Zahnräderfabrik Köllmann GmbH erhielt und war spezialisiert auf die Herstellung von Kegelrädern für Hinterachsen und Wechselgetriebe für die Automobilindustrie und war damit die erste Spezialfabrik in Deutschland auf diesem Gebiet.

1912 wandelte Gustav Köllmann das Unternehmen in eine Familien-Gesellschaft um, die Zahnräderfabrik Köllmann-AG, ab 1928 Köllmann-Werke AG. Um die benötigten Werkzeuge für die Zahnradfertigung selbst herstellen zu können, gründete Köllmann 1919 in Leipzig die Köllmann Werkzeugfabrik GmbH. Im 1. Weltkrieg produzierte das Unternehmen für die Automobil-, Flugzeug- und Luftschiffindustrie. Die Köllmann-Werke lieferten seit 1927 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Getriebe-Gesellschaft mbH Berlin die ersten synchronisierten Triebwagengetriebe für die Deutsche Reichsbahn.

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Leipziger Persönlichkeiten – Karl Franz Gottfried und Karl Franz Koehler

Karl Franz Gottfried Koehler

Karl Franz Gottfried Koehler

Karl Franz Gottfried Koehler wurde am 7. Januar 1764 in Leipzig geboren. Der Sohn eines Kartenmachers machte in Wien, Dessau und Leipzig eine Buchhandelslehre. 1789 gründete Koehler die Verlags-. Sortiments und Kommissionsbuchhandlung K.F. Koehler. 1830 übergab Karl Franz Gottfried Koehler seine Firma seinem Sohn Karl Franz Koehler.

Karl Franz Gottfried Koehler starb am 29. Dezember 1833 in Leipzig.

Karl Franz Koehler sen. wurde am 23. März 1805 in Leipzig geboren. Nach seiner buchhändlerischen Lehre in Potsdam und Gießen war Koehler in Wien, Aarau und Freiburg i.Br. tätig. 1830 übernahm Karl Franz Koehler die Kommissionsbuchhandlung seines Vaters und baute sie aus. 18646 wurde die „Koehlersche Verlagsbuchhandlung Adolph Winter“ ausgegründet, aus dem 1925 der Verlag Koehler&Amelang entstand. 1847 ergänze Koehler sein Angebot um ein Antiquariat.

Karl Franz Koehler sen. starb am 2. Dezember 1872 in Leipzig.

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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Ferdinand Langhans

Carl Ferdinand Langhans

Carl Ferdinand Langhans

Carl Ferdinand Langhans wurde am 14. Januar 1781 in Breslau geboren. Der Sohn des Architekten Carl Gotthard Langhans wurde, wie sein Vater, Theaterbaumeister.

Ausgebildet wurde Langhans von seinem Vater sowie an der Berliner Bauakademie, u.a. bei Friedrich Gilly. 1797 trat er als Baukondukteur in den Dienst des Berliner Oberhofbauamtes. Carl Ferdinand Langhans reiste nach Italien und war kurzzeitig in Wien am Theater an der Wien tätig. Nach dem Tod seines Vaters 1808 kehrte Langhans nach Breslau zurück und arbeitete als Architekt, entwarf Lampen, Kaffeemaschinen und konstruierte und erprobte eine Frühform des Tretrollers mit zwei Hinterrädern.

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Leipziger Persönlichkeiten – Max Klinger

Max Klinger

Max Klinger

Max Klinger wurde am 18. Februar 1857 in Leipzig als zweiter Sohn des Seifen- und Parfümfabrikanten Heinrich Louis Klinger und dessen Ehefrau Auguste Friederike Eleonore Klinger geb. Richter in der Petersstraße 48 geboren. Klinger besuchte die Bürgerschule in Leipzig und am Sonntag die Zeichenschule Brauer, anschließend die Realschule, die spätere Petrischule.

1874 empfahl der Dresdner Architekt und Kunsthistoriker Franz Richard Steche Max Klinger dem Maler Anton von Werner in Berlin. Dieser lehnte ihn ab und verwies Klinger an den Maler Karl Gussow in Karlsruhe. 1874 begann Max Klinger das Studium an der Großherzoglich Badischen Kunstschule in Karlsruhe. 1875 wechselte Klinger an die Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Künstlerisches Vorbild Klingers war Adolph Menzel. Klinger beschäftigte sich auch mit der Lehre von Charles Darwin. 1876 schloss Max Klinger seine Ausbildung mit dem Prädikat „Außerordentlich“ ab.
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Leipziger Persönlichkeiten – Siegfried Seifert

Portal zum Zoo Leipzig

Zoo Leipzig

Siegfried Seifert wurde am 21. September 1922 in Rodewisch geboren. Seine Kindheit verbrachte Seifert bis zu seinem 5. Lebensjahr in Rützengrün. 1927 zog die Familie Seifert nach Dresden, wo Siegfried Seifert auch die Schule besuchte. Nach dem 2. Weltkrieg zog die Familie Seifert nach Auerbach im Vogtland. Siegfried Seifert arbeitete als Biologielehrer und war als stellvertretender Schuldirektor tätig. 1947 trat er in die CDU in der Sowjetischen Besatzungszone ein.

1949 gründete Seifert an seiner Schule einen Zoo, der später als Heimtiergarten ausgebaut wurde und 1953 nach Falkenstein in die Station Junger Naturforscher verlegt wurde. Seifert knüpfte Kontakte zu den Leipziger Zoologen Karl Max Schneider und Heinrich Dathe. Seifert wirkte noch als Dozent für Biologie an der Medizinischen Fachschule in Zwickau.

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Leipziger Persönlichkeiten – Ludwig Hupfeld

Pianofortefabrik Ludwig Hupfeld um 1911 in Böhlitz-Ehrenberg

Pianofortefabrik Ludwig Hupfeld um 1911 in Böhlitz-Ehrenberg

Ludwig Hupfeld wurde am 26. November 1864 in Maberzell bei Fulda geboren. Nach dem Besuch des Königlichen Gymnasiums in Fulda durchlief Hupfeld eine kaufmännische Ausbildung in Köln. 1892 kaufte Ludwig Hupfeld das Musikalienhandelsunternehmen J. M. Grob & Co. in Eutritzsch, das auch mechanische Instrumente herstellte.

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Leipziger Persönlichkeiten – Glockengießerfamilie Jauck

Jaucksche Glocken auf der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897

Jaucksche Glocken auf der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897

1796 eröffnete der aus Nürnberg gekommen Andreas Jauck am Kautz (Markthallenstraße) eine Werkstatt und führte den Glockenguss in Leipzig mit seinem Sohn zum Aufschwung. 1835 übernahm sein Sohn Gustav Jauck die Gießerei in der Holzgasse, ab 1864 heute Sternwartenstraße. Die abzweigende Straße erhielt den Namen Glockenstraße. 1835 übernahm die Stadt Leipzig die Gießerei, die von nun an Ratsglockengießerei führte.

Bis zum Jahr 1883 kamen aus dieser Werkstatt 755 größere Kirchenglocken, darunter auch ein Viergeläute für die Nikolaikirche in Leipzig. 1903 goss die Familie Jauck die Glocken für die Taborkirche in Kleinzschocher.

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Leipziger Persönlichkeiten – Peter Hohmann

Peter Hohmann

Peter Hohmann

Peter Hohmann wurde am 26. Juli 1663 in Cönnern geboren. Der Sohn eines Handwerksmeisters in Könnern kam mit 17 Jahren als Kaufmannslehrling nach Leipzig und war Handlungsdiener in einem Handelshaus, das Waren-, Speditions- und Bankgeschäfte betrieb. Hohmann wurde Teilhaber und bald darauf alleiniger Inhaber. 1694 erwarb Peter Hohmann das Bürgerrecht der Stadt Leipzig. Mit seinen Geschäften kam Hohmann schnell zu einem großen Vermögen. Zu seinen Kunden zählte die Armee von Kaiser Karl VI.

Für seine Verdienste als Kriegslieferant wurde Peter Hohmann 1717 in Wien in den Reichsadel und Reichsritterstand mit dem Prädikat „Edler von Hohenthal“ erhoben. Hohmann machte davon allerdings keinen Gebrauch, war damit aber der Ahnherr derer von Hohenthal.

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Leipziger Persönlichkeiten – Karl Wilhelm Hiersemann

Hiersemann-Haus LeipzigKarl Wilhelm Hiersemann wurde am 3. September 1854 in Bortewitz in Sachsen geboren. Der Bauernsohn entschied sich bereits als 13jähriger für den Beruf des Buchhändlers. Seine Ausbildung machte Hiersemann in an der Buchhändler-Lehranstalt sowie bei List & Francke sowie in Mannheim bei J. Bensheimer. 1876 ging Karl Wilhelm Hiersemann nach London, um bei den Antiquariaten David Nutt und Trübner & Co. zu arbeiten. Ab 1881 war Hiersemann bei K. F. Koehlers Antiquarium in Leipzig tätig.

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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Ferdinand Hommel

Carl Ferdinand Hommel

Carl Ferdinand Hommel

Carl Ferdinand Hommel wurde am 6. Januar 1722 in Leipzig geboren. Der Sohn des Rechtsprofessors und Appelationsgerichtsrats Ferdinand August Hommel studierte nach dem Besuch der Nikolaischule in Leipzig in Halle/Saale die Rechte. In Leipzig wurde Hommel Oberhofgerichtsadvokat.

1750 erhielt Hommel eine außerordentliche Professur für Staatsrecht an der Universität Leipzig und wurde 1752 auf eine ordentliche Professur für Lehnrecht berufen. Ab 1756 war Hommel Beisitzer des Spruchkollegiums, dessen Leitung er später als Nachfolger seines Vaters übernahm. 1763 veröffentlichte Carl Ferdinand Hommel die Programmschrift „Zur Reform des deutschen Strafrechts“, in der er für die Anwendung und Durchsetzung aufklärerischer Prinzipien im Strafrecht warb. Hommel sprach sich gegen Todesstrafe, Folter und Landesverweisung aus und forderte eine Humanisierung des Strafrechts.

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Leipziger Persönlichkeiten – Bernhard Heisig

Briefmarke der Deutschen Post der DDR mit einem Gemälde von Bernhard Heisig

Briefmarke der Deutschen Post der DDR mit einem Gemälde von Bernhard Heisig

Bernhard Heisig wurde am 31. März 1925 in Breslau als Sohn des Breslauer Malers Walter Heisig geboren. Bei seinem Vater erhielt er auch seine erste Ausbildung. Von 1941 bis 1942 besuchte Bernhard Heisig die Kunstgewerbeschule in Breslau.

Seine traumatischen Erlebnisse als Soldat im 2. Weltkrieg thematisierte Heisig später immer wieder in seinen Bildern. 1947 wurde Bernhard Heisig aus Breslau vertrieben, siedelte sich in Zeitz an und trat in die SED ein. Von 1948 studierte Heisig in Leipzig, zunächst an der Fachhochschule für angewandte Kunst, dann ab 1949 an der Akademie für graphische Kunst und Buchgewerbe. 1951 brach Bernhard Heisig das Studium ab.

Von 1951 bis 1954 arbeitete Heisig freiberuflich in Leipzig, sein Schwerpunkt lag auf Zeichnungen und Lithographien zur Revolution 1848 und der Pariser Kommune sowie auf Buchillustrationen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Bernhard Schweitzer

Universität Leipzig

Universität Leipzig

Bernhard Schweitzer wurde am 3. Oktober 1892 in Wesel geboren. Der Offizierssohn studierte an den Universitäten Heidelberg und Berlin klassische Archäologie und Philologie. 1925 wurde Bernhard Schweitzer Ordinarius für Archäologie an der Universität Königsberg und 1932 Professor an der Universität Leipzig.

Am 16. Mai 1945 wurde Schweitzer zum ersten Rektor der Universität Leipzig nach dem 2. Weltkrieg gewählt. Wegen Differenzen mit den Verwaltungsbehörden gab Bernhard Schweitzer das Amt am 5. Januar 1946 desillusioniert wieder auf und ging nach Tübingen. In Tübingen hielt Schweitzer einen Festvortrag zum 550. Gründungsjubiläum der Universität Leipzig.

Bernhard Schweitzer starb am 16. Juli 1966 in Tübingen.

Mehr Leipziger Persönlichkeiten

Leipziger Persönlichkeiten – David Schatz

Schloss Knauthain

Schloss Knauthain

David Schatz wurde 1667 oder 1668 in Dresden geboren. Schatz stammte aus armen Verhältnissen und erlernte in Dresden den Beruf des Gärtners. David Schatz gehörte zum Kreis um Matthäus Daniel Pöppelmann und pflegte gute Beziehungen zum sächsischen Hof Augusts des Starken.

Im Jahr 1700 kam David Schatz, möglicherweise auf Wunsch der Gebrüder Caspar und Georg Bose, nach Leipzig. Hier setzte Schatz sich als einer der führenden Leipziger Architekten des Barocks durch, gehörte jedoch nicht der Maurerinnung an. Im Gegensatz zu seinen zeitgenössischen Baumeistern in Leipzig arbeite David Schatz nicht nur in Leipzig und dessen Umgebung, sondern im gesamten mitteldeutschen Raum. David Schatz ließ sich von in Leipzig bereits wirkenden und anerkannten Baumeister Gregor Fuchs und Christian Döring nicht beeinflussen und entwickelte seinen eigenen Baustil.

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Leipziger Persönlichkeiten – Hans Hartung

Hans Hartung

Hans Hartung

Hans Heinrich Ernst Hartung wurde am 21. September 1904 in Leipzig geboren. Ab 1915 besuchte er das humanistische Gymnasium in Dresden. Bereits während seiner Schulzeit wandte sich Hans Hartung der gegenstandslosen Darstellung zu und fertigte abstrakte Bilder aus Strichzeichnungen und Klecksen an. Nach seiner eigenen Darstellung verarbeitete er hierbei Eindrücke von Blitzen, die er als Kind bei Gewittern gemacht hatte.

1924 begann Hans Hartung ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Prägend waren für ihn die Werke von Wassily Kandinsky. 1925 wechselte Hartung für ein Studium der Malerei an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und die Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1928 setzte Hartung seine Studien bei dem Maler Max Doerner in München fort.

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Leipziger Persönlichkeiten – Walter Tiemann

Walter Tiemann

Walter Tiemann

Walter Tiemann wurde am 29. Januar 1876 in Delitzsch geboren. 1887 zog die Familie nach Leipzig, wo Walter Tiemann von 1886 bis 1893 das Königliche Gymnasium besuchte. 1894 begann Tiemann sein Studium an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1896 wechselte er nach Dresden, später folgte ein Studienaufenthalt in Paris.
1897 gewann Walter Tiemann einen Plakatwettbewerb für die sächsisch-thüringische Gewerbeausstellung. 1903 kehrte Walter Tiemann als Lehrer der Meisterklasse für Buchgewerbe, Illustration, freie und angewandte Grafik an die Leipziger Akademie zurück.

1907 gründete Tiemann mit Carl Ernst Poeschel die Janus-Presse, die erste deutsche Privatpresse der Buchkunstbewegung, für die er auch die Janus-Pressen-Schrift entwarf. Walter Tiemann war einer der gefragtesten Buchkünstler Deutschlands. Zahlreiche Verlage beauftragten ihn mit der Gestaltung von Bucheinbänden, Titeln, Vignetten und Illustrationen. 1914 fand in Leipzig die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik (Bugra) statt, an der Walter Tiemann als Juror mitwirkte. Der Inhaber der Leipziger Großbuchbinderei Max Enders engagierte 1911 Walter Tiemann als künstlerischen Leiter. Diese Position hatte Tiemann bis 1924 inne und war maßgeblich am Erfolg der Handbuchbinderei beteiligt.

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Leipziger Persönlichkeiten – Nikolai Trufanow

Nikolai Iwanowitsch Trufanow

Nikolai Iwanowitsch Trufanow

Nikolai Iwanowitsch Trufanow wurde am 15. Mai 1900 in Welikoje geboren. Er war aktiver Mitbegründer der Sowjetmacht nach der Oktoberrevolution in Russland 1917. Während des 2. Weltkriegs war Trufanow Befehlshaber eine Stoßarmee an der Front in Stalingrad und befehligte 1944 die Aktion zur Befreiung der ukrainischen Stadt Charkiw.

Im Juni 1945 wurde Nikolai Trufanow erster sowjetischer Stadtkommandant in Leipzig und setzte den Sozialdemokraten Erich Zeigner als Oberbürgermeister und den Kommunisten Kurt Roßberg als dessen Stellvertreter ein. Während Trufanows Amtszeit bis November 1945 setzte er die Beschlüsse der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland durch, darunter die Schaffung von Verwaltungsorganen, die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Gas und Strom, den Aufbau des Gesundheitswesens, die Wiederaufnahme der Produktion in Leipziger Betrieben und die Trümmerberäumung. Nikolai Trufanow betrieb die Wiedereröffnung der Universität Leipzig, setzte sich auch für das kulturelle Leben und die Wiederbelebung der Messe ein. 1975 wurde Trufanow die Ehrenbürgerschaft der Stadt Leipzig verliehen.

Nikolai Trufanow starb am 12. Februar 1982 in Charkiw.

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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Friedrich Goerdeler

Goerdeler-Denkmal Leipzig

Goerdeler-Denkmal Leipzig

Carl Friedrich Goerdeler wurde am 31. Juli 1884 in Schneidemühl, Provinz Posen, geboren. Der Sohn aus einer preußischen Beamtenfamilie ging 1911 in die Kommunalpolitik und war von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister von Leipzig. In den 1920er Jahren war Goerdeler mehrfach als Reichskanzler im Gespräch. 1931/32 und 1934/35 hatte er das Amt des Reichskommissars für Preisüberwachung inne.

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Leipziger Persönlichkeiten – Albert Geutebrück

Albert Geutebrück

Albert Geutebrück

Albert Geutebrück wurde am 6. Januar 1801 in Gotha geboren. Die Familie eines Gothaer Kammerrentmeisters zog 1804 nach Altenburg. 1818 schrieb sich Geutebrück an der Universität Leipzig zum Jura- und Philosophiestudium ein, folgte aber kurz darauf seinen künstlerischen Neigungen und lernte an der Leipziger Kunstakademie. 1823 trat Albert Geutebrück die Nachfolge seines Lehrers Carl August Benjamin Siegel an. 1823 wurde Geutebrück Lehrer und Leiter der Abteilung für Baukunst an der Leipziger Kunstakademie, der späteren Königlich-Sächsischen Baugewerkenschule.

Augusteum und Paulinerkirche vor 1890

Augusteum und Paulinerkirche vor 1890

Albert Geutebrück war außerdem Universitätsbaumeister und zeitweise von 1827 bis 1848 Stadtbaudirektor in Leipzig. Sein erstes Bauwerk in Leipzig schuf Albert Geutebrück im Auftrag von Johann Heinrich Sander an der Stelle der 1825 abgerissenen Rannischen Badestube, nach dem einstigen Vorbesitzer des Geländes im 16. Jahrhundert, Tiburtius Blumenberg, Haus Großer Blumenberg genannt (1832 fertiggestellt). Auffällig ist die Ähnlichkeit des Hauses mit dem Entwurf Geutebrücks für das ein paar Jahre später vollendete Augusteum der Universität Leipzig.

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Leipziger Persönlichkeiten – Kurt Thomas

Kurt Thomas

Kurt Thomas

Kurt Thomas wurde am 25. Mai 1904 in Tönning geboren. In Lennep im Bergischen Land besuchte Thomas von 1913 bis 1922 das Röntgen-Gymnasium und studierte anschließend an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften und Musik. Nach seinem Studium arbeitete Kurt Thomas als Dozent für Musiktheorie am Landeskonservatorium der Musik zu Leipzig. 1927 erhielt Thomas für sein Opus 1 „Messe in a-Moll“ den Beethovenpreis der Preußischen Akademie der Künste.

1928 wurde Kurt Thomas Kompositionslehrer und Leiter der Kantorei des Kirchenmusikalischen Instituts Leipzig. 1934 bis 1939 war Thomas Professor für Chorleitung an der Akademischen Hochschule für Musik in Berlin.

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Leipziger Persönlichkeiten – Christian Fürchtegott Gellert

Christian Fürchtegott Gellert

Christian Fürchtegott Gellert

Christian Fürchtegott Gellert wurde am 4. Juli 1715 in Hainichen geboren. Als fünfter Sohn einer Pastorenfamilie wuchs Gellert in ärmlichen Verhältnissen auf. Ab 1729 besuchte er die Fürstenschule St. Afra in Meißen.

1734 kam Christian Fürchtegott Gellert an die Universität Leipzig zum Studium der Theologie und Philosophie. 1739 musste er das Studium aus Geldmangel für ein Jahr unterbrechen. Sein ein erster Versuch, als Prediger aufzutreten, scheiterte an seiner Schüchternheit. Gellert hielt sich mit Privatstunden und der Erziehung junger Adliger über Wasser und machte sich mit französischer und englischer Literatur vertraut. 1744 konnte Gellert sein Studium abschließen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Rauchwarenhändlerfamilie Thorer

Theodor Thorer

Theodor Thorer

Theodor Thorer wurde am 26. Juni 1828 in Görlitz geboren. Die Tradition der Kürschnerei reicht bei der Familie Thorer weit zurück. Im Kirchenbuch der Stadt Gera befindet sich ein Eintrag vom 10. August 1618 über die Vermählung des Kürschnermeisters Hans Georg Thorer mit Katharina Puschel.

Theodor Thorer war Sohn von Ernst Friedrich Thorer, geboren am 20. März 1799, gestorben am 1. Juli 1878, sein Großvater war der Görlitzer Kürschnermeister Tobias Friedrich Thorer, geboren am 21. April 1732 in Gera, gestorben am 22. Mai 1800 in Görlitz.

Theodor Thorer, ältester Sohn, übernahm 1853 das väterliche Kürschnergeschäft in Görlitz – das bedeutendste Geschäft am Platz, und versorgte auch die Kürschner der Gegend mit Rauchwaren.

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Leipziger Persönlichkeiten – Christian Bernhard Tauchnitz

Christian Bernhard Tauchnitz

Christian Bernhard Tauchnitz

Christian Bernhard Tauchnitz, ab 1860 Freiherr von Tauchnitz, wurde am 25. August 1816 in Schleinitz bei Naumburg geboren. Sein Onkel, Carl Christoph Traugott Tauchnitz, eröffnete 1796 eine Buchdruckerei in Leipzig und erweitere sein Geschäft zwei Jahre später um einen Verlag.

Er veröffentlichte griechische und lateinische Klassiker in preiswerten Stereotypie-Ausgaben. Christian Bernhards Cousin, Carl Christian Philipp Tauchnitz, Sohn von Carl Christoph Traugott Tauchnitz, führte den Verlag zunächst weiter und verkaufte ihn dann schrittweise ab 1844.

Christian Bernhard Tauchnitz besuchte die Erziehungsanstalt für Knaben aus den höheren Ständen Wackerbarths Ruh in Lößnitz bei Dresden. In Leipzig machte er eine Ausbildung zum Buchhändler in der Kayserschen Buchhandlung und trat in die Firma seines Onkels Carl ein.

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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Gregor Fuchs

Romanushaus am Brühl in Leipzig

Romanushaus am Brühl in Leipzig

Johann Gregor Fuchs wurde 1650 vermutlich in Ortrand geboren. Über sein frühes Leben ist wenig bekannt. Vermutlich erhielt er seine bauhandwerkliche Ausbildung in Dresden. 1679 wurde Fuchs Bürger der Stadt Dresden, 1692 sächsischer Hofbaumeister und Landwerkmeister. Über die Arbeiten von Johann Gregor Fuchs in Dresden ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass er spätestens seit den 1690er Jahren zu den etablierten Baumeistern der Stadt zählte.

Seine guten Beziehungen zum Dresdener Hof und sein Netzwerk zu Handwerkern, Baumeistern und Architekten nutzten Fuchs sein Leben lang. Am 6. Dezember 1700 wurde Johann Gregor Fuchs vom Rat der Stadt Leipzig zum Ratsmaurermeister gewählt – ein Wunsch des Kurfürsten Friedrich August I.. August der Starke beabsichtigte, seinen Einfluss in der Handelsstadt Leipzig zu vergrößern und das Leipziger Stadtbild nach dem Vorbild Dresdens zu gestalten.

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Leipziger Persönlichkeiten – Peter Dybwad

Peter Dybwad vor dem im Bau befindlichen Reichsgericht in Leipzig

Peter Dybwad vor dem im Bau befindlichen Reichsgericht in Leipzig

Peter Dybwad wurde am 17. Februar 1859 in Kristiana (Oslo) geboren. Nach dem Architekturstudium an der Königlichen Bauakademie in Berlin gewann Dybwad 1884 zusammen mit Ludwig Hoffmann den Wettbewerb für den Bau des Reichsgerichts in Leipzig.

Ab 1895 war Peter Dybwad Architekt in Leipzig. Sein Atelier befand sich im Gebäude Burgstraße 1 bis 5, dass er geplant hatte. Sein Wohnhaus baute sich Peter Dybwad in der Ferdinand-Rhode-Straße 32. Dybwad, der den Titel Kaiserlicher Baurat führte, starb am 13. Oktober 1921 in Leipzig.

Zu den Bauten Peter Dybwads in Leipzig gehören:

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Leipziger Persönlichkeiten – Heinrich Uhlendahl

Portal der Deutschen Bücherei in Leipzig

Portal der Deutschen Bücherei in Leipzig

Heinrich Uhlendahl wurde am 4. März 1886 in Borbeck geboren. Der Sohn eines Eisenbahnstationsassistenten besuchte das Königliche Gymnasium in Neuss. Uhlendahl studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten in Berlin und Münster und bestand 1914 das philologische Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen. Seine Militärzeit als Feldartillerist im 1. Weltkrieg prägte Heinrich Uhlendahl. Im. Januar 1919 begann Uhlendahl ein Volontariat an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin.

1920 bestand Heinrich Uhlendahl seine bibliothekarische Fachprüfung und wurde Bibliotheksassistent. Er stieg zum Bibliotheksrat auf und wurde 1923 Assistent des Direktors. Ab 1924 leitete Uhlendahl die Deutsche Bücherei in Leipzig und baute das System der Deutschen Nationalbibliografie auf, ein Verzeichnis des möglichst vollständig gesammelten Schrifttums der deutschsprachigen Länder.

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Leipziger Persönlichkeiten – Camillo Ugi

Camillo Ugi (rechts) mit der Deutschen Nationalmannschaft 1912

Camillo Ugi (rechts) mit der Deutschen Nationalmannschaft 1912

Camillo Ugi wurde am 21. Dezember 1884 in Leipzig geboren. 1898 wurde Ugi Mitglied des Allgemeinen Turnvereins (ATV) Leipzig, 1902 des Leipziger Ballspiel-Clubs (LBC) und 1905 des VfB Leipzig. Als 19jähriger wurde Camillo Ugi erstmals Stürmer in der Mitteldeutschen Fußballauswahl.

Mit dem VfB Leipzig wurde Ugi deutscher Fußballmeister, 1911 Vizemeister. 1912 nahm Camillo Ugi am Olympia-Fußballturnier in Stockholm teil. Als Nationalspieler hatte Ugi 15 Einsätze, neun Mal war er Spielführer der deutschen Nationalmannschaft. 1920 beendete Camillo Ugi seine Sportlerlaufbahn beim VfB Leipzig. Er arbeitete danach in der Fa. Nitschke AG Kinematographen und nach dem 2. Weltkrieg beim VEB Medizintechnik Leipzig. Seit 1965 war Ugi Ehrenmitglied beim 1. FC Nürnberg.

Camillo Ugi starb am 9. Mai 1970 in Markkleeberg.

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Camillo_Ugi#/media/Datei:Football_at_the_1912_Summer_Olympics_-_German_squad.jpg

Leipziger Persönlichkeiten – Hanns Eisler

Gedenktafel für Hanns Eisler in Leipzig

Gedenktafel für Hanns Eisler in Leipzig

Hanns Eisler wurde am 6. Juli 1898 in Leipzig geboren. Der Sohn eines Philosophen und einer Handwerkertochter wuchs in Wien auf und studierte dort am Konservatorium. Zwischen 1919 und 1923 war Eisler Privatschüler von Arnold Schönberg.

Eisler war enger Weggefährte von Bertolt Brecht, mit dem er von Ende der 1920er Jahre bis zu dessen Tod persönlich und musikalisch verbunden war. Hanns Eisler hinterließ Klavier- und Orchesterwerke, eine Reihe kammermusikalischer Kompositionen, Bühnen- und Filmmusiken sowie über 500 Lieder, vom Arbeiterlied bis zum zwölftönig komponierten Kunstlied. Eisler entwickelte ab 1954 mit Jean Weidt die heute noch beliebten „Störtebeker-Festspiele“ in Ralswiek auf der Insel Rügen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Paul Wiedemann

Das Fürstenhaus in Leipzig 1895

Das Fürstenhaus in Leipzig 1895

Das Geburtsdatum von Paul Wiedemann ist nicht überliefert. Ab 1556 ist er in Leipzig nachweisbar als Polier und ab 1557 als Meister, künstlerischer Leiter und enger Mitarbeiter von Bürgermeister und Baumeister Hieronymus Lotter. Paul Wiedemann war am Bau des (Alten) Rathauses beteiligt und war verantwortlich für das Marktportal, das Tor zum großen Saal und den Pfeiferstuhl im Festsaal. Zwischen 1558 und 1568 war Wiedemann Ratsmaurer der Stadt Leipzig.

Paul Wiedemann schuf einen gesamten Komplex mit städtischen Versorgungseinrichtungen am Naschmarkt mit Fleischbänken, Brotbänken, Garküche, Salzhaus und Burgkeller (Bürgerkeller) Das Areal wurde 1906 für den Bau des Messehauses Handelshof abgerissen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Richard Tschammer

Ev.-Reformierte Kirche in Leipzig

Ev.-Reformierte Kirche in Leipzig

Richard Tschammer wurde am 6. Januar 1860 in Gera geboren. Richard Tschammer betrieb gemeinsam mit Georg Weidenbach in Leipzig das Architekturbüro „Weidenbach und Tschammer“. Nach der Trennung von Georg Weidenbach arbeitete Tschammer seit 1920 mit Arno Caroli zusammen.

Richard Tschammer starb am 11. Dezember 1929 in Leipzig. Zu den den Bauten, die Richard Tschammer bis 1916 gemeinsam mit Georg Weidenbach plante, gehören:

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Leipziger Persönlichkeiten – Georg Weidenbach

Die russische Kirche in Leipzig

Die russische Kirche in Leipzig

Georg Weidenbach wurde am 1. Oktober 1853 in Dresden geboren. Der Schüler von Karl Weißbach in Dresden war spätestens 1886 in Leipzig tätig. Weidenbach arbeitete mit Anton Käppler und betrieb danach mit Richard Tschammer bis 1916 das erfolgreiche Architekturbüro „Weidenbach und Tschammer“.

Das bedeutendste Bauwerk, das Weidenbach und Tschammer in Leipzig realisierten, ist die Ausführungsplanung und die Bauleitung der Russischen Gedächtniskirche St. Alexi 1912/1913 nach dem Entwurf des St. Petersburger Architekten Wladimir Alexandrowitsch Pokrowski. 1913 waren Weidenbach und Tschammer Generalarchitekten der Internationalen Baufachausstellung (IBA) in Leipzig.

Georg Weidenbach war Stadtverordneter in Leipzig, Vorsitzender der Leipziger Vereinigung für öffentliche Kunstpflege, Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB) und im Bund Deutscher Architekten (BDA).

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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Carl Friedrich Dauthe

Schiff der Nikolaikirche

Schiff der Nikolaikirche

Johann Carl Friedrich Dauthe wurde am 26. September 1746 in Leipzig als Sohn Kaffeehauspächters geboren. Dauthe bekam Privatunterricht bei Adam Friedrich Oeser, studierte zuerst an der Universität Leipzig und danach Architektur an der Dresdner Kunstakademie bei Friedrich August Krubsacius. Oeser berief Johann Carl Friedrich Dauthe 1776 eigenmächtig als Lehrer für Architektur an die Leipziger Kunstakademie. Vorher war Dauthe seit 1773 als Amts-, Mühlen- und Wasserbaugeschworener sowie als kurfürstlicher Landfeldmesser tätig.

Von 1780 bis zu seinem Tod stand Johann Carl Friedrich Dauthe als erster Baudirektor im Dienst der Stadt Leipzig und war Mitglied in der Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Christian Döring

Die Döringschen Häuser in der Katharinenstraße um 1720

Die Döringschen Häuser in der Katharinenstraße um 1720

Christian Döring wurde am 18. September 1677 in Leipzig geboren. Der Maurergeselle erhielt 1705 seinen Meisterbrief und setzte ab 1708 eigene Planungen um. Ab 1740 war Christian Döring Ratsbaumeister in Leipzig. Mit seinen Bauten prägte Döhring in den 1720er Jahren das Bild von Leipzig.

Sein erster Bau war 1729 das Haus Kleine Fleischergasse 29 (nicht erhalten). In der Katharinenstraße baute Christian Döring für die Leipziger Kaufleute Schacher, Schellhafer und Peter Hohmann repräsentative Wohnhäuser, die Döringschen Häuser. Das Haus Katharinenstraße 12 für Prof. Dr. Polycarp Schacher aus dem Jahr 1717 wurde 1966 für den Sachsenplatz abgebrochen. Das Haus des Weinhändlers Johann Schellhafer (1714 bis 1717), das als Zimmermannsches Kaffeehaus bekannt ist und in dem Johann Sebastian Bach mit dem Collegium musicum auftrat, wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Das Haus des Bankiers Peter Hohmann Katharinenstraße 16 (1715 bis 1717), das wegen seiner reichen Ausstattung für die Beherbergung ausländischer Gäste genutzt wurde, wurde ebenfalls im 2. Weltkrieg zerstört.

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Leipziger Persönlichkeiten – Max Alfred Brumme

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs der Peterskirchgemeinde in Leipzig

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs der Peterskirchgemeinde in Leipzig

Max Alfred Brumme wurde am 19. Februar 1891 in Leipzig geboren. Der Sohn eines Buchbinders lernte den Beruf des Steinmetz und studierte Malerei und Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste in Dresden bei Karl Groß und Georg Wrba, anschließend setzte er seine Ausbildung zum Bildhauer bei Adolf Lehnert in Leipzig fort.

Seine Erlebnisse im 1. Weltkrieg versuchte Brumme in expressionistischen Grafiken und in literarischer Form zu verarbeiten.

Max Alfred Brumme unterrichtete an verschiedenen Kunstschulen und wurde 1927 freischaffender Künstler. In seinen Plastiken und Glasmalereien dominieren religiöse Themen. Brumme schuf zahlreiche Büsten, gestaltete Innenräume von Kirchen, Gefallenendenkmale und Grabmäler. In den 1930er Jahren bewohnte Max Alfred Brumme das Atelier von Will Howard in der Pölitzstraße 6 in Gohlis.

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Leipziger Persönlichkeiten – Julius Zeißig

Leipzig, Zentrum-West, Ev. Lutherkirche

Ev. Lutherkirche in Leipzig

Julius Zeißig wurde am 29. April 1855 in Großolbersdorf bei Zittau geboren. Nach dem Studium an der Staatsbauschule Zittau und der Wiener Baugesellschaft arbeitete Zeißig in Leipzig als Architekt für Kirchenbau.

Zu seinen Entwürfen in Leipzig gehören:

  • 1883 bis 1886: Lutherkirche im Bachviertel in Leipzig,
  • 1888: Umbau der ehem. Leipziger Bank, Klostergasse 3,
  • 1898 bis 1900: Diakonissenhaus in Leipzig,
  • 1891 bis 1893: Lukaskirche in Volkmarsdorf,
  • 1892 bis 1894: Restaurierung bzw. Umbau der Matthäikirche in Leipzig (im 2. Weltkrieg zerstört),
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Leipziger Persönlichkeiten – Lene Voigt

Lene Voigt

Lene Voigt

Lene Voigt wurde am 2. Mai 1892 in Leipzig geboren. Die Tochter eines Schriftsetzers absolvierte die Volksschule, machte eine Ausbildung als Kindergärtnerin und arbeitete dann u.a. für den Insel Verlag als kaufmännische Angestellte. 1914 heiratete Lene Voigt den Musiker Friedrich Otto Voigt. Nach der Scheidung der Ehe 1920 arbeitete Lene Voigt als freie Schriftstellerin. Der Tod ihres fünfjährigen Sohnes Alfred 1924 war ein schwerer Schicksalsschlag, konnte sie aber nicht vom Schreiben abbringen.

Ihre schon zu Lebzeiten große Popularität kam aus der sächsischen Mundart, in der Lene Voigt ihre Textsammlungen und Parodien schrieb. In den 1920er- und 1930er-Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden die Werke von Lene Voigt Gegenstand von Protesten und Schmähungen. Ihr wurde Verschandelung der deutschen Klassiker vorgeworfen – ihre Werke durften ab 1936 nicht mehr publiziert werden. Nach Ansicht von Gauleiter Martin Mutschmann galt die sächsische Sprache als unheldisch und Lene Voigt galt wegen ihrer Veröffentlichungen in linken Zeitschriften politisch als links. Sie schieb trotzdem gelegentlich noch für verschiedene Arbeiterzeitschriften.

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Leipziger Persönlichkeiten – Christian Ludwig Stieglitz

Christian Ludwig Stieglitz

Christian Ludwig Stieglitz

Christian Ludwig Stieglitz wurde am 12. Dezember 1856 in Leipzig geboren. Christian Ludwig Stieglitz´ Familie gehörte Stieglitzens Hof an der Westseite des Leipziger Markts (im 2. Weltkrieg zerstört). Sein Großvater, Christian Ludwig Stieglitz, und sein Vater, Christian Ludwig Stieglitz, waren Rechtsgelehrte. Christian Ludwig Stieglitz besuchte die Thomasschule und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, wo er 1784 promovierte. 1792 wurde Stieglitz Ratsherr in Leipzig, 1801 Stadtrichter und 1823 stellvertretender Bürgermeister.

Als Baumeister des Leipziger Rates war Stieglitz ab 1804 für die städtische Bauaufsicht verantwortlich. Christian Ludwig Stieglitz machte sich um die Erneuerung der damals als mustergültig angesehenen Leipziger Feuerordnung von 1810 verdient. 1808 wurde Stieglitz als korrespondierendes Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

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Leipziger Persönlichkeiten – Julius Ferdinand Blüthner

Julius Ferdinand Blüthner

Julius Ferdinand Blüthner

Julius Ferdinand Blüthner wurde am 11. März 1824 in Falkenhain bei Merseburg geboren. Der Sohn eines Tischlers lernte 1842 bis 1845 das Tischlerhandwerk und arbeitete in der Pianofortefabrik Hoelling & Spangenberg in Zeitz. 1853 gründete Blüthner in Leipzig eine Klaviermanufaktur, die durch die besondere Klangqualität der Instrumente Weltruf erlangte. 1873 wurden in dem Betrieb jährlich 1.000 Instrumente gebaut. Zur Jahrhundertwende war die Blüthnersche Manufaktur die größte Klavierfabrik Europas. Auf 86.000 m² Werksfläche bauten über 1.000 Mitarbeiter mehr als 5.000 Instrumente im Jahr.

Bedeutende Musiker, wie Franz Liszt, Peter Tschaikowski, Richard Wagner und Claude Debussy spielten auf Blüthner-Instrumenten. 1910 wurde der 55.000. Flügel auf der Weltausstellung in Brüssel präsentiert und mit einem Grand Prix ausgezeichnet.

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Leipziger Persönlichkeiten – Fritz Baedeker

Villa Baedeker in Leipzig

Villa Baedeker in Leipzig

Fritz Baedeker wurde am 4. Dezember 1844 in Koblenz geboren. Als jüngster von drei Söhnen des Autors und Verlegers Karl Baedeker führte er den Verlag seines Vaters ab 1869 bis zu seinem Tod 1925. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Koblenz studierte Baedeker ab 1863 an der Universität Heidelberg, wechselte aber an die Universität Berlin. Anschließend begann er eine Buchhändlerlehre in Genf.

1869 wurde er mit seinem Bruder Karl Teilhaber des Verlags seines Vaters Karl Baedeker. 1870 gaben sie die Buchhandlung ihres Vaters auf und verlegten den Sitz des Verlages 1872 nach Leipzig. Das Angebot konzentrierte sich auf den Verlag und die Erweiterung des Angebots an Reiseführern. 1878 übernahm Fritz Baedeker allein die Verlagsführung. 1909 wurde der Ehrendoktor der Universität Leipzig.

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Leipziger Architektur-Allerlei

Das Alte Rathaus in Leipzig - eines der schönsten Renaissancerathäuser Deutschlands

Das Alte Rathaus in Leipzig – eines der schönsten Renaissancerathäuser Deutschlands

2010 bin ich nach Leipzig gezogen. Davor war ich zwei, drei Mal im Jahr in der Stadt und wusste anfangs nicht, was ich mit der Stadt anfangen sollte. Eine schöne Stadt, ja. Aber soviel durcheinander bei den Häusern. Da ein Renaissancebau, dort eine prächtige Barockfassade, dazwischen Gebäude, bei denen ich nicht wusste, ist es nun Historismus oder Jugendstil, DDR-Bauten und moderne Neubauten. Ein kunterbuntes Sammelsurium, Leipziger Allerlei eben.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich genau das als das Besondere an der Stadt Leipzig erkannt habe. Und ich musste mich auch in die Stadtgeschichte vertiefen.

Leipzig, das ist die Stadt des Handels, der Messe, der des Pelzgewerbes. Leipzig ist aber auch die Stadt der Kriege, der Zerstörung. All das hat das Stadtbild über Jahrhunderte geprägt. Aus der mittelalterlichen Stadt wurde im 16. Jahrhundert eine prächtige Renaissancestadt – Altes Rathaus, Alte Waage und einige Bürgerhäuser in der Hainstraße künden von der ersten Blütezeit der Stadt.

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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Heinrich Am Ende

Johann Heinrich Am Ende

Johann Heinrich Am Ende

Johann Heinrich Am Ende wurde am 24. August 1645 in Pirna als Sohn eines Ratsherrn geboren. In Leipzig ist Am Ende erstmals 1682 nachweisbar.

Er erhielt den Auftrag für eine umfangreiche Plafondmalerei in der Handelsbörse am Naschmarkt (im 2. Weltkrieg zerstört). Johann Heinrich Am Ende war erfolgreicher Portraitmaler, von ihm stammt u.a. das Portrait des Bauernastronomen Christoph Arnold. Johann Heinrich Am Ende starb am 25. April 1695 in Leipzig.

Mehr Leipziger Persönlichkeiten.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_am_Ende

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs der Peterskirchgemeinde in Leipzig (Zentrum-Süd, Musikviertel, Stadt Leipzig)

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs der Peterskirchgemeinde in Leipzig

Das Zentrum-Süd ist ein Ortsteil der Großstadt Leipzig im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße, der Parthe und der Luppe. Das Zentrum-Süd schließt sich südlich und südwestlich an die Innenstadt von Leipzig an zwischen dem Neuen Rathaus, dem Südplatz, dem Elsterflutbett und dem Bayrischen Bahnhof. weiterlesen »

Wohnhaus Paul-Gruner-Straße 42 Leipzig (Zentrum-Süd, Stadt Leipzig)

Wohnhaus Paul-Gruner-Straße 42 Leipzig

Das Zentrum-Süd ist ein Ortsteil der Großstadt Leipzig im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße, der Parthe und der Luppe. Das Zentrum-Süd schließt sich südlich und südwestlich an die Innenstadt von Leipzig an, zwischen Neuem Rathaus und Südplatz, Bayrischem Bahnhof und Clara-Zetkin-Park. weiterlesen »

Leipziger Persönlichkeiten – Abraham Adler

Abraham Adler

Abraham Adler

Abraham Adler wurde am 10. Juni 1850 in Schwebheim (Bayern) geboren. Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns studierte zunächst am Lehrerseminar in Würzburg, dann an der Königlich-Technischen Hochschule in München. Adler kam 1873 als Lehrer für Volkswirtschaft, Handelslehre und kaufmännisches Rechnen an die Öffentliche Handelslehranstalt Leipzig. Nach seiner Promotion an der Universität Leipzig wurde er einer der Vizerektoren. Mit der Gründung der Handelshochschule Leipzig 1898 wurde Adler stellvertretender Studiendirektor und von 1912 bis 1922 Studiendirektor.

Abraham Adler reformierte ab 1910 das gesamte Fortbildungswesen für Kaufleute in Sachsen. Er gründete das Handelslehrerseminar und war dessen Direktor. Max Abraham war von 1915 bis 1922 Vorsteher der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig. 1916 wurde Adler zum Geheimen Hofrat ernannt.

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Gohlis – vom Bauerndorf zum mondänen Wohnort

Rundgang durch den alten Ortskern von Gohlis

Das Gohliser Schlösschen

Das Gohliser Schlösschen

„Wem´s zu wohl ist, der wohnt in Gohlis“. Dieser Spruch, der schon aus dem 18. Jahrhundert stammt, zeigt, welchen Stellenwert das Dorf Gohlis früher hatte und welchen Stellenwert der Stadtteil Gohlis-Süd bis heute hat.

Bis in das 19. Jahrhundert bestand Gohlis aus einer Straße mit 40 bis 50 Häusern, 1834 lebten hier 629 Menschen. 1890 war das Dorf zu einer Landgemeinde mit knapp 20.000 Einwohnern herangewachsen.

Die rasante Entwicklung setzte ab etwa 1870 an der Halleschen Straße (heute Georg-Schwarz-Straße) ein mit dem Bau einer Actienbrauerei und den Bleichert-Werken. Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen wirkte sich die industrielle Entwicklung in Gohlis weniger aus, vor allem Handwerker und Kleinbetriebe siedelten sich hier an. Gohlis blieb der Wohnort, vor allem für das Bürgertum. Gohlis entwickelte sich zunächst nach Norden, erst um 1900 begann die Bebauung an der Gohliser Straße und den angrenzenden Gebieten. Anfang der 1930er Jahre hatte Gohlis 55.000 Einwohner.

1990 befanden sich 80% der historischen Wohngebäude in Gohlis ein einem schlechten Zustand.

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Portal Thüringer Hof Leipzig (Stadt Leipzig)

Portal Thüringer Hof Leipzig

Leipzig ist eine Großstadt im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße, der Parthe und der Luppe. Das Portal des Thüringer Hofes befindet sich in der Burgstraße in Leipzig. weiterlesen »

Denkmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs auf dem Friedhof Leutzsch (Stadt Leipzig)

Denkmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs auf dem Friedhof Leutzsch

Leutzsch ist ein Ortsteil der Großstadt Leipzig im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leutzsch liegt an der Luppe im nordwestlichen Stadtgebiet von Leipzig, ca. 6 km vom Zentrum Leipzigs entfernt. weiterlesen »

Das Zentrum-West in Leipzig – Zwischen barocker Gartenplanung und sozialistischem Plattenbau

Wohnhaus Ferdinand-Lasalle-Straße 8 Leipzig

Wohnhaus Ferdinand-Lasalle-Straße 8 Leipzig

Das heutige Zentrum-West in Leipzig umfasst die Westvorstadt und das Bachviertel. Bis in das 18. Jahrhundert war der Bereich westlich der Altstadt von Leipzig eine sumpfige Aue zwischen Pleiße und Weißer Elster. Entlang der Pleiße standen die Barfuß-, die Thomas- und die Nonnenmühle, an einem Seitenarm der Weißen Elster die Angermühle.
Die mittelalterliche Fernhandelsstraße Via Regia führte durch diese Sumpflandschaft, heute der Verlauf der Jahnallee und des Ranstädter Steinwegs. Bereits im Mittelalter fanden Flussregulierungsmaßnahmen statt, so entstanden der Elstermühlgraben und der Pleißemühlgraben, die das Zentrum-West heute an zwei Seiten umfließen.

Bereits im Mittelalter war die Via Regia im Bereich des Ranstädter Steinwegs von zwei Häuserreihen gesäumt – die Mühlgrabensiedlung und neben der Jacobskapelle das Jacobsviertel oder Jacobsparochie. Hinzu kam das 1295 erstmals erwähnte Naundörfchen. Aus diesen Siedlungen entstand im 12. Jahrhundert die Ranstädter Vorstadt oder Rannische Vorstadt, die an der heutigen Leibnizstraße durch das Äußere Rannische Tor abgeschlossen wurde. In der Rannischen Vorstadt wohnten, wegen der beiden Mühlgräben, vor allem Fleischer, Gerber, Färber und Fischer.

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40 Jahre Neues Gewandhaus zu Leipzig

Das Neue Gewandhaus Leipzig am Augustusplatz

Das Neue Gewandhaus Leipzig am Augustusplatz

Am 08. Oktober 1981, 37 Jahre nach der Zerstörung des Alten Gewandhauses, bekam das weltbekannte Gewandhausorchester zu Leipzig endlich sein neues Domizil am Augustusplatz.

Zu verdanken ist das Gebäude dem damaligen Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, der sich vehement für den Neubau eines reinen Konzerthauses für sein Weltklasseorchester einsetzte.

Der Grundstein für den Neubau wurde am 8. November 1977 am Standort des im 2. Weltkrieg zerstörten Bildermuseums an der Südseite des Augustusplatzes (damals Karl-Marx-Platz) gelegt. Das Gewandhaus ist der erste und einzige Neubau einer reinen Konzerthalle in der DDR, in anderen Städten wurden multifunktionale Bauten errichtet, wie z.B. der Kulturpalast in Dresden, das Haus der Kultur in Gera oder die Stadthalle in Karl-Marx-Stadt. Chefarchitekt war der Leipziger Rudolf Skoda, der die Planung in einem Kollektiv mit Eberhard Göschel, Volker Sieg und Winfried Sziegoleit erarbeite, basierend auf der von Horst Siegel und Rudolf Skoda erarbeiteten städtebaulich-architektonischen Konzeption.

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Passage Kleiner Joachimsthal Leipzig (Stadt Leipzig)

Passage Passage Kleiner Joachimsthal Leipzig

Leipzig ist eine kreisfreie Großstadt im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße und der Parthe. Die Passage Kleiner Joachimsthal befindet sich in der Innenstadt von Leipzig und verbindet die Kleine Fleischergasse mit der Hainstraße. weiterlesen »

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs Mühlau (bei Chemnitz)

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs Mühlau

Mühlau ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde im Westen des Landkreises Mittelsachsen. Mühlau nordwestlich von Chemnitz (ca. 20 km), zwischen Chemnitz und Altenburg (ca. 31 km). weiterlesen »

100 Jahre Altes Messegelände Leipzig

Das Doppel-M - Logo der Leipziger MesseIm Jahr 1895 fand in Leipzig die erste Mustermesse der Welt statt. Die Händler brachten nun nicht mehr alle Waren zur Messe, sie brachten nur noch ein Ausstellungsstück mit, der Kunde konnte sich das anschauen, bestellen und die Ware wurde zu ihm nach Hause geliefert. Möglich geworden war das durch die industrielle Massenproduktion, die Eisenbahn und die Verbesserung des Postwesens. Der Übergang zur Mustermesse brachte in Leipzig einen neuen Gebäudetyp hervor, den Messepalast. 1893 begann der Bau des ersten Mustermessehauses der Welt, des Städtischen Kaufhauses. Bis zum 1. Weltkrieg entstanden in Leipzig über 30 solcher Messehäuser neuen Typs.

Der Platz reichte trotzdem nicht aus, zeitweise wurden auch das Alte Rathaus, die Universität und Museen genutzt. Leipzig konnte so seine Vormachtstellung im Bereich der Konsumgütermesse in Europa festigen. Zum führenden Messeplatz der Produktionsmittelindustrie wurde Leipzig mit der Technischen Messe und Baumesse, die 1918 zum ersten Mal stattfand.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Klassische Moderne

Bauen zwischen den Weltkriegen in Leipzig

Neues Grassimuseum Leipzig, Fassade Querbau

Neues Grassimuseum Leipzig

Das Bauen der Zwanziger Jahre findet nicht zwischen 1920 und 1929 statt, es beginnt vor dem 1. Weltkrieg und endet nicht 1933. Was als das Bauen der Zwanziger Jahre bezeichnet wird, hat seine Ursprünge weit vor dem 1. Weltkrieg, in den Bauten von Henry van de Velde oder den Ideen des Deutschen Werkbundes beispielsweise. Die Ideen jener Zeit wirken weit bis in das 20. Jahrhundert hinein und prägen bis heute die Formensprache der Architektur.

Die gesellschaftliche und politische Verwirrung nach dem verlorenen 1. Weltkrieg in Deutschland führte zu einem Neubeginn beim Bauen. Die Architekten standen vor der Frage, in welcher Formensprache sie nun bauen sollten, auch angesichts gewaltiger Aufgaben, vor allem im Wohnungsbau. Einigkeit herrschte nicht. Henry van de Velde hatte propagiert, dass Architektur ein Gesamtkunstwerk sein müsse. Hermann Muthesius vom Deutschen Werkbund hingegen forderte die Ausrichtung der Bau- und Produktgestaltung auf die Parameter der industriellen Produktion.

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Leipziger Persönlichkeiten – Oscar Brandstetter

Oscar Brandstetter

Oscar Brandstetter, ein Leipziger Unternehmer und Verleger, wurde am 7. März 1846 in Leipzig geboren und starb am 15. Juli 1915 in Leipzig.
Friedrich Garbrecht gründete am 1. Mai 1862 in Leipzig die „Anstalt für Notenstich und Notendruck, Lithographie und Steindruck“. Bereits im Jahre 1844 kaufte Friedrich Brandstetter den Einhorn-Verlag in Leipzig, und seit diesem Zeitpunkt besteht die Verbindung des Namens Brandstetter mit dem Verlagswesen.

Oscar Brandstetter erwarb 1880 die Firma und vollzog die Namensänderung. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Firma zu einem grafischen Großbetrieb mit bei Ausbruch des 2. Weltkrieges über 1500 Mitarbeitern.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Klassizismus

Das Haus Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz

Das Haus Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz

Das Zeitalter des Klassizismus beginnt um 1760, in Deutschland etwas später. Im 18. Jahrhundert galt der Klassizismus als Gegenmodell zum Barock – Vereinfachung der Formen, Geradlinigkeit, Schlichtheit, klare Formen und eine Anlehnung an klassisch-antike Vorbilder.

Das ausklingende Zeitalter des Absolutismus, das aufstrebende Bürgertum, Bildung und Aufklärung machten nicht nur eine neue Ausdruckssprache der Architektur notwendig, sie forderten auch nach neuen Bautypen. Schulen, Museen, Theater und Bahnhöfe wurden nun im neuen Stil errichtet.

Schinkelportal im Hof der Universität Leipzig

Schinkelportal im Hof der Universität Leipzig

Das Bild der Innenstadt von Leipzig wandelt sich in dieser nur wenig. Die Schrecken der Völkerschlacht 1813 wirkten noch lange nach. Ab 1830 wächst die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus. Wohnungen waren Mangelware. Und so entstehen in Leipzig nur wenige Großbauten, dafür ganze Wohnviertel. Die Westvorstadt, Friedrich- und Marienstadt, die Neustadt, das Seeburgviertel und das Waldstraßenviertel seien hier genannt. Die beginnende Industrialisierung lässt auch die kleinen Dörfer vor der Stadt wachsen. Prestigebauten, die an antike Tempel erinnern, sucht man in Leipzig vergebens. Es ist eher der zurückhaltende klassizistische Wohnungsbau, der in der Stadt zu finden ist.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Historismus

Justizpalast Leipzig

Justizpalast Leipzig

Mit Gründung des Deutschen Reiches und der Industrialisierung setzt sich in Deutschland ein neuer Baustil durch, der Historismus. Rückbesinnung auf die Baukunst des Mittelalters, Renaissance, Barock, Rokoko wurden belebt und in neuer Formenvielfalt an die Fassaden gebracht. Neue Technologien und Baustoffe setzten sich durch und neue Transportmöglichkeiten verhalfen zu ihrer Verbreitung.

Die schnell anwachsende Bevölkerung brauchte Wohnraum, die Industrie brauchte Werkhallen, die Gesellschaft brauchte neue Gebäude – Kirchen, Schulen und Verwaltungsbauten. Das Zeitalter des Historismus prägt die Stadt Leipzig. Mit Erfindung der Mustermesse kam ein ganz neuer Bautypus auf – das Mustermessehaus. Ausgehend von der Schinckelschen Bauakademie in Berlin entstanden Fabrikbauten in bis dahin nicht gekannter Größe. Für Arbeiter und die Mittelschicht entstanden große Wohngebiete, die Gründerzeitviertel, die in Leipzig zu den größten und schönsten in Deutschland gehören. Der Formenmix führte um 1890 schließlich zum Eklektizismus, bei dem alles an die Fassade gebracht wurde, was zur Verfügung stand.

Ab ca. 1890 setzt sich auch der Jugendstil in Deutschland durch. Oft wurden Historismus und Jugendstil vermischt. In Leipzig hatte es der Jugendstil schwer. Die Leipziger Architekten entwickelten eine eigene Formensprache, den gemäßigten Historismus. Betonung der Vertikalen, teils monumentale Fassadengestaltungen mit Säulen und große Fensterflächen prägen die Großbauten in Leipzig ab etwa 1900.

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Architektur der Jahrhunderte in Leipzig – Renaissance

Altes Rathaus Leipzig

Altes Rathaus Leipzig

Renaissance – die Zeit der „Wiedergeburt“ – markiert die erste Blütezeit der Stadt Leipzig. Mit der Verleihung des Messeprivilegs 1497 begann der Aufstieg zur europäischen Messestadt. Das zweite Große Berggeschrey im Erzgebirge Ende des 15. Jahrhunderts und der damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung Sachsen taten ihr Übriges dazu. Um 1500 beginnt sich das das Bild der Stadt Leipzig zu wandeln. Prächtige Bürgerhäuser, Handelshöfe und öffentliche Bauten prägen nun das Stadtbild. Einige dieser Bürgerhäuser blieben erhalten, wurden z.T. im Barock umgebaut. Die bedeutendsten Vertreter aus der Zeit der Renaissance in Leipzig sind das Alte Rathaus und die Alte Waage.

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255. Geburtstag der Leipziger Zeichenakademie

Das Amtshaus am Thomaskirchhof um 1890

Das Amtshaus am Thomaskirchhof um 1890

Am 06.Februar 1764 wurde die Leipziger „Zeichenakademie“ gegründet. Erster Direktor wurde der 1717 in Preßburg geborene Maler und Bildhauer Adam Friedrich Oeser. Pate der Zeichenakademie war Prinz Xaver von Sachsen.
Die Zeichenakademie, die der Kunstakademie in Dresden unterstellt war, wurde im Herbst 1764 im Amtshaus eröffnet. Im Sommer 1765 zog die Akademie aus den engen Räumen in den Westflügel der Pleißenburg um. Um 1800 wurde die Akademie erweitert und umbenannt in „Zeichnungs-, Malerey- und Architectur-Academie“.

1835 führte sie den Namen „Akademie der bildenden Künste“. Ein Direktor, ein Lehrer für Architektur und zwei Lehrer für die freie Handzeichnung unterrichteten die Schüler kostenlos.

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Gedenkstein 2. Weltkrieg Erdmannshain (bei Leipzig)

Gedenkstein 2. Weltkrieg Erdmannshain

Erdmannshain ist ein Ortsteil der Stadt Naunhof im Norden des Landkreises Leipzig. Erdmannshain liegt an der Parthe, südöstlich von Leipzig (ca. 18 km) zwischen Leipzig und Grimma (ca. 14 km). weiterlesen »

Das Waldstraßenviertel in Leipzig – Historismus in seiner schönsten Form

Wohnhaus Tschaikowskistraße 31 LeipzigDas Waldstraßenviertel, nordwestlich der Innenstadt von Leipzig, ist eines der schönsten Gründerzeitviertel in Deutschland. Im 2. Weltkrieg weitgehend verschont geblieben, kamen danach 40 Jahre DDR. Man kümmerte sich nicht um die Gebäude, sie verfielen. Ende der 1980er Jahre war der Zustand der Häuser im Waldstraßenviertel so schlecht, dass der Abriss bereits beschlossen war. Das Wohnquartier sollte verschwinden und mit Plattenbauten bebaut werden. Die Friedliche Revolution 1989 kam genau richtig. Die Stadt Leipzig hat eine Sanierungssatzung erlassen, nach der jedes historische Gebäude im Waldstraßenviertel originalgetreu wiederhergestellt werden musst. Heute stehen die meisten der Wohnhäuser aus der 19. und frühen 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz.

Geschichte

Italienische Villa Leipzig

Italienische Villa Leipzig

Das Gebiet des Waldstraßenviertels gehörte zur Sumpflandschaft der Leipziger Flüsse. Wald und Wiesen prägten das Gebiet. Die Via Regia, eine mittelalterliche Fernhandelsstraße, führte durch diese Sumpflandschaft, heute der Verlauf der Jahnallee und des Ranstädter Steinwegs. Iroschottische Missionare nutzten die Via Regia bereits im 7. Jahrhundert und gründeten mit der Jakobskapelle die erste Kapelle im späteren Stadtgebiet von Leipzig. Bereits im Mittelalter fanden Flussregulierungsmaßnahmen statt, so entstanden der Elstermühlgraben und der Pleißemühlgraben.

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200. Geburtstag von Dr. Carl Erdmann Heine

Der Leipziger Industriepionier

Dr. Ernst Carl Erdmann Heine 1880

Dr. Ernst Carl Erdmann Heine 1880

Vor zweihundert Jahren, am 10. Januar 1819, wurde Ernst Carl Erdmann Heine (Karl Heine) als Sohn des Besitzers des Rittergutes Neuscherbitz, Johann Carl Friedrich Heine, und dessen Frau Christiana Dorothea, geborene Reichel, in Leipzig geboren. Nach Besuch der Thomasschule zu Leipzig studierte Heine Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Er promovierte 1843 mit einer Dissertation über die wirtschaftliche Nutzung von Wasserwegen und deren Ufer nach sächsischem Landesrecht und legte damit den Grundstein zu seinen Ideen zur wirtschaftlichen Entwicklung Leipzigs.

1842 übertrug ihm seine Mutter eine Generalvollmacht für Reichels Garten, vorher Apels Garten, westlich der Innenstadt. Nach dem Tode seines Großvaters kaufte Carl Heine die Anteile der anderen Erben an dem Anwesen, ließ es parzellieren und schrittweise bebauen. So entstand die heutige innere Westvorstadt von Leipzig.

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50 Jahre „Blechbüchse“

Ein Leipziger Wahrzeichen feiert Geburtstag

Die Blechbüchse am Richard-Wagner-Platz

Die Blechbüchse am Richard-Wagner-Platz

Wer Leipzig besucht, dem fällt eine Gebäude besonders auf – geschwungen, wie ein Flügel, eine Fassade aus Aluminium, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Die Leipziger Blechbüchse feiert Geburtstag.

Der Leipziger Architekt Emil Franz Hänsel kaufte 1907 ein Gebäude mit Grundstück am Brühl Nr. 1, bis dahin Eigentum der Familie Kees. Hänsel ließ die Bebauung abreißen, darunter auch den Gasthof „Zum roten und weißen Löwen“, das Geburtshaus des Komponisten Richard Wagner. Innerhalb nur eines Jahres ließ Hänsel ein siebengeschossiges Geschäftshaus errichten, in welchem die Fa. Messow & Waldschmidt 1908 das Kaufhaus Brühl G.m.b.H. offiziell eröffnete. 8.000 Quadratmeter umfasste die Verkaufsfläche und damit zählte das Kaufhaus am Leipziger Brühl zu den größten seiner Art in Mitteldeutschland.

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Das Paulinum Leipzig – die moderne Antwort auf 800 Jahre Stadtgeschichte

Augusteum und Paulinum am Augustusplatz Leipzig

Augusteum und Paulinum am Augustusplatz Leipzig

Leipzig hat eine neue Sehenswürdigkeit – das Paulinum, die Aula und Universitätskirche am Augustusplatz. Der Ort, an dem Universität und Paulinum stehen, atmet 800 Jahre Stadtgeschichte.

Alles begann im Jahr 1217. Markgraf Dietrich von Meißen wollte verhindern, das Leipzig Freie Reichsstadt wird. Er handelt einen Kompromiss mit den Leipziger aus, hintergeht sie, reißt ihre Stadtmauer ab und lässt drei Zwingburgen errichten – eine an der Stelle, an der heute die Universität steht.

Glücklich wurde Dietrich nicht, 1221 wird er von seinem Leibarzt vergiftet, die Leipziger sollen den Arzt dazu angestiftet haben. Die Burg wurde nicht mehr gebraucht, die Familie von Wahren, der das Gelände nun gehörte, wusste auch nichts damit anzufangen und übergab es einem Orden. 1231 begann am Platz neben dem Grimmaischen Tor der Bau einer Kirche durch den Dominikanerorden. Geweiht wurde die Paulinerkirche 1240.

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Erwacht das Astoria aus dem Dornröschenschlaf?

Das Hotel Astoria in der Leipziger Innenstadt

Das Hotel Astoria in der Leipziger Innenstadt

Seit mehr als 20 Jahren steht es verwaist in der Leipziger Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Westin – das Hotel Astoria. Einst das erste Haus am Platze, ist es heute ein Schandfleck im Stadtbild von Leipzig. Die Investoren gaben sich die Klinke in die Hand – gemacht hat bisher keiner etwas. Nun besteht Hoffnung.

Der jetzige Eigentümer INTOWN Property Management GmbH will das Haus zu neuem Leben erwecken. Anfang Mai 2018 stellten der Investor und die Stadt die Pläne vor, der Bauantrag ist eingereicht. Ende 2020 soll das Astoria als 4-Sterne-Plus-Hotel eröffnet werden. 250 Zimmer sollen dann Gäste aus aller Welt beherbergen.

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500 Jahre Reformation – wo Luther wohnte, trank und speiste ….

… und was die Häuser der Stadt Leipzig noch zu erzählen haben

Das Neue Rathaus - Standort der Pleißenburg

Das Neue Rathaus – Standort der Pleißenburg

Viele Gebäude, in denen Martin Luther lebte, speiste und wirkte, sind in Leipzig nicht erhalten geblieben. Es wurde viel und oft abgerissen in der Messestadt. Doch Luthers Spuren lassen sich auch heute noch in Leipzig finden.

In der Hainstraße, Hausnummer 16 bis 18, steht heute das Hotel de Pologne, ein stattlicher Bau aus dem 19. Jahrhundert. Eine Gedenktafel erinnert an einen der Vorgängerbauten, das Haus des Buchdruckers Melchior Lotter. Hier wohnten Martin Luther und seine Begleiter während der Leipziger Disputation.

Willkommen waren Luther und sein Gefolge in Leipzig nicht, jedenfalls nicht beim Klerus, dem Rat und der Universität. Sie wollten den Ketzer, den Aufwiegler und Störenfried nicht. Das Machtwort der Landesherren entschied – das Streitgespräch findet in Leipzig auf der Festung Pleißenburg statt. Basta!

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Brühl-Arcade Leipzig (Stadt Leipzig)

Brühl-Arcade Leipzig

Leipzig ist eine kreisfreie Großstadt im Nordwesten des Freistaats Sachsen. Leipzig liegt an der Weißen Elster, der Pleiße und der Parthe. Die Brühl-Arcade steht in der Innenstadt von Leipzig am Brühl, nahe dem Hauptbahnhof. weiterlesen »

500 Jahre Reformation – Luther in Leipzig

Luthers Spuren in Leipzig

Gedenktafel am Hotel de Pologne in Leipzig

Gedenktafel am Hotel de Pologne in Leipzig

Luther weilte im Sommer 1519 in Leipzig, um mit Dr. Johannes Eck, Vizekanzler der Universität Ingolstadt und erklärter Gegner Luthers, zu disputieren. Luther, Karlstadt und Melanchthon wohnten im Haus des Druckers Melchior Lotter. Lotter war einer der wichtigsten Verbreiter der Ideen Luthers. Zwischen 1518 und 1520 wurden über 40 Schriften Luthers in seiner Werkstatt gedruckt. An das Haus Lotters erinnert heute eine Gedenktafel am Hotel Pologne, Hainstraße 16-18.

Die Pleißenburg, der Ort der Leipziger Disputation, steht nicht mehr. An ihrer Stelle erhebt sich das Neue Rathaus. Der authentische Ort ist nicht mehr nachvollziehbar, aber mit ein bisschen Phantasie und einem Bild der alten Pleißenburg lässt sich erahnen, was sich im Jahr 1519 an dieser Stelle ereignete.

Im Mai 2017 wurde an der Ostseite des Neuen Rathauses eine Gedenkinschrift zur Leipziger Disputation mit Bildnissen von Luther und Eck eingeweiht.

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Burgen, Schlösser und Herrenhäuser entlang der Mulde

Exkursion zwischen Grimma und Rochlitz

Schloss Colditz an der Zwickauer Mulde

Schloss Colditz an der Zwickauer Mulde

Im Herbst 2016 startete die vierte Exkursion der Volkshochschule Leipzig an die Mulde. Ziel war das Muldedreieck, die Vereinigung der Freiberger Mulde und der Zwickauer Mulde zur Vereinten Mulde.

Acht kultur- und zeitgeschichtlich interssierte Exkursionsteilnehmer tauchten ein in die wettinische und deutsche Geschichtslandschaft an der Mulde in Sachsen. Organisiert und begleitet wurde die Tour von mir.

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Zentrum-Süd in Leipzig – zwischen wilhelminischer Pracht und städtebaulicher Neufindung

Der Südgiebel des Bundesverwaltungsgerichtes am Pleißemühlgraben

Der Südgiebel des Bundesverwaltungsgerichtes am Pleißemühlgraben

Der Stadtteil Zentrum-Süd der Stadt Leipzig setzt sich aus der Inneren Südvorstadt und dem Musikviertel zusammen.

Das südliche Zentrum von Leipzig erstreckt sich zwischen der Windmühlenstraße und dem Elsterflutbett, dem Martin-Luther-Ring und dem Südplatz. Es wird geprägt vom Glockenturm der Peterskirche, dem Bundesverwaltungsgericht und den Hochschulgebäuden und Villen im Musikviertel. Der Floßplatz und der Pleißemühlgraben sind Zeugnisse der frühen Industriegeschichte der Stadt Leipzig.

Geschichte

Villen an der Karl-Tauchnitz-Straße

Villen an der Karl-Tauchnitz-Straße

Die Innere Südvorstadt dürfte bereits seit dem späten Mittelalter bebaut gewesen sein. Erst Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Gelände des Musikviertels durch Ankäufe und Stiftungen in den Besitz des Rates der Stadt Leipzig. Nach der Trockenlegung des Geländes setzte die Bebauung relativ spät ab 1887 an der Beethovenstraße ein. Das Musikviertel war ein Wohnviertel mit luxuriösen Villen, prächtigen Wohnhäusern und Großbauten für die Justiz und Leipziger Hochschulen. Die Innere Südvorstadt weist die für Leipzig typische gründerzeitliche Wohnbebauung auf.

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Zum Tag des Offenen Denkmals 2016 …

… unterwegs zu Kirchen im östlichen Saalekreis

Die Kirche in Kötzschau

Die Kirche in Kötzschau

Zum Tag des Offenen Denkmals 2016 hab ich mich zu einer Radtour zu Kirchen im östlichen Saalekreis auf den Weg gemacht. Was ich erlebt habe, waren eindrucksvolle Bauwerke, wenig Interesse und zu guter Letzt doch noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.

Bei herrlichstem Spätsommerwetter begann meine Rundtour zu Kirchen im westlichen Saalekreis in Kötzschau. Die romanische Kirche in Kötzschau aus dem späten 12. Jahrhundert wurde in der Spätgotik umgebaut. Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor mit Maßwerkfenstern und das profilierte Stufenportal sind besonders sehenswert. Ich war allein in der Kötzschauer Kirche, keine Besucher, niemand, der mir zur Kirche etwas erzählen konnte. So radelte ich weiter nach Schladebach. In der romanischen Kirche probten einige Musiker und das Portal war mit einer Girlande geschmückt – vielleicht eine bevorstehende Feier? Ansonsten keine Besucher und keine Führung.

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Mit dem Rad durch den Landkreis Nordsachsen

Radtour durch Ostelbien – Teil 1 – Gemeinde Beilrode

Rittergut Last, Herrenhaus

Rittergut Last, Herrenhaus

Im Juni 2015 Juni eroberte ich den östlichen Teil des Landkreises Nordachsen. Als Ostelbien wurde bis zum Ende des 2. Weltkrieges die Region östlich der Elbe bis nach Ostpreußen bezeichnet. In der DDR wurde der Begriff vermieden, weil er mit dem politisch nicht gewollten adligen Großgrundbesitz und Rückgabeansprüchen der deutschen Ostgebiete in Verbindung gebracht wurde. Auch heute wird der Begriff Ostelbien kaum gebraucht, weil er geographisch nicht eindeutig ist und ein sehr großes Gebiet umfasst.

Mit dem Zug fuhr ich nach Torgau, überquerte die Elbe und begann meine Besichtigungstour am Fort Brückenkopf. Es entstand als östlich vorgelagertes Verteidigungsbauwerk der Festung Torgau. Nördlich des Forts Brückenkopf befindet sich die Lünette Zwethau, ebenfalls zur Verteidigung der Festung Torgau angelegt. Wer die Lünette Zwethau nicht unbedingt ansehen will, sollte gleich nach Kreischau fahren, da die Lünette schwer zugänglich ist.

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Rundgang durch das Zentrum-Südost – vom Bayrischen Bahnhof zur Alten Messe

Zentrum-Südost, Russische Kirche

Die russische Gedächtniskirche in Leipzig

Das Zentrum-Südost in Leipzig ist ein vielgestaltiger Stadtteil. Das Neue Grassimuseum mit dem Alten Johannisfriedhof und das Seeburgviertel gehören zum Zentrum-Südost, wie der Bayrische Bahnhof, das Universitätsklinikum, die Deutsche Nationalbibliothek und das Alte Messegelände. Der Friedenspark, der ehem. Neue Johannisfriedhof und der Botanische Garten der Universität Leipzig sind die grünen Lungen der südöstlichen Vorstadt.

Geschichte

Bayrischer Bahnhof in Leipzig

Bayrischer Bahnhof in Leipzig

Die ersten planmäßigen Stadterweiterungen südöstlich der Innenstadt von Leipzig entstanden im heutigen Seeburgviertel nach 1830. Mit der Eröffnung des Bayrischen Bahnhofs 1842 erfuhr die südöstliche Vorstadt eine nochmalige Erweiterung. Zwischen 1865 und 1891 erfolgte die erste Bebauung des Wissenschaftlichen Viertels.

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Kirchen und Kapellen in der Stadt Eilenburg (Landkreis Nordsachsen)

Eilenburg, Stadtkirche

Eilenburg, Stadtkirche

Eilenburg ist eine Große Kreisstadt im Südwesten des Landkreises Nordsachsen. Die Stadt Eilenburg setzt sich aus den folgenden Ortsteilen zusammen:

  • Behlitz,
  • Eilenburg (mit Eilenburg-Berg, Eilenburg-Mitte, Eilenburg-Ost, Kültzschau),
  • Hainichen,
  • Kämmereiforst,
  • Kospa,
  • Pressen,
  • Wedelwitz,
  • Zschettgau,

Durch die Stadt Eilenburg fließt die Vereinte Mulde. Eilenburg liegt am Rand der Dübener Heide. In der Stadt Eilenburg leben ca. 15.400 Menschen.

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1000 Jahre Leipzig – Die Stadtgeschichte auf Briefmarken

1000 Jahre Leipzig – im Jahr 2015 feiert die Messestadt die eintausendste Wiederkehr ihrer Ersterwähnung durch Bischof Thietmar von Merseburg. Die „urbe libzi“ – die Stadt der Linden – hat in ihrer 1000jährigen Geschichte Höhen und Tiefen erlebt. Von der ersten Siedlung, die Slawen um 900 in der sumpfigen Niederung zwischen Pleiße, Weißer Elster und Parthe anlegten bis zur Verleihung des Stadtrechtes im Jahr 1165 durch Markgraf Otto der Reiche von Meißen vergingen mehr als 200 Jahre. Der Aufschwung der Stadt begann im 15. Jahrhundert mit der Gründung der Universität 1409 und der Erhebung zur Reichsmessestadt 1497.

Leipzig war bis zum Ende des 2. Weltkrieges neben London der bedeutendste Platz der europäischen Pelzbranche. Als im Jahr 1825 der Börsenverein der Deutschen Buchhändler in Leipzig gegründet wurde, ist die Stadt bereits eines der Zentren des deutschen Buchhandels und Verlagswesens.

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Kirchen in der Stadt Markkleeberg (Landkreis Leipzig)

Gautzsch, Ev. Martin-Luther-Kirche

Gautzsch, Ev. Martin-Luther-Kirche

Markkleeberg ist eine Stadt im Nordwesten des Landkreises Leipzig. Die Stadt Markkleeberg besteht aus den Ortsteilen

  • Gaschwitz,
  • Gautzsch (Markkleeberg-West),
  • Großstädteln,
  • Markkleeberg-Ost,
  • Oetzsch (Markkleeberg-Mitte),
  • Raschwitz,
  • Wachau (mit Auenhain),
  • Zöbigker.

Im Gebiet der Stadt Markkleeberg lagen weiterhin die Ortsteile Cospuden, Prödel, Cröbern und Crostewitz, die durch den Braunkohleabbau abgerissen wurden, ebenso Teile von Markkleeberg-Süd. Durch die Stadt Markkleeberg fließt die Pleiße. In Markkleeberg leben ca. 24.000 Einwohner.

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Rundgang durch das Seeburgviertel in Leipzig

Edition Peters in der Talstraße

Edition Peters in der Talstraße

Das Seeburgviertel in Leipzig ist nach der mittig durch das Gebiet führenden Seeburgstraße benannt. Namenspatron ist Moritz Seeburg 1794 bis 1851), Leipziger Rechtsanwalt und Stadtrat. Ältere Namen des Seeburgviertels sind Neue oder auch Kleine Johannisvorstadt.

Das Seeburgviertel gehört zum Stadtteil Zentrum-Südost und wird begrenzt von der Goldschmidtstraße im Norden, der Stephanstraße im Osten, dem Universitätsklinikum/Windmühlenstraße im Süden und dem Rossplatz im Westen.

Geschichte

Neues Grassimuseum Leipzig

Neues Grassimuseum Leipzig

Die bauliche Entwicklung der Leipziger Ostvorstadt setzte bereits 1278 ein mit der Gründung des Johannishospitals und des Alten Johannisfriedhofs. Eine großflächige Bebauung des Seeburgviertels begann erst im 17. Jahrhundert. Bereits 1661 hatte Georg Ulrich Welsch, Vorsteher des Johannishospitals, an der heutigen Seeburgstraße Zinshäuser bauen lassen. Zwischen 1800 und 1809 kamen weitere 74 Häuser hinzu. 1831/1832 wurde auf Initiative von Stadtrat Seeburg die ehem. Sandgrube in die Kleingartenanlage Johannistal mit über 200 Parzellen umgewandelt.
Im Norden des Seeburgviertels befand sich seit Ende des 17. Jahrhunderts der Großbosesche Garten, später der Reimersche Garten. Ab etwa 1840 begannen Parzellierung und Bebauung des Gartens.

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Leipzig, Ortsteil Zentrum-Ost (Ostvorstadt) – Grafisches Viertel

Grafisches Viertel, Reclamkarree

Grafisches Viertel, Reclamkarree

Die bauliche Entwicklung der Ostvorstadt setzte bereits 1278 ein. Eine großflächige Bebauung des Gebietes begann aber erst im 17. Jahrhundert und erfuhr seinen Höhepunkt seit dem frühen 19. Jahrhundert, als viele grafische Betriebe ihren Sitz aus der Innenstadt nach Osten verlagerten. Die Ostvorstadt, die sich aus der Grimmaischen Vorstadt entwickelte, setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die die städtebauliche Entwicklung des Gebietes verdeutlichen. Die Ostvorstadt wird heute als Zentrum-Ost bezeichnet.

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