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Leipziger Persönlichkeiten – Gotthold Schwarz

Gotthold Schwarz

Gotthold Schwarz

Gotthold Schwarz wurde am 2. Mai 1952 in Zwickau geboren. Der Sohn des Kantors der Zwickau-Marienthaler Pauluskirche fand frühzeitig zur Musik. 1964 wurde Schwarz Mitglied des Leipziger Thomanerchors, aus dem ihn seine Eltern aber wegen starken Heimwehs nach einem Dreivierteljahr wieder herausnahmen.

Gotthold Schwarz absolvierte von 1968 bis 1971 eine Berufsausbildung als Buchhändler an der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig. Von 1971 bis 1973 machte Schwarz eine kirchenmusikalische Ausbildung an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden. Im September 1973 kam Gotthold Schwarz an die Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und studierte Orgel, Gesang und Dirigieren. Seine Diplomarbeit schrieb Schwarz bei Max Pommer über die Rhetorik in den Werken von Johann Sebastian Bach. Sein Hilfsdienstjahr als Kirchenmusiker absolvierte Gotthold Schwarz an der Katharinenkirche in Zwickau. Später arbeitete er im Rahmen privater Gesangsstudien u. a. mit Peter Schreier, Hermann Christian Polster und Helmuth Rilling.

Nach seinem Studium begann Gotthold Schwarz eine Solistentätigkeit, vor allem als Kantaten- und Oratoriensänger und trat zusammen mit vielen namhaften Ensembles und Dirigenten auf, so auch mit dem Thomanerchor, dem Gewandhausorchester und dem Dresdner Kreuzchor. Schwarz konzertierte in europäischen Musikzentren, wie den Salzburger Festspielen und im Wiener Musikverein, in den USA, Japan, Brasilien, Argentinien, Israel und Finnland.

Seit den 1980er Jahren trat Gotthold Schwarz auch als Chorleiter und Dirigent in Erscheinung. Er rief 1990 die der Förderung Alter Musik verpflichtete Leipziger Musikgesellschaft ins Leben, deren künstlerischer Leiter er ist. Gotthold Schwarz leitet die Ensembles der Musikgesellschaft „Concerto vocale Leipzig“, gegründet 1984 und „Sächsisches Barockorchester“, gegründet 1989/90. Als Gastdirigent leitete Gotthold Schwarz den Thomanerchor und das Gewandhausorchester.

1979 wurde Schwarz von Hans-Joachim Rotzsch als Stimmbildner des Thomanerchors berufen, 1992, 1999, 2002/03 und 2011 war er Stellvertreter des Thomaskantors. Nach der Amtsniederlegung von Georg Christoph Biller war Gotthold Schwarz von Februar 2015 bis Juni 2016 Interims-Thomaskantor.

Im April 2015 berief die Stadt Leipzig zur Neubesetzung der Stelle des Thomaskantors eine Findungskommission. Aus den 42 Bewerbungen wurden vier in Frage kommende Kandidaten ausgewählt. Von diesen konnte sich nach Probedirigaten jedoch keiner durchsetzen.

Im Mai 2016 beschloss die Kommission, das Findungsverfahren zu beenden und schlug dem Stadtrat einstimmig vor, den amtierenden Thomaskantors Gotthold Schwarz zu empfehlen. Die Leipziger Ratsversammlung wählte am 9.Juni 2016 Gotthold Schwarz mit einer Gegenstimme und einer Stimmenthaltung für den Zeitraum vom 10. Juni 2016 bis zum 30. Juni 2021 in das Amt des Thomaskantors als 17. Nachfolger von Johann Sebastian Bach. Der Stadtrat von Leipzig wählte im Dezember 2020 den Schweizer Andreas Reize zum Nachfolger von Gotthold Schwarz.

Seit 2016 ist Gotthold Schwarz Honorarprofessor an der Hochschule für Musik und Theater.

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Bildquelle: Alexander Böhm – Eigenes Werk, Gotthold Schwarz am 20. Dezember 2015 als Thomaskantor ad interim in der Leipziger Thomaskirche.

Quelle:
www.wikipedia.de

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Autor: Mirko Seidel am 5. Mrz 2023 15:51, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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