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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Christoph Gottsched

Johann Christoph Gottsched

Johann Christoph Gottsched

Johann Christoph Gottsched wurde am 2. Februar 1700 in Juditten, Herzogtum Preußen, geboren. Der Sohn des Pastors von Juditten, erhielt seinen ersten Unterricht bei seinem Vater und schrieb sich 1714 mit 14 Jahren an der Albertina, der Universität Königsberg, zum Theologiestudium ein.

Gottscheds Interesse galt der Philosophie und er beschäftigte sich mit den Werken von Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Wolff. So wechselte Gottsched zum Philosophiestudium. Einer von Gottscheds Lehrern war Johann Jakob Quandt.

Im Januar 1724 flüchtete Johann Christoph Gottsched nach Leipzig vor den preußischen Militärwerbern. In Leipzig freundete sich Gottsched mit Johann Burckhardt Mencke an, der ihn als Hofmeister für seinen ältesten Sohn engagierte. Mencke führte Gottsched in die Leipziger Gesellschaft ein und war Fürsprecher bei der Aufnahme Gottscheds in die Teutschübende poetische Gesellschaft, die ihn 1727 zu ihrem „Senior“ wählte.

Johann Christoph Gottsched wandelte diese Vereinigung in die Deutsche Gesellschaft in Leipzig um. Die Deutsche Gesellschaft wurde für Gottsched das ideale Forum für seine Reformbemühungen der Sprache und Literatur.

Gedenktafel für Johann Christoph Gottsched und Luise Adelgunde Victorie Gottschedin

Gedenktafel für Johann Christoph Gottsched und Luise Adelgunde Victorie Gottschedin

Ab 1725 veröffentlichte Gottsched seine moralische Wochenschrift „Die vernünftigen Tadlerinnen“ in Halle/Saale, später in Leipzig. 1727 bis 1729 folgte die unter dem Pseudonym Ernst Wahrlieb Biedermann veröffentlichte Wochenschrift „Der Biedermann“. 1727 machte Johann Christoph Gottsched die Bekanntschaft der Theaterprinzipalin Friederike Caroline Neuber und ihres Ehemanns Johann Neuber. Aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit sollte das nationale deutsche Theater entstehen.

1730 wurde Johann Christoph Gottsched zum außerordentlichen Professor für Poetik und vier Jahre später ernannte man ihn zum ordentlichen Professor der Logik und Metaphysik. Während dieser Zeit wurde er mehrmals zum Dekan der Philosophischen Fakultät an der Universität Leipzig gewählt.

In Leipzig wurde 1731 Gottscheds Tragödie „Sterbender Cato“ uraufgeführt. Gottsched Werk gilt als das erste deutsche „Originaldrama“.

Luise Adelgunde Victorie Gottsched

Luise Adelgunde Victorie Gottsched

1735 heiratete Johann Christoph Gottsched in Danzig die literarisch hochbegabte Luise Adelgunde Victorie Kulmus. Die Ehefrau unterstützte ihren Ehemann nach allen Kräften und wurde auch literarisch tätig. Sie schrieb vor allem Komödien und Zeitschriftenbeiträge und übersetzte aus dem Englischen und dem Französischen. In der Literaturgeschichte wird das dichterische Talent von Luise Adelgunde Victorie Gottsched allgemein weit höher eingeschätzt, als das ihres Gatten.

1736 erschien Gottscheds „Ausführliche Redekunst“, in der er die Tradition der klassischen Rhetorik zusammenfasste und sie einer Reinterpretation nach den rationalistischen Maßstäben der Frühaufklärung unterzog. Zu den beiden Hauptwerken Gottscheds kamen die umfangreichen „Ersten Gründe der gesamten Weltweisheit“, die im Wesentlichen eine deutsche Bearbeitung der lateinischen Wolffschen Metaphysik darstellen, und die „Deutsche Sprachkunst“, eine Grammatik des Deutschen, die jahrzehntelang im Schulunterricht verwendet wurde und der so große Bedeutung bei der Ausbildung der deutschen Schriftsprache des 18. Jahrhunderts zukommt.

Die von Johann Christoph Gottsched 1752 begründete Gesellschaft der freyen Künste zu Leipzig war eine gelehrte Sozietät, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand.

Am 26. Juni 1762 starb seine erste Ehefrau, Luise Adelgunde Victorie Gottsched mit nur 49 Jahren. Nach einer dreijährigen Trauerzeit heiratete Gottsched 1765 in Camburg an der Saale seine zweite Ehefrau, die 19-jährige Ernestine Susanne Katharina Neunes. Im darauffolgenden Jahr starb Johann Christoph Gottsched am 12. Dezember 1766 in Leipzig.

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Johann_Christoph_Gottsched.jpg;
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c0/Gottschedin.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 2. Mai 2022 15:33, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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