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Museum Burg Kriebstein (bei Chemnitz)

Hof der Burg Kriebstein

Hof der Burg Kriebstein

Auf einen steilen Felsen über der Zschopau erhebt sich die Burg Kriebstein. Wahrzeichen der Burg ist der mächtige Wohnturm, um den sich das Torhaus, die Ringmauer mit dem Wirtschaftsflügel, dem Küchenbau und weiteren Anbauten einschließlich des Kapellenflügels gruppieren.

Bereits im Jahre 1930 wurden Teile der Burg Kriebstein für die Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben. Nach der Enteignung der letzten Besitzer – der Familie von Arnim im September 1945 – wurde die Burg zunächst zu Wohnzwecken und von der Forstverwaltung genutzt. 1949 konnte das Museum neu eröffnet werden.

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Museum Burg Kriebstein

Burg Kriebstein

Fast die gesamte Anlage der Burg Kriebstein kann besichtigt werden. Lohnenswert ist der Besuch folgender Räume:

    – die Gotische Halle
    – das Schatzgewölbe (gotisches Gewölbe mit Wandmalereien und Schatzfund)
    – die Kapelle mit vollständiger Ausmalung aus der Zeit um 1410
    – das Stilzimmer von der Renaissance bis zur Neogotik
    – der Rittersaal
    – das Jagdzimmer
    – der Festsaal
    – die Brunnenstube

Kriebsteinzimmer

Das Kriebsteinzimmer ist neben der Burgkapelle eine Kostbarkeit. Das Kriebsteinzimmer ist eine einzigartig erhaltene farbig gefasste Bohlenstube aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Der kleine Raum im Wohnturmes (3 x 4,30 m) ist vollständig ausgemalt. Holzbalkendecke und die drei Bohlenwände sind reich mit Rankenwerk dekoriert. Die Sockelszene ist als Vorhangmalerei ausgeführt und an der massiven Außenwand befinden sich figürliche Darstellungen (Christophorus und Pilger).
Höhepunkt ist die Verkündigungsszene nach dem Lukas – Evangelium: an die vor dem Pult mit aufgeschlagenem Buch kniende Jungfrau Maria, tritt der Erzengel Gabriel mit dem Redegestus und verkündet ihr die Geburt eines Sohnes, den sie als Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen werde und den sie Jesus nennen solle.

Burgkapelle

Die Burgkapelle aus dem frühen 15. Jahrhundert zeigt eine komplette Ausmalung. Sie gehört zu den vornehmsten und besterhaltenen spätmittelalterlichen Bildprogrammen in Deutschland. Hauptthema der Kapellenmalereien ist die Jungfrau Maria. Fast durchgängig findet sich die Marienthematik in folgenden Bildern: Marienkrönung, Marientod, Anbetungsszene und die überlebensgroße apokalyptische Madonna im Strahlenkranz. Weitere Themen der Malerei sind die Darstellungen aus der christlichen Ikonographie, wie z.B. die Hölle mit dem Zuge der Verdammten, die Seelenwägung, die Legende vom Drachentöter St. Georg und dem Heiligen Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel teilt, die Anbetung des Christenkindes und über dem Altar die Kreuzigungsszene.
Mit der Reformation in Sachsen wurden die Bildwerke vollständig überstrichen und in den nachfolgenden Jahrhunderten noch mehrmals überformt. Die Wandmalereien wurden bei Sicherungsarbeiten des felsigen Baugrundes im Jahre 1933 wiederentdeckt, freigelegt und restauriert.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Führungen, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden Sie auf der Internetseite der Burg Kriebstein www.burg-kriebstein.de.

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Autor: Mirko Seidel am 29. Sep 2013 09:00, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Ausstellungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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