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Schlossbergmuseum Chemnitz

Im Dienste von Kaiser und Kurfürst. Die Leibärzte Johannes und Caspar Neefe und ihre Familie

Das Schlossbergmuseum in Chemnitz

Das Schlossbergmuseum in Chemnitz

Die stadthistorische Bedeutung der wohlhabenden Tuchmacher- und Tuchhändlerfamilie Neefe in Chemnitz reicht vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Aus ihr gingen zahllose Ratsherren und Bürgermeister hervor. Zu den bedeutendsten Vertretern der Familie zählen die Brüder und Leibärzte Johannes (1499 – 1574) und Caspar Neefe (1514 – 1579), denen anlässlich des 500. Geburtstages von Caspar Neefe eine Sonderausstellung im Schlossbergmuseum gewidmet ist.

Ausgestellt wird die dem Chemnitzer Rat um 1560 anvertraute Neefe-Lade, die neben Urkunden, Briefen und Quittungen auch persönliche Erinnerungsstücke und Medaillen enthält, welche erstmals nahezu vollständig der Öffentlichkeit gezeigt werden. Ein repräsentativer Adelsbrief Kaiser Ferdinands I. bezeugt, dass Johannes Neefe und seine drei Brüder, darunter auch Caspar in den Reichadelsstand erhoben wurden.

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Als erster Leibarzt diente Johannes Neefe den beiden Kurfürsten Moritz und August von Sachsen. So wie Kaiser Ferdinand I. einst nicht auf den Rat von Johannes Neefe verzichten wollte und diesen nach Prag und Wien an seinen Hof holte, so bat Herzog Albrecht Friedrich von Preußen um die Hilfe Caspar Neefes.

Die Ausstellung bringt dem Besucher die Renaissancemedizin und die fürstlichen Patienten aus dem Blickwinkel der Leibärzte nahe. Zur anatomischen Forschung bis zur pharmazeutischen Praxis werden zahlreiche Sammlungen und Leihgaben gezeigt, wie zum Beispiel die chirurgischen Instrumente aus der kurfürstlichen Kunstkammer zu Dresden.

Bildersaal Chemnitzer Geschichte

Die ständige Ausstellung im Großen Saal präsentiert eine Auswahl Objekte aus den Museumssammlungen. Die historischen Stücke sind galerieartig, überwiegend als dreidimensionale „Bilder“ arrangiert. Die Ausstellung wird schrittweise durch Einbau und Aufstellung weiterer Exponate erweitert. Als begleitende Publikation erschien 2012 das Bilderbuch Chemnitzer Geschichte.

Gotische Skulptur in Sachsen

Chemnitz, Schloss

Chemnitz, Schloss

Die ständige Ausstellung im Erdgeschossbereich des Schlossbergmuseums präsentiert die größte Sammlung gotischer Skulptur im Freistaat Sachsen. Sie entstand als Kooperationsprojekt zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Kunstsammlungen Chemnitz und vereint die besten Stücke beider Sammlungen, darunter das berühmte Chemnitzer „Heilige Grab“. Die Werke ermöglichen in ihrer Gesamtheit einen Überblick über die Schnitzkunst in Sachsen zur Zeit der Gotik. Die Ausstellung versteht sich auch als Erinnerung an das Benediktinerkloster St. Marien, das sich bis 1544 in den heutigen Gebäuden des Schlossbergmuseums befand und zu den bedeutendsten Klöstern Sachsens gehörte.

Die verlorene Pracht der Steine

Die ständige Ausstellung im Lapidarium zeigt ausgewählte Stücke aus den umfangreichen Steinsammlungen des Schlossbergmuseums. Die Architekturfragmente und Grabmale erinnern plastisch an Mittelalter, Renaissance und Barock und damit an ein Chemnitz, das bereits im 19. Jahrhundert zu verschwinden begann und durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges nahezu gänzlich verloren ging. Das Lapidarium wurde im Rahmen der Rekonstruktion des Schlossbergmuseums in den 1990er Jahren neu errichtet. Es befindet sich im Park, neben dem Eingang Salzstraße. Durch die transparente Verglasung können die aufgestellten Objekte von außen (nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet) betrachtet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Schlossbergmuseums Chemnitz.

Quelle: Schlossbergmuseum Chemnitz

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Autor: Mirko Seidel am 7. Jul 2014 19:28, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Ausstellungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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