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Leipziger Persönlichkeiten – Anna Magdalena Bach

Gedenktafel für Anna Magdalena Bach am Thomashaus in Leipzig

Gedenktafel für Anna Magdalena Bach am Thomashaus in Leipzig

Anna Magdalena Bach wurde am 22. September 1701 in Zeitz geboren als Anna Magdalena Wilcke. Sie war die jüngste von vier Töchtern des fürstlichen Hof- und Feldtrompeters zu Sachsen-Weißenfels, Johann Kaspar Wilcke und seiner Ehefrau Elisabeth. Anna Magdalena Wilcke und ihre Schwester Christina erhielten eine fundierte Gesangsausbildung. Spätestens ab 1720 waren beide am Hof in Weißenfels als „Singejungfern“ tätig. Das Talent von Anna Magdalena Wilcke wurde hochgeschätzt. Als neunzehnjährige erhielt sie bei einem gemeinsamen Gastspiel mit ihrem Vater am Hof in Zerbst ein doppelt so hohes Honorar wie ihr Vater.

1721 kam Wilcke als Sopranistin an den Hof von Fürst Leopold von Anhalt-Köthen, wo sie Johann Sebastian Bach kennenlernte. Bach wirkte seit Dezember 1717 als Kapellmeister in Köthen. Als Kammermusikerin erhielt sie das zweithöchste Gehalt nach Bach und ein etwa doppelt so hohes wie der nächste Musiker.

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Am 3. Dezember 1721 heirateten Johann Sebastian Bach und Anna Magdalena Wilcke. 1723 erhielt Bach die Stelle des Thomaskantors in Leipzig, wohin beide übersiedelten. Bach brachte aus seiner ersten Ehe mit Maria Barbara sieben Kinder mit in die Ehe.

Bank für Anna Magdalena Bach in Leipzig

Bank für Anna Magdalena Bach in Leipzig

Als Musikerin konnte Anna Magdalena Bach nicht an ihre großen Zeiten anknüpfen. Kirchenmusik war ihr versagt, die Oper war seit 1720 geschlossen. Im von Georg Philipp Telemann gegründeten Collegium musicum traten keine Frauen auf. Ihre Auftritte beschränkten sich wahrscheinlich auf die Hausmusiken und auf einige auswärtige Gelegenheiten, wie z.B. anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für den Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen am 24. März 1729. Die Hausmusiken spielten aber offensichtlich für die Familie Bach und ihr Umfeld eine erhebliche Rolle.

In der Ehe mit Johann Sebastian Bach bekam Anna Magdalena Bach 13 Kinder, von denen 7 im Kindesalter starben. Nach dem Tod ihres Mannes 1750 musste Anna Magdalena Bach die Dienstwohnung in der Thomasschule räumen. Sie lebte noch zehn Jahre nach dem Tod Johann Sebastians in Leipzig als Almosenfrau. Dies bedeutete aber kein Leben in Armut, sie erhielt eine freiwillige, regelmäßige Witwenrente von der Stadt Leipzig. Weiterhin erhielt sie eine regelmäßige Unterstützung von der Universität Leipzig sowie Zahlungen aus verschiedenen Legaten. Anna Magdalena Bach starb am 27. Februar 1760 in Leipzig.

Eine Gedenktafel am Thomashaus und eine Bank für Anna Magdalena Bach im Durchgang des Bosehauses in Leipzig erinnern an die zweite Ehefrau von Johann Sebastian Bach.

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Quellen: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Andreas_Dietrich_Apel.jpg; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Apels_Garten.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 27. Dez 2021 17:26, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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