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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Gregor Fuchs

Romanushaus am Brühl in Leipzig

Romanushaus am Brühl in Leipzig

Johann Gregor Fuchs wurde 1650 vermutlich in Ortrand geboren. Über sein frühes Leben ist wenig bekannt. Vermutlich erhielt er seine bauhandwerkliche Ausbildung in Dresden. 1679 wurde Fuchs Bürger der Stadt Dresden, 1692 sächsischer Hofbaumeister und Landwerkmeister. Über die Arbeiten von Johann Gregor Fuchs in Dresden ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass er spätestens seit den 1690er Jahren zu den etablierten Baumeistern der Stadt zählte.

Seine guten Beziehungen zum Dresdener Hof und sein Netzwerk zu Handwerkern, Baumeistern und Architekten nutzten Fuchs sein Leben lang. Am 6. Dezember 1700 wurde Johann Gregor Fuchs vom Rat der Stadt Leipzig zum Ratsmaurermeister gewählt – ein Wunsch des Kurfürsten Friedrich August I.. August der Starke beabsichtigte, seinen Einfluss in der Handelsstadt Leipzig zu vergrößern und das Leipziger Stadtbild nach dem Vorbild Dresdens zu gestalten.

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Königshaus am Markt in Leipzig1701 zog Gregor Fuchs nach Leipzig, die Maurerinnung lehnte den neuen Ratsmaurermeister allerdings ab und verweigerte ihm die Aufnahme. Bei der Vergabe von Aufträgen durch die Leipziger Rats- und Kaufherren wurde Fuchs zunächst nicht berücksichtigt. Nur der neu gewählte Bürgermeister Franz Conrad Romanus, ebenfalls ein Günstling Augusts des Starken, beauftragte Johann Gregor Fuchs mit dem Bau seines repräsentativen Stadtpalais (Romanushaus).

Der Bau des Romanushauses bildet den Auftakt der Blütezeit des bürgerlichen Barocks in Leipzig. Gregor Fuchs und seine Nachfolger Christian Döring, George Werner und Friedrich Seltendorff gestalteten im 18. Jahrhundert die Katharinenstraße zu einer weit über die Stadt Leipzig bekannten Prachtstraße.

Das Romanushaus beeindruckte die Leipziger Rats- und Kaufherren so sehr, dass sie ihn von mit der Errichtung weiterer, repräsentativer Gebäude beauftragten, z.B. das Königshaus, das Fregehaus oder Aeckerleins Hof.

Fregehaus Leipzig, Erker

Fregehaus Leipzig, Erker

Nach dem Sturz des Bürgermeisters Romanus konnte sich Johann Gregor Fuchs als bedeutendster Architekt und Baumeister in Leipzig behaupten. 1705 wurde Fuchs Bürger von Leipzig und wenig später nahm ihn die Maurerinnung auf.

Johann Gregor Fuchs gelang es, einen eigenen, kreativen, unverkennbaren Stil zu finden. Er verband die nüchterne Rationalität des bis um 1700 in Leipzig vorherrschenden holländisch-norddeutschen Barock mit dekorativen Ornamenten und prägte damit maßgeblich das Bild der Stadt Leipzig bis 1750.

Johann Gregor Fuchs starb 16. August 1715 in Leipzig. 1947 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Anger-Crottendorf nach ihm benannt. Eine Büste von Johann Gregor Fuchs dient als Fensterschlussstein im Hof des Romanushauses.

Zu den Bauten von Johann Gregor Fuchs in Leipzig gehören:

  • Romanushaus, Katharinenstraße 23, (1701 bis 1703),
  • Turmabschluss der Thomaskirche, (1702, im 2. Weltkrieg zerstört, wieder aufgebaut),
  • Umbau des Königshauses, Markt 17, (1705 bis 1707),
  • Umbau des Fregehauses, Katharinenstraße 11, (1706 bis 1707, gemeinsam mit dem Zimmermeister Christian Schmidt),
  • Erweiterung von Jöchers Haus Markt 2, (1707, im 2. Weltkrieg zerstört),
  • Bürgerhaus Ritterstraße 6, (1708, gemeinsam mit Christian Schmidt, nicht erhalten),
  • Bürgerhaus Katharinenstraße 3, (1709, gemeinsam Christian Schmidt, im 2. Weltkrieg zerstört),
  • Aeckerleins Hof, Markt 11, (1709 bis 1714, gemeinsam Christian Schmidt, im 2. Weltkrieg zerstört),
  • Erneuerung der Peterskirche (1710, 1885 abgebrochen).

Außerhalb von Leipzig befinden sich folgende Bauten von Johann Gregor Fuchs:

Hof, Ev. Pfarrkirche

Hof, Ev. Pfarrkirche

  • Dorfkirche Hof bei Oschatz, (1692 bis 1697),
  • Bürgerhaus Hauptstraße 22 in Dresden, (um 1696),
  • Bürgerhaus Töpfergasse 9 in Dresden, (um 1696, 1760 bei einem Brand zerstört),
  • Bürgerhaus Kleine Meißner Gasse 6 in Dresden, (vor 1700),
  • Bürgerhaus Wilsdruffer Straße 19 in Dresden, (vor 1700),
  • Schloss Wiederau bei Pegau, (um 1705),
  • Schloss Langenleuba-Niederhain bei Altenburg, (um 1707),

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Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 5. Apr 2022 15:30, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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