Persönlichkeiten

Leipziger Persönlichkeiten – Karl Rudolph Bromme (auch Karl Rudolf Brommy)

Karl Rudolf Bromme

Karl Rudolf Bromme

Karl Rudolf Bromme wurde am 10. September 1804 in Anger (heute Stadtteil von Leipzig) geboren als war Sohn eines Gerichtsschöffen. Bereits im Kindesalter starben seine Eltern. 1818 erhielt der junge Bromme von seinem Vormund die Einwilligung, Seemann zu werden. Er lernte an der Navigationsschule Hamburg und stach auf der Brigg Heinrich in See nach Mittelamerika. Nach eigenen Angaben heuerte Bromme ab 1822 auf verschiedenen US-amerikanischen Segelschiffen an und wurde 1826 zum Captain befördert. Aus dieser Zeit stammt die Änderung der Schreibweise seines Namens in Brommy.

1827 wurde Bromme Mitglied im Bund der Freimaurer der Loge Apollo in Leipzig. Bromme schloss sich 1827 dem griechischen Unabhängigkeitskrieg im Rang eines Korvettenkapitäns an. Er war ab April 1827 Erster Offizier der Segelfregatte Hellas, anschließend in gleicher Funktion auf der Segelkorvette Hydra, mit der er an der Bekämpfung der Piraterie im Archipel und an der Ausräucherung der Piratenhochburg Grabusa beteiligt war. Im Juni 1828 wurde Bromme zum Fregattenkapitän befördert und Kommandant der Raddampf-Korvette Epichirisis.

1831 verließ Karl Rudolph Bromme Griechenland, unternahm wissenschaftliche Reisen durch Frankreich, England und Deutschland und kehrte nach Sachsen zurück. In Meißen veröffentlichte er unter dem Pseudonym R. Termo einen autobiographischen Roman.

Tour anfragen »

Geburtshaus von Karl Rudolf Bromme

Geburtshaus von Karl Rudolf Bromme

Nachdem 1832 der bayerische Prinz Otto von Wittelsbach König Otto I. von Griechenland wurde, schloss sich Bromme der griechischen Delegation an, die den König von München nach Griechenland begleiten sollte. Im November 1832 wurde der wieder in seinem alten Dienstgrad Offizier der griechischen Marine und Kommandant eines alten Raddampfers. Bromme war Mitglied einer Marinekommission, Hafenkapitän und später Präfekt der Seepräfektur in Poros. Nach seiner Verurteilung durch ein Kriegsgericht musste Karl Rudolph Bromme seinen Dienstposten 1835 verlassen.

Der Entlassung folgte eine Dienstzeit im Marineministerium, wo Bromme einen neuen Organisationsplan für die griechische Marine erstellte. Er wurde er stellvertretender Kommandeur der Militärschule in Ägina und danach in Piräus. Sein Ziel, eine eigene Marineschule auf einem Schiff zu errichten, konnte Bromme nicht erreichen.

Nach einem erneuten Aufstand in Griechenland 1843 für eine neue Verfassung mussten alle Fremden das Land verlassen. Bromme durfte wegen seiner Verdienste bleiben und zum Mitglied des Marinegerichts ernannt, das er zeitweise als Erster Vorsitzender führte.

1845 bewarb sich Karl Rudolph Bromme mit einem Gesuch an König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen um die Übernahme in die preußische Marine. Das Gesuch wurde abgelehnt. 1849 veröffentlichte Bromme in Berlin sein Lehrbuch „Die Marine – eine gemeinverständliche Darstellung des gesamten Seewesens für Gebildete aller Stände“.

Nach der Revolution 1848 wurde in Deutschland der Ruf nach einer eigenen Flotte lauter. Bromme bot dem Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung, Heinrich von Gagern, seine Hilfe beim Aufbau der deutschen Reichsflotte an. Handelsminister Arnold Duckwitz forderte Bromme auf, nach Frankfurt zu kommen.

Anfang 1849 traf Karl Rudolph Bromme in Frankfurt ein, arbeitete in der technischen Marinekommission der Marineabteilung und übernahm die Leitung von Prinz Adalbert von Preußen. Am 18. März 1849 wurde Bromme Oberbefehlshaber der Nordseeflottille mit seinem Flaggschiff SMS Barbarossa in Brake. Die Seehafenstadt Brake wurde zur provisorischen Marinestation der ersten deutschen Flotte. Militärische Verstärkung erhielt Bromme durch die Hamburger Flottille.

Denkmal für Karl Rudolf Bromme in Leipzig

Denkmal für Karl Rudolf Bromme in Leipzig

Im Schleswig-Holsteinischen Krieg gegen Dänemark war Bromme als Kapitän zur See Leiter der Seezeugmeisterei in Bremerhaven. Trotz großer materieller, personeller und finanzieller Probleme gelang es ihm, eine kleine Flotte für den Kampf gegen Dänemark aufzustellen.
Im November 1849 wurde Bromme vom Reichsverweser Erzherzog Johann von Österreich zum Konteradmiral ernannt. Nach Gründung des Deutschen Bundes war Karl Rudolph Bromme weiter um den Aufbau der Flotte bemüht, stieß aber bei den deutschen Staaten wegen der Kosten zunehmend auf Widerstand.

Am 2. April 1852 wurde im Bundestag in Frankfurt am Main die Auflösung der Flotte beschlossen. Zwei Schiffe übernahm Preußen. Mit der Unterzeichnung des Abschlussbefehls am 31. März 1853 und mit der Auflösung aller Marinebehörden und der Entlassung des noch in Dienst stehenden Personals endete die Geschichte der ersten deutschen Flotte.

1857 übernahm Bromme eine Stelle als technischer Referent in der österreichisch-ungarischen Marine in Mailand, musste diese Tätigkeit aber nach wenigen Monaten wegen seines schlechten Gesundheitszustands wieder aufgeben. Mit seiner Frau und seinem Sohn lebte Bromme enttäuscht und zurückgezogen im Haus Schwalbenklippe in Bremen-Burglesum. Hier starb Karl Rudolph Bromme am 09. Januar 1860.

Das Geburtshaus Brommes in Leipzig wurde 1929 abgerissen. In der Nähe befindet sich ein Denkmal für Karl Rudolph Bromme. Im Staddteil Reudnitz ist eine Anliegerstraße nach ihm benannt.

Mehr Leipziger Persönlichkeiten

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Rudolf_Brommy

Stichworte:
, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Autor: Mirko Seidel am 28. Mrz 2022 16:22, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


Einen Kommentar schreiben

©2022 – architektur-blicklicht – Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig – Telefon: 0341 46 86 68 73
Touren, Tipps & Wanderungen per Rad, Auto und zu Fuß zu Burgen, Schlössern, Herrenhäusern, Kirchen, Industriebauten, Stadtansichten
in Leipzig, Sachsen & Mitteldeutschland
webdesign: agentur einfachpersönlich