Persönlichkeiten

Leipziger Persönlichkeiten – Erich Zeigner

Gedenktafel für Erich Zeigner in Lindenau

Gedenktafel für Erich Zeigner in Lindenau

Erich Richard Moritz Zeigner wurde am 17. Februar 1886 in Erfurt geboren. 1894 zogen seine Eltern nach Leipzig, wo Zeigner von 1896 bis 1905 das Petri-Realgymnasium besuchte. Zwischen 1905 und 1913 studierte Erich Zeigner an der Universität Leipzig Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft und promovierte 1913.

Nach seinem Studium war Zeigner Assessor bei der Staatsanwaltschaft Leipzig, 1918 wurde er Staatsanwalt. 1919 trat er der SPD bei, wurde als Staatsanwalt abberufen und als Richter an das Landgericht Leipzig versetzt.

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Im August 1921 wurde Erich Zeigner Justizminister in Sachsen in der Regierung von Ministerpräsident Wilhelm Buck und am 21. März 1923 zum dritten Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewählt. Die Aufnahme von zwei Mitglieder der KPD in seine Regierung 1923 führte zur Absetzung durch den Reichspräsidenten Friedrich Ebert unter Anwendung der Reichsexekution. Zeigner wurde festgenommen und im Frühjahr 1924 wegen „Bestechlichkeit und Aktenunterschlagung im Amt“ zu drei Jahren Haft verurteilt, aus der er im August 1925 auf Bewährung entlassen wurde.

Zwischen 1925 und 1928 war Erich Zeigner Lehrer an der Bundesschule des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Leipzig, arbeite von 1928 bis 1933 als Journalist bei verschiedenen sächsischen Parteizeitungen und war Leiter einer Rechtsauskunftsstelle der SPD in Leipzig. 1932 gehörte Zeigner zu den Unterzeichnern des „Dringenden Appells zum Zusammengehen von SPD und KPD“ im Wahlkampf für die Reichstagswahl im Juli 1932.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Erich Zeigner im August 1933 wegen illegaler antifaschistischer Arbeit inhaftiert, 1935 aber freigesprochen. Er musste von Gelegenheitsarbeiten leben, wurde 1939 erneut für kurze Zeit inhaftiert und arbeitete anschließend als Buchhalter in Leipzig. Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Erich Zeigner in das KZ Sachsenhausen und im August 1944 in das KZ Buchenwald gebracht.

1945 kehrte Erich Zeigner nach Leipzig zurück, war im Rechtsrat bei der Stadtverwaltung in Leipzig und wurde am 16. Juli 1945 durch den Befehlshaber der Sowjetischen Militäradministration in Leipzig, Generalleutnant Nikolai Iwanowitsch Trufanow, als Oberbürgermeister der Stadt Leipzig eingesetzt. Dieses Amt führte Erich Zeigner bis zu seinem Tod aus. Im April 1946 gehörte Erich Zeigner beim Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zu den Mitbegründern der SED in Leipzig und Sachsen. Zwischen 1946 und 1949 war Zeigner Abgeordneter der SED im Sächsischen Landtag, 1948/1949 gehörte er dem Deutschen Volksrat an.

1947 wurde Erich Zeigner Honorarprofessor für Verwaltungslehre an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und war Leiter des Instituts für Kommunalwissenschaften, dessen Gründung er initiiert hatte. Im Oktober 1948 wurde Erich Zeigner zum ordentlichen Professor für Verwaltungslehre berufen. Erich Zeigner starb am 5. April 1949 in Leipzig.

Erich Zeigners letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof (Abteilung XI). Nach ihm wurde in Plagwitz die Erich-Zeigner-Allee benannt. Ein Verein unterhält in Zeigners Wohnhaus in der Zschocherschen Straße ein kleines Museum und engagiert sich im Sinne Zeigners mittels politischer Bildung gegen Rechtsextremismus.

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Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Christiana_Mariana_von_Ziegler

Quelle:
amtliche Denkmalliste des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen bei wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 8. Feb 2022 16:56, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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