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Leipziger Persönlichkeiten – Adam Friedrich Oeser

Adam Friedrich Oeser, Pastell von Nicolaus Lauer, 1791, Gleimhaus Halberstadt

Adam Friedrich Oeser, Pastell von Nicolaus Lauer, 1791, Gleimhaus Halberstadt

Adam Friedrich Oeser wurde am 17. Februar 1717 in Preßburg geboren. Seine Lehre absolvierte Oeser in Preßburg bei dem Maler E. F. Kamauf, ging 1730 nach Wien in die Lehre bei Jacob van Schuppen und lernte von 1733 bis 1735 in Pressburg bei dem Bildhauer und Medailleur Georg Raphael Donner. 1739 zog Adam Friedrich Oeser nach Dresden, das Zentrum barocker Kultur in Deutschland. Dort schloss er seine Ausbildung ab und arbeite bis 1756 als Maler.

1745 heiratete er Rosine Elisabeth Hohburg. Das Ehepaar hatte acht Kinder, nur vier erreichten das Erwachsenenalter. 1754 zog Johann Joachim Winckelmann zu Oeser, um bei ihm das Zeichnen zu lernen.

1759 zog die Familie Oeser nach Leipzig. Adam Friedrich Oeser wurde 1764 erster Direktor der neu gegründeten Leipziger Zeichenakademie und wenige Tage später zum kurfürstlich-sächsischen Hofmaler ernannt. Das Amt als Akademiedirektor führte Oeser über 35 Jahren bis zu seinem Tode aus. Er hinterließ eine anerkannte Kunstakademie, die als Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) überregionalen Ruf genießt.

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Zu den Schülern Oeser an der Zeichenakademie zählte von 1765 bis 1768 der junge Student Johann Wolfgang Goethe. Goethe schloss mit Oesers Tochter Friederike Elisabeth Freundschaft, die sich auch nach Goethes Leipziger Jahren noch eine Weile im Briefwechsel erhielt. Die Freundschaft zwischen Oeser und Goethe währte lebenslang.

Grabplatte Oesers an der Nikolaikirche in Leipzig

Grabplatte Oesers an der Nikolaikirche in Leipzig

1799 starb Adam Friedrich Oeser im Alter von 82 Jahren in Leipzig. Er fand seine vorläufige Ruhestätte auf dem Alten Johannisfriedhof in einer Familiengruft. 1867 wurde er exhumiert und auf den Neuen Johannisfriedhof umgebettet. Nach Aufhebung dieses Friedhofs wurde seine Grabplatte in die östliche Außenwand der Nikolaikirche eingelassen.

Oesers Arbeiten folgen zunächst dem herrschenden Barockstil, er selbst strebte aber dem neuen, klassizistischen Kunststil zu. Eine eigene Lehre entwickelte Oeser nicht.

In Leipzig haben sich einige Werke Oesers erhalten. Darunter die Ausmalung des Festsaales im Gohliser Schlösschen und der Nikolaikirche. Das Denkmal für den letzten Kurfürsten und ersten König von Sachsen Friedrich August III./I. in Leipzig ging verloren. Er gestaltete den Konzertsaal des Gewandhauses (1781, nicht erhalten), das Comödienhaus auf der Rannischen Bastei (Altes Theater, 1781, nicht erhalten) und das Haus des Bürgermeisters Carl Wilhelm Müller in der Johannisgasse (1780, nicht erhalten) mit Plafondmalereien aus.

Oesers allegorisches Denkmal für den Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1774) steht im Leipziger Promenadenring. Das Freundschaftsdenkmal mit dem Kunstphilosophen Johann Georg Sulzer („Sulzer-Gellert-Denkmal“, 1781) steht am Gohliser Schlösschen. Die Ausmalung Oesers im Schloss Dahlen bei Leipzig ging 1973 bei einem Brand verloren.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Friedrich_Oeser

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Autor: Mirko Seidel am 10. Nov 2019 08:45, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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