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Leipziger Persönlichkeiten – Elsa Assenijeff

Elsa Assenijeff, Zeichnung von Max Klinger 1904

Elsa Assenijeff, Zeichnung von Max Klinger 1904

Elsa Assenijeff wurde am 3. Januar 1867 als Elsa Maria Packeny in Wien geboren. Vater Karl Packeny war Bildhauer und Direktor der österreichischen Südbahn. Sie besuchte nach der Schule die Lehrerinnenbildungsanstalt und war nach dem Tod des Vaters zur Eheschließung gezwungen. 1890 heiratete sie den elf Jahre älteren bulgarischen Ingenieur und Diplomaten Ivan Johannis Nestoroff und ging mit ihm nach Sofia. 1896 erschien ihr Erzählungsband Ist das Liebe? unter dem Pseudonym Elsa Asenijeff. Den Namen wählte sie nach ihrem verstorbenen erstgeborenen Sohn Asen.

1896 ließ sich Elsa Assenijeff scheiden und ging ein Jahr später nach Leipzig. Hier studierte sie Philosophie und Nationalökonomie. In Leipzig lernte sie den Maler und Bildhauer Max Klinger kennen. Sie wurde sein Modell, seine Muse und seine Geliebte. Klinger machte die Beziehung zu Elsa Assenijeff aber nicht öffentlich, bezahlte ihr aber eine teure Wohnung im Musikviertel (Schwägrichenstraße 11). Assenijeff begleitete Max Klinger auf Reisen und gab die Gastgeberin bei gesellschaftlichen Anlässen. Elsa Assenijeff war eine eindrucksvolle, faszinierende, mitunter auch extravagante Persönlichkeit. Mit Klinger hatte sie eine Tochter, Désirée, die am 7. September 1900 in Paris geboren wurde. Das Kind wuchs bei einer französischen Pflegemutter auf.

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Max-Klinger-Gedenkstätte Großjena

Max-Klinger-Gedenkstätte Großjena

Nachdem Max Klinger in Großjena bei Naumburg einen Weinberg mit Weinberghaus erwarb, zog er sich mit seiner Geliebten hierher zurück aus dem hektischen Leben der Großstadt Leipzig. In dieser Zeit schrieb Elsa Assenijeff für Feuilletons verschiedener Leipziger Zeitungen und Bücher. Ab 1912 verfasste sie auch Lyrik.

Die Beziehung zwischen Elsa Assenijeff und Max Klinger entfremdete sich zusehends, als Klinger Gertrud Bock als Modell und zu seiner ständigen Begleiterin erkor und sie wenige Monate vor seinem Tod heiratete. 1916 kam es zum endgültigen Bruch zwischen Elsa Asenijeff und Max Klinger. Klinger versagte ihr jede weitere Unterstützung. Ihre Wohnung in der Dufourstraße, in die sie 1909 gezogen war, musste Assenijeff 1917 aufgeben. In völliger Isolation begann der Abstieg in die Armut.

Wohnhaus Schwägrichenstraße 11 Leipzig

Wohnhaus Schwägrichenstraße 11 Leipzig

Zu ihrer Familie in Wien und zu ihrer Tochter hatte Elsa Assenijeff keinen Kontakt. Der Armut folgte ein Niedergang der Persönlichkeit. Elas Assenijeff wurde schließlich in die Psychiatrische Klinik der Universität Leipzig eingeliefert. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in der Heilanstalt Dösen folgte 1926 die Überstellung nach Schloss Hubertusburg in Wermsdorf und schließlich, als „nicht gemeingefährlich“ eingestuft, die Überstellung in das Versorgungshaus Colditz. 1933 wurde diese Einrichtung als „Korrektionsanstalt für asoziale und arbeitsunwillige Erwachsene“ nach Bräunsdorf bei Freiberg verlegt.

Elsa Assenijeff starb dort am 5. April 1941 geistig umnachtet in Bräunsdorf. Ihr Grab befindet sich auf dem dortigen Friedhof.

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Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Elsa_Asenijeff

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 18. Jan 2022 17:25, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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