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Leipziger Persönlichkeiten – Felix Mendelssohn-Bartholdy

Felix Mendelssohn-Bartholdy

Felix Mendelssohn-Bartholdy

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren. Wegen der französischen Besetzung Hamburgs zog die Familie 1811 nach Berlin, wo Felix und seine Schwester Fanny den ersten Musikunterricht von ihrer Mutter erhielten.

Felix Mendelssohn-Bartholdy trat erstmals am 24. Oktober 1818 als Neunjähriger in der Öffentlichkeit auf. Im April 1819 trat er als Altsänger in die Sing-Akademie zu Berlin ein. 1820 begann Felix Mendelssohn-Bartholdy zu komponieren und schrieb in diesem Jahr fast 60 Werke, darunter Lieder, Klaviersonaten, ein Klaviertrio, eine Sonate für Violine und Klavier, Orgelstücke und sogar ein kleines dramatisches Stück in drei Szenen. 1821 schuf er fünf dreisätzige Streichersinfonien, vierstimmige Motetten und zwei einaktige Singspiele.

1821 traf Mendelssohn erstmals Johann Wolfgang von Goethe und verbrachte 16 Tage in Weimar. Im selben Jahr machte er die Bekanntschaft von Carl Maria von Weber.

Das alte Gewandhaus mit Noten aus der bei Mendelssohns Antrittskonzert am 4. Oktober 1835 aufgeführten Oper Ali-Baba oder Die vierzig Räuber von Luigi Cherubini, Aquarell von Felix Mendelssohn Bartholdy (1836)

Das alte Gewandhaus mit Noten aus der bei Mendelssohns Antrittskonzert am 4. Oktober 1835 aufgeführten Oper Ali-Baba oder Die vierzig Räuber von Luigi Cherubini, Aquarell von Felix Mendelssohn Bartholdy (1836)

In der Familie Mendelssohn war es lange Brauch gewesen, am Sonntagmorgen im Speisezimmer mit einem kleinen Ensemble musikalische Aufführungen zu geben. Felix Mendelssohn-Bartholdy leitete immer das Orchester und schrieb neue Werke für diese Gelegenheiten. Er selbst spielte Klavier oder überließ es Fanny, während seine Schwester Rebecca sang und sein Bruder Paul Violoncello spielte. Auf diese Weise wurde „Die beiden Neffen“ an seinem fünfzehnten Geburtstag 1824 erstmals privat aufgeführt. Im März 1824 komponierte er seine erste Sinfonie c-Moll (op. 11), bald darauf das Klavierquartett h-Moll (op. 3) und das (posthume) Klaviersextett (op. 110). Ebenfalls zu dieser Zeit begann seine lebenslange Freundschaft mit Ignaz Moscheles.

Im August 1835 kam Felix Mendelssohn-Bartholdy nach Leipzig und gab am 4. Oktober als Kapellmeister das erste Konzert im Leipziger Gewandhaus mit seiner Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“. Mendelssohns Gewandhauskonzerte wurden begeistert aufgenommen.

Mendelssohn war großer Verehrer von Joseph Haydn und bemühte sich um die Verbreitung seiner Werke, die er beispielsweise mit großem Erfolg am 22. Februar 1838 in Leipzig aufführte.
Zwischen 1838 bis 1844 entstand das Violinkonzert in e-Moll, das heute zu den meistaufgeführten und beliebtesten Violinkonzerten gehört. Mendelssohn gab auch in der Leipziger Thomaskirche Orgelkonzerte und führte eigene Chorkompositionen auf.

Wohnhaus von Felix-Mendelssohn-Bartholdy in der Goldschmidtstraße

Wohnhaus von Felix-Mendelssohn-Bartholdy in der Goldschmidtstraße

Felix Mendelssohn-Bartholdy wohnte in seiner Leipziger Zeit in drei verschiedenen Wohnungen – zuerst im ersten Stock des Reichelschen Vorderhauses am heutigen Dittrichring (nicht erhalten), dann im Herbst 1837 eine Wohnung in Lurgensteins Garten gegenüber der Thomaskirche (nicht erhalten), 1845 zog die Familie in den ersten Stock eines dreistöckigen Neubaus an der Königstraße, heute das Mendelssohn-Haus in der Goldschmidtstraße 12.

1841 wurde Felix Mendelssohn-Bartholdy von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen als Kapellmeister zurück nach Berlin berufen. Im Herbst 1842 wurde er zum Preußischen Generalmusikdirektor ernannt, ließ sich aber von anderweitigen Aktivitäten bei den Gewandhauskonzerten nicht abhalten.

Felix Mendelssohn-Bartholdy-Denkmal Leipzig

Felix Mendelssohn-Bartholdy-Denkmal Leipzig

1843 gründete Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig das Conservatorium – die erste Musikhochschule Deutschlands, eröffnete in den Gebäuden des Gewandhauses (nicht erhalten). 1843 wurde Mendelssohn Ehrenbürger der Stadt Leipzig. Nach Aufenthalten in England, Berlin und Frankfurt am Main kehrte Mendelssohn im September 1845 nach Leipzig zurück, nahm seine alte Stelle am Gewandhaus wieder auf und lehrte regelmäßig am Konservatorium.

Am 14. Mai 1847 starb seine Schwester Fanny, für Felix Mendelssohn-Bartholdy ein schwerer Schlag. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und machte mehrere Monate Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland. Am 9. Oktober 1847 erlitt Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig einen ersten Schlaganfall. Nach weiteren Schlaganfällen verlor er das Bewusstsein und starb am 4. November 1847 in Leipzig.

Denkmal für Felix-Mendelssohn-Bartholdy am Pleißemühlgraben

Denkmal für Felix-Mendelssohn-Bartholdy am Pleißemühlgraben

Die Trauerfeier fand am 7. November 1847 in der Leipziger Paulinerkirche statt, anschließend wurde sein Sarg nach Berlin überführt und auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I in Berlin-Kreuzberg neben seiner Schwester Fanny und weiteren Familienangehörigen beigesetzt.

Am 11. November 1847 fand zu Ehren von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein Gedächtniskonzert im Leipziger Gewandhaus statt. Das Wohn- und Sterbehaus von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Goldschmidtstraße 12 in Leipzig wurde als Ort von nationaler Bedeutung in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen. In der Westvorstadt erinnert eine Straße an ihn.

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Bildquelle: Von Eduard Magnus – Staatsbibliothek zu Berlin, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5854375;
Von Felix Mendelssohn Bartholdy – Another version can be seen at AllPosters, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=120031;
https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Mendelssohn_Bartholdy#/media/Datei:Mendelssohn_K%C3%B6nigstra%C3%9Fe.jpg

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Autor: Mirko Seidel am 21. Okt 2022 15:12, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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