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Leipziger Persönlichkeiten – Glockengießerfamilie Jauck

Jaucksche Glocken auf der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897

Jaucksche Glocken auf der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897

1796 eröffnete der aus Nürnberg gekommen Andreas Jauck am Kautz (Markthallenstraße) eine Werkstatt und führte den Glockenguss in Leipzig mit seinem Sohn zum Aufschwung. 1835 übernahm sein Sohn Gustav Jauck die Gießerei in der Holzgasse, ab 1864 heute Sternwartenstraße. Die abzweigende Straße erhielt den Namen Glockenstraße. 1835 übernahm die Stadt Leipzig die Gießerei, die von nun an Ratsglockengießerei führte.

Bis zum Jahr 1883 kamen aus dieser Werkstatt 755 größere Kirchenglocken, darunter auch ein Viergeläute für die Nikolaikirche in Leipzig. 1903 goss die Familie Jauck die Glocken für die Taborkirche in Kleinzschocher.

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Die Gießerei Jauck stellte als Königlich-Sächsische Privat-Spritzenfabrik außerdem Feuerlöschgeräte her. Mit ihren Produkten, aber auch mit Sponsoring, unterstützte die Fa. Jauck die Bildung und Ausrüstung von Feuerwehren in Deutschland und in Österreich.

Aus der Glockengießerei kamen u.a. folgende Glocken in Leipzig:

  • 1839: drei Glocken für die Gedächtniskirche in Schönefeld (Ossietzkystraße), 1864 musste eine neu gegossen werden,
  • 1847: zwei Glocken für die Kirche zu Hänichen; im 2. Weltkrieg beschlagnahmt,
  • 1855: zwei Glocken für die Kirche zu Lützschena; im 2. Weltkrieg beschlagnahmt,
  • 1869: neues Geläut (Glocken mit 4.055 kg, 2.060 kg, 1.220 kg und 520 kg) für die Nikolaikirche Leipzig. Die drei großen Glocken sind im 1. Weltkrieg, die kleinste im 2. Weltkrieg für Rüstungszwecke beschlagnahmt worden und verlorengegangen,
  • 1897: drei Glocken für die Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897,
  • 1899: 3 Glocken für die Emmauskirche Sellerhausen, die kleinste der drei Glocken erklingt seit 1924 im Geläut der Kirche Paunsdorf,
  • 1902: Dreiergeläut für die Kirche Göbschelwitz,

In Leipzig gab es im Jahr 1904 zum Ende des Unternehmens 83 Jauck-Glocken auf 34 Kirchtürmen.

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/Expo_1897_Abschiedsl%C3%A4uten.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 1. Jul 2022 17:07, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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