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Leipziger Persönlichkeiten – Klaus Renft

Klaus Renft (Foto Thomas Kraft)

Klaus Renft (Foto Thomas Kraft)

Klaus Renft, bürgerlich Klaus Jentzsch, wurde am 30. Juni 1942 in Jena geboren. Seine Kindheit verbrachte Renft im Dorf Gernewitz. Im April 1952 zog Klaus Renft mit seiner Mutter nach Leipzig und besuchte die Petrischule. 1957 hatte Renft erste Auftritte mit der Schülerband „Kolibri“.

1958 gründete Klaus Renft mit einigen Freunden in Leipzig die „Klaus-Renft-Combo“, die bis zum Auftrittsverbot 1962 bestand. Nach dem verbot wurde die Gruppe umbenannt in „The Butlers“. Renft wohnte in der Mozartstraße 8 und in der Hohen Straße 49. 1963 beendet Klaus Renft seine Ausbildung als Möbeltischler.

Am 1. März 1964 trat die Band „The Butlers“ zum ersten Mal offiziell auf. Und erhielt im gleichen Jahr beim Deutschlandtreffen der Jugend eine Auszeichnung. 1965 wurde der populären Band aufgrund ihres westlichen Stils ein „unbefristetes Spielverbot“ ausgesprochen, zeitgleich mit dem Verbot vieler anderer Bands in Leipzig, ausgelöst durch den Leipziger Beataufstand. Ab 1967 durfte die „Klaus Renft Combo“ wieder öffentlich auftreten, ab 1971 waren auch Rundfunkaufnahmen möglich.

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Die Lieder der Band thematisierten Themen häufig staatliche Repression (Ketten werden knapper), waren vielschichtig bzw. zweideutig, hinterfragten das durch den Staat vorgegebene Bild. Schon 1964 geriet die Gruppe ins Visier der Staatssicherheit. 1974 wurde der Titel „Aber ich kanns nicht verstehen“ veröffentlicht, dessen kritischer Text 1975 erneut zum Verbot der Band führte. Beschwerden beim Kulturminister der DDR blieben erfolglos, so dass heimliche Aufnahmen entstanden.

Ende Oktober 1975 verlor Klaus Renft seine Zulassung durch das Kulturministerium. Er besuchte darauf den Regimekritiker Robert Havemann und gab persönlich am 8. Dezember 1975 einen Brief an Erich Honecker ab.

Im April 1976 stellte Klaus Renft einen Ausreiseantrag, durfte im Mai zur Eheschließung mit seiner griechischen Freundin nach West-Berlin ausreisen. Klaus Renft versuchte, musikalisch wieder Fuß zu fassen, was misslang. 1981 ging Klaus Renft an das Renaissance-Theater in West-Berlin, wo er bis 1990 als Inspizient und Tonmeister tätig war.

1990 kam Klaus Renft in die DDR zurück und trat wieder gemeinsam mit der „Klaus Renft Combo“ auf, konnte jedoch nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. 1996 verließ Klaus Renft die Band wegen interner Differenzen vorübergehend. Zu den Jubiläumskonzerten „40 Jahre Klaus Renft Combo“ 1998 trat die Band wieder gemeinsam auf.

Klaus Renft starb am 9. Oktober 2006 in Löhma. Seine Urne wurde auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Renft#/media/Datei:Klaus_Renft(ThKraft).jpg, Thomas Kraft (ThKraft) – Eigenes Werk

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

Autor: Mirko Seidel am 26. Jul 2022 14:26, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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