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Leipziger Persönlichkeiten – Samuel Heinicke

Samuel Heinicke

Samuel Heinicke

Samuel Heinicke wurde am 10. April 1727 in Nautschütz geboren. Der Sohn eines Anspänners und Gerichtsschöppen verließ mit 23 Jahren das Elternhaus. Ein Studium war ihm als vorgesehenem Erben verweigert. Heinicke ging nach Dresden in den Dienst der Leibgarde des Kurfürsten Friedrich August II. von Sachsen.

Samuel Heinicke bildete sich in Dresden autodidaktisch weiter. Neben seinem Dienst war er Musiker sowie Lehrer für Schreiben und Musik. Zu seinem Unterricht kam auch ein tauber Junge, den Heinicke in der Lautsprache unterrichtete. Heinickes Wunsch, sich gänzlich der Tätigkeit als Lehrer zu widmen, wurde durch den Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 verhindert.

Samuel Heinicke kam in preußische Kriegsgefangenschaft, floh nach Jena, um der Einziehung zum preußischen Militär zu entgehen und studierte Philosophie, Mathematik und Naturlehre an der Universität Jena. 1758 zog Samuel Heinicke mit seiner Familie nach Hamburg.

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Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte Reudnitz

Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte Reudnitz

1768 wurde Samuel Heinicke Schulmeister und Kantor in Eppendorf bei Hamburg. In der Dorfschule unterrichtete er auch den gehörlosen Sohn des dortigen Pachtmüllers und brachte ihm die Sprache in ihrer schriftlichen Form bei. Öffentliches Aufsehen erregten Heinickes Erfolge bei der Baronesse Dorothea von Vietinghoff, die durch ihr schnelles Auffassungsvermögen und ihre Intelligenz hervortrat. Der Heinickeschen Schule wurde größere Aufmerksamkeit zuteil und Samuel Heinicke nutzte dies mit Veröffentlichungen zu seiner Unterrichtsmethode.

Gedenktafel für die erste Gehörlosenschule in Deutschland in Leipzig

Gedenktafel für die erste Gehörlosenschule in Deutschland in Leipzig

Ab 1777 war Samuel Heinicke ausschließlich als Taubstummenlehrer tätig. In einer Bittschrift wandte sich Samuel Heinicke an den Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen, der ihm gestattete, mit seinem Institut nach Leipzig überzusiedeln. 1778 zog Samuel Heinicke mit seiner Familie und neun Schülern nach Leipzig und gründete im Haus „Weißes Roß“ am Rossplatz das „Chursächsische Institut für Stumme und andere mit Sprachgebrechen behaftete Personen“, die erste Taubstummenschule Deutschlands, die staatlich unterstützt und beaufsichtigt wurde. Die Schule besteht als Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte, Förderzentrum Samuel Heinicke, bis heute. In seinem Leben hat Samuel Heinecke ca. 100 Schüler selbst unterrichtet.

Samuel Heinicke starb am 30. April 1790 in Leipzig.

Das 1881 in Leipzig in der Nähe der von ihm gegründeten Schule aufgestellte Denkmal mit einer Büste von Samuel Heinicke fiel 1942 der Metallspende des deutschen Volkes zum Opfer. 1907 wurde in Leipzig die Heinickestraße nach ihm benannt.

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Samuel_Heinicke.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 19. Jun 2022 13:25, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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