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Leizpiger Persönlichkeiten – Bruno Apitz

Gedenktafel am Wohnhaus von Bruno Apitz in Volkmarsdorf

Gedenktafel am Wohnhaus von Bruno Apitz in Volkmarsdorf

Bruno Apitz wurde am 28. April 1900 in Leipzig als zwölftes Kind einer Waschfrau und eines Wachstuchdruckers im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf geboren. Er besuchte die Volksschule und absolvierte eine Ausbildung zum Stempeldrucker. Trotz Teilnahme am 1. Weltkrieg war Bruno Apitz Kriegsgegner und begeisterter Anhänger Karl Liebknechts.

Im Alter von 17 Jahren hielt er eine Ansprache vor streikenden Arbeitern einer Munitionsfabrik, wofür er eine 19monatige Gefängnisstrafe erhielt. Apitz beteiligte sich 1918 in einer Leipziger Arbeiterhundertschaft an der Novemberrevolution und begann eine Ausbildung zum Buchhändler. 1919 wurde Mitglied der SPD und verlor wegen der Teilnahme am Buchhändlerstreik seine Lehrstelle.

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Bruno Apitz war aktiv an der Niederschlagung des Kapp-Putsches beteiligt. In satirischen Wochenzeitschriften und in KPD-Zeitungen veröffentlichte er seine ersten Gedichte und Kurzgeschichten. Apitz begann, als Schauspieler zu arbeiten. 1924 schrieb er sein erstes Theaterstück „Der Mensch im Nacken“. Gegen Ende der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden u.a. der Roman „Fleck und Barb“, „Die Unrasierten“ und mehrere Theaterstücke. Diese Werke wurden nicht veröffentlicht oder aufgeführt und sind nicht mehr erhalten.

1927 trat Bruno Apitz der KPD und der Roten Hilfe in Leipzig bei. Von 1930 bis 1933 gehörte er dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller an und war dessen Vorsitzender in Leipzig.
Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Apitz 1933 im KZ Colditz und im KZ Sachsenburg inhaftiert. Von 1934 bis 1937 saß er wegen Hochverrats im Zuchthaus in Waldheim. Er hatte versucht, die Leipziger KPD wiederaufzubauen. Im Anschluss war er acht Jahre bis April 1945 – Häftling im KZ Buchenwald. In Buchenwald war Apitz Conférencier in „Lagerkonzerten“, schrieb Gedichte und betätigte sich mit Schnitzarbeiten.

Nach 1945 arbeitete Bruno Apitz als Verwaltungsdirektor der Leipziger Theater und war 1946 war er Gründungsmitglied der SED. Seit 1949 arbeitete Apitz als Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung tätig und war für die Koordination der Volkskorrespondenten zuständig. Er arbeitete als Dramaturg der DEFA und als Hörspielautor. Als freischaffender Schriftsteller war er Mitglied im Hauptvorstand des Deutschen Schriftstellerverbandes.

1958 erschien sein erstes Buch „Nackt unter Wölfen“, das in 30 Sprachen übersetzt wurde und Apitz zu Weltruhm verhalf. Die DEFA verfilmte das Werk 1963. Apitz arbeitete als Drehbuchautor und Schauspieler an der Verfilmung mit. „Nackt unter Wölfen“ wurde 2015 erneut verfilmt.

Bruno Apitz war Mitglied der Akademie der Künste und des P.E.N.-Clubs der DDR. 1976 erschien sein autobiografischer Roman „Der Regenbogen“. Bruno Apitz starb am 7. April 1979 in Berlin. An seinem Geburtshaus in der Elisabethstraße 15 nahe der Lukaskirche in Volkmarsdorf befindet sich eine Gedenktafel.

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Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 16. Jan 2022 12:55, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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