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Leipziger Persönlichkeiten – Karl Rothe

Karl Rothe

Karl Rothe

Karl Wilhelm August Rothe wurde am 20. Februar 1865 in Leipzig geboren. Er besuchte zunächst die Erste Bürgerschule auf der Moritzbastei, wurde später Schüler an der Nikolaischule. Ab 1883 studierte Rothe neben Jura als Hauptfach Volkswirtschaft, Kunst und Archäologie, zunächst in München, dann an der Universität Leipzig.

Nach einer juristischen Tätigkeit in Wolkenstein und Leipzig war Karl Rothe von 1893 bis 1896 Stadtrat in Meißen, von 1896 bis 1901 Direktor der Leipziger Hypothekenbank, später Aufsichtsratsvorsitzender. 1899 kandidierte Rothe als Stadtverordneter in Leipzig und wurde 1909 Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung.

Am 2. Januar 1918 wurde Karl Rothe Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Rothe führte die Stadt erfolgreich durch die Jahre des Endes des 1. Weltkriegs, der Novemberrevolution, der Inflation und der beginnenden Weltwirtschaftskrise.

Figur von Karl Rothe am Messehaus Petershof

Figur von Karl Rothe am Messehaus Petershof

Während der Amtszeit Rothes entwickelte sich die Technischen Messe und Leipzig allgemein zum international führenden Messeplatz. In seiner Amtszeit wurde 1918 die Leipziger Straßenbahn in städtisches Eigentum übernommen und 1920 auch der Zoo. Stadtbildprägende Bauten, wie das Kroch-Hochhaus und das Europahaus am Augustusplatz, die Untergrundmessshalle am Markt, das Neue Grassimuseum sowie die Großmarkthalle wurden in der Amtszeit Karl Rothes realisiert. Am Messehaus Petershof wurde Karl Rothe als Balustradenfigur verewigt.

Karl Rothe kritisierte 1932 das Parteiprogramm der Nationalsozialisten, wurde 1933 zur Unperson erklärt und aus allen Ehrenämtern entfernt. Nach 1945 stellte Rothe seine Kräfte nochmals in den Dienst der Stadt, wurde Stadtratsabgeordneter für die LDPD und legte nach Konflikten mit der SED 1948 sein Mandat nieder.

Karl Rothe starb am 20. Januar 1953 in Leipzig. In der Nordvorstadt in Leipzig ist eine Straße nach ihm benannt.

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Bildquelle: Von Autor/-in unbekannt – Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.-Nr. K/555/2004 (unbezeichnet), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37642342

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 24. Okt 2022 15:57, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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