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Leipziger Persönlichkeiten – Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach 1746

Johann Sebastian Bach 1746

Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren. Er stammt aus einer weitverzweigten Familie, deren väterliche Vorfahren und Verwandte fast alle als Kantoren, Organisten, Stadtpfeifer, Mitglieder von Hofkapellen im Saale-Werra-Raum tätig waren. Johann Sebastian war das jüngste von acht Kindern, sein Vater war Stadtpfeifer in Eisenach und Hoftrompeter in der kleinen Kapelle der Herzöge Johann Georg I. und Johann Georg II. von Sachsen-Eisenach.

In seiner Kindheit in Eisenach kam Bach durch den Cousin seines Vaters, den Organisten der Eisenacher Georgenkirche Johann Christoph Bach, erstmals mit Kirchen- und Orgelmusik in Kontakt. Das Violinenspiel erlernte Bach vermutlich von seinem Vater. Als Achtjähriger Knabe kam Bach auf die Lateinschule des ehemaligen Dominikanerklosters in Eisenach, die 200 Jahre zuvor bereits der Martin Luther besucht hatte.

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Bachs Mutter starb 1694, sein Vater wenige Monate später 1695. Bach war im Alter von neun Jahren Vollwaise. Johann Sebastian Bach zog mit seinem Bruder Johann Jacob zu seinem älteren Bruder Johann Christoph nach Ohrdruf. Dieser vermittelte ihm das Spielen auf den Tasteninstrumenten, so lernte Johann Sebastian Bach das Orgelspiel.

Thomaskirche zu Leipzig

Thomaskirche zu Leipzig

Im Alter von 14 Jahren wechselte Bach zur Partikularschule des Lüneburger Michaelisklosters. Im Frühjahr 1702 schloss er die Schule in Lüneburg erfolgreich ab. Vermutlich ging er danach nach Thüringen zurück. Spätestens ab März 1703 war Bach als Lakai und Violinist in der Privatkapelle des Mitregenten Johann Ernst von Sachsen-Weimar angestellt. Am 9. August 1703 erhielt Bach ohne weiteres Probespiel seine Bestellung als Organist der Neuen Kirche in Arnstadt. 1705 wanderte er zu Studienzwecken nach Lübeck. 1707 trat Bach in der Freien Reichsstadt Mühlhausen an der Divi-Blasii-Kirche seinen Dienst als Organist an. Im gleichen Jahr heiratete er seine erste Frau, Maria Barbara. Dieser Ehe entstammen sieben Kinder.

1708 bekam Bach von Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar die Stelle als Hoforganist und Kammermusiker angeboten. Ein großer Teil von Bachs Orgelwerk entstand während der Weimarer Zeit, darunter seine Passacaglia und Fuge c-Moll und zahlreiche Toccaten, Präludien und Fugen. Hier begann er sein Orgelbüchlein, das als Sammlung von 164 Choralvorspielen angelegt war, von denen er aber nur 44 vollendete.

Die Thomasschule in Leipzig 1896, Wohnhaus von Johann Sebastian Bach

Die Thomasschule in Leipzig 1896, Wohnhaus von Johann Sebastian Bach

1713 hielt sich Johann Sebastian Bach anlässlich der Feierlichkeiten zum Geburtstag des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels in Weißenfels auf. Das Angebot einer Organistenstelle an der Marktkirche St. Marien und Liebfrauen in Halle/Saale lehnte er ab.

1717 unterschrieb Bach den Vertrag als Kapellmeister in Köthen. 1720 erfuhr Bach nach einer zweimonatigen Reise des Hofs nach Karlsbad, dass seine Frau Maria Barbara gestorben und schon bestattet worden war. Am 3. Dezember 1721 heiratete Bach Anna Magdalena Wilcke, die im Juni 1721 als Sopranistin an den Köthener Hof gekommen war. Der Ehe mit Anna Magdalena entstammen 13 Kinder, von denen die meisten im Kindesalter starben.

Gedenktafel Zimmermannsches Kaffeehaus Leipzig

Gedenktafel Zimmermannsches Kaffeehaus Leipzig

1722 wurde in Leipzig die Stelle des Thomaskantors frei. Der Leipziger Rat bevorzugte Georg Philipp Telemann, der aber in Hamburg blieb. Zweite Wahl war Christoph Graupner, den sein hessischer Landesherr nicht gehenließ. Somit wurde Bach „als dritte Wahl“ Thomaskantor in Leipzig. Bach musizierte auch im Zimmermannschen Kaffeehaus in der Katharinenstraße (im 2. Weltkrieg zerstört) von 1729 bis etwa 1743 mit dem studentischen „Collegium musicum“ öffentlich und bereitete damit der Gewandhaustradition und dem modernen Konzertwesen den Weg.

Ende Mai 1723 trat Bach seinen Dienst als Thomaskantor an und blieb in dieser Stellung bis zu seinem Tod 1750. Als Kantor und Stadtmusikdirektor war er für die Musik in den vier Hauptkirchen der Stadt verantwortlich. Ihm oblag auch der Musikunterricht in der Thomasschule. Bach bewohnte mit seiner Familie eine Wohnung in der Thomasschule.

Neues Bach-Denkmal Leipzig

Neues Bach-Denkmal Leipzig

Für Weihnachten 1723 schrieb Bach die zweite Fassung des Magnificat in Es-Dur mit den weihnachtlichen Einlagesätzen, für den Karfreitag 1724 sein bis dahin umfassendstes Werk, die Johannespassion, für Weihnachten 1724 ein Sanctus. Die Matthäuspassion wurde 1727 oder 1729 uraufgeführt. Das Weihnachtsoratorium entstand 1734/1735, das Himmelfahrtsoratorium und das Osteroratorium 1735.

In seinen letzten Lebensjahren litt Bach an einer Augenkrankheit. Ab 1749 sind keine eigenhändigen Schriftstücke von ihm mehr erhalten. 1750 ließ er sich von dem schon damals umstrittenen Okulisten John Taylor zweimal in Leipzig den Star operieren. Sein Sehvermögen erlangte er nicht zurück.

Johann Sebastian Bach starb am Abend des 28. Juli 1750 in Leipzig. Er wurde drei Tage später auf dem (Alten) Johannisfriedhof in Leipzig begraben. 1894 wurde ein Eichensarg exhumiert und in der eigens geschaffenen Gruft der Johanniskirche beigesetzt. 1943 brannte die Kirche aus. Die Gebeine Bachs wurden in die Thomaskirche gebracht. Zu seinem 200. Todestag 1950 erhielt Bach seine heutige Ruhestätte in der Thomaskirche zu Leipzig.

Das erste Bachdenkmal in Leipzig wurde 1835 von Felix Mendelssohn-Bartholdy gestiftet. Es steht am Dittrichtring nahe der Thomaskirche. Das bekantere Bachdenkmal, das den Thomnaskantor in Lebensgröße zeigt, wurde 1908 an der Südseite der Thomaskirche aufgestellt.

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Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 17. Jan 2022 15:32, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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