Landkreis Mittelsachsen

Rochlitz – Die Stadt des roten Porphyrs

Rochlitz an der Zwickauer Mulde - Schloss, Petrikirche und Mühle

Rochlitz an der Zwickauer Mulde – Schloss, Petrikirche und Mühle

Rochlitz ist eine Große Kreisstadt im Westen des Landkreises Mittelsachsen. In Rochlitz leben ca. 6.000 Menschen. Die Stadt liegt an der Zwickauer Mulde im Nordwesten des Freistaats Sachsen, ca. 56 km südöstlich von Leipzig und ca. 37 km nordwestlich von Chemnitz.

Die Burg Rochlitz wird im Jahr 1009 zum ersten Mal erwähnt. Der seit dem Ende des 10. Jahrhunderts den Markgrafen von Meißen gehörende Allodialbesitz fiel 1046 an König Heinrich III., der die Burg Rochlitz seiner Frau Agnes von Poitou als Wittum übergab.

König Konrad III. schenkte die Burg Rochlitz 1143 dem Markgrafen Konrad von Meißen. Unter Dedo von Groitzsch war die Burg Residenz einer wettinischen Nebenlinie. Im 13. und 14. Jahrhundert diente die Burg Rochlitz mehrmals der fürstlichen Hofhaltung und zwischen 1296 und 1298 nochmals als Reichsburg. Zwischen 1482 und 1501 residierte Herzogin Amalia, die Witwe von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut in Rochlitz, zwischen 1507 und 15012 der Hochmeister des Deutschen Ordens, Friedrich von Sachsen und zwischen 1591 und 1611 Kurfürstin Sophie von Sachsen, die Witwe des Kurfürsten Christian I. von Sachsen.

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Marktplatz und Rathaus in Rochlitz

Marktplatz und Rathaus in Rochlitz

Dedo von Groitzsch gründete vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts die Stadt Rochlitz, die zwischen 1367 und 1373 mit einer Mauer umgeben wurde. Prägend für die Altstadt von Rochlitz ist der gestreckte, rechteckige Marktplatz. Die Altstadt von Rochlitz stellt eine Besonderheit dar, da sie nur aus dem allseits umbauten Markt ohne Straßennetz besteht. Erst mit dem Bau des Rathauses wurde der Markt in Ober- und Untermarkt geteilt und der Untermarkt durch den Bau einer Häuserzeile nochmals verkleinert. Die Bebauung außerhalb des mittelalterlichen Stadtgrundrisses erfolgte erst seit 1890.

Stadtrundgang durch Rochlitz

Die Nummern in den eckigen Klammern finden Sie auf der Skizze des Rundgangs durch Rochlitz.

Schloss Rochlitz, Westbau

Schloss Rochlitz, Westbau

Rochlitz konnte seine geschlossene historische Bebauung in der Altstadt bewahren. Die Altstadt von Rochlitz prägen die Türme des Schlosses.

Der Rundgang durch Rochlitz beginnt am Schloss [1]. Die mächtige Anlage steht auf einem schmalen Bergrücken über der Zwickauer Mulde. Die zweitürmige Westfront prägt das Stadt- und Landschaftbild. Die vermutlich bereits im 10. Jahrhundert angelegte Burg wurde im 12. und 13. Jahrhundert ausgebaut und vor allem im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut. Um den unregelmäßigen, schmalen Schlosshof gruppieren sich das Querhaus im Osten mit der Burgkapelle und das Fürstenhaus im Norden mit anschließendem Wehrgang. Die Gebäude auf der Südseite entstanden in verschiedenen Jahrhunderten und beinhalten u.a. den Palas (Altes Haus) und zwei Wohntürme. Den Abschluss des Schlosshofes nach Westen bilden die zwei Türme „Lichte und Finstere Juppe“.

Zugang zum Unterschloss Rochlitz

Zugang zum Unterschloss Rochlitz

Unterhalb des Oberschlosses befinden sich die Reste des 1645 zerstörten und im 18. Jahrhundert abgebrochenen Unterschlosses. Verlässt man das Schloss nach Osten, gelangt man zur Petrikirche [2]. Die 1168 erstmals genannt Kirche war die Burgkirche und bis zur Reformation Hauptpfarrkirche der Stadt. Seit 1470 wurde die Petrikirche zur gotischen Hallenkirche umgebaut.

Durch die Burgstraße gelangt man zum Markt von Rochlitz [3]. Der einst die gesamte Länge der mittelalterlichen Stadt einnehmende Platz wurde erst durch den Bau des Rathauses und des dahinterliegenden Häuserblocks in den Ober- und Untermarkt geteilt. Die Bebauung des Marktes in Rochlitz wird überwiegend durch klassizistische Fassaden geprägt, die nach den Stadtbränden 1802 und 1804 entstanden, wobei einige Häuser im Kern älter sind.

Rathaus von Rochlitz

Rathaus von Rochlitz

Das Rathaus von Rochlitz mit seinem hohen Dachreiter wurde 1825 bis 1828 vermutlich unter Einbeziehung des Vorgängerbaus von 1442 auf dem Marktplatz errichtet.

Vor dem Rathaus steht der Marktbrunnen, der gleichzeitig Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges ist und 1929 von Peter Wrba gestaltet wurde.

Auf dem kleinen, begrünten Töpfermarkt steht ein Brunnen [4], der an die Steinbruch- und Steinmetztradition in Rochlitz erinnert.

Kunigundenkirche in Rochlitz

Kunigundenkirche in Rochlitz

Durch die Kunigundenstraße gelangt man zur Kunigundenkirche [5], seit 1548 Stadtpfarrkirche von Rochlitz. Mit dem Bau der spätgotischen Hallenkirche wurde Ende des 14. Jahrhunderts begonnen. Der Bau wurde aus Rochlitzer Porphyr errichtet und vor allem an der Südseite überaus reich gestaltet.

Die Kunigundenstraße führt zum Clemens-Pfau-Platz [6], dessen Bebauung aus dem 16. Bis 19. Jahrhundert stammt. Durch die Schützenstraße gelangt man zum Stadtfriedhof mit seiner Jugendstil-Kapelle [7].

Vom Friedhof kann man zur Muldebrücke gehen und durch die Uferstraße und den Mühlgraben, mit einem schönen Blick auf das Schloss [8], zurück zum Mühlplatz.

Sehenswertes in Rochlitz

Schloss Rochlitz [1]:

Schloss Rochlitz, Westbau

Schloss Rochlitz, Westbau

  • der heutige Bau verm. im 12. Jahrhundert entstanden,
  • um 1470/90, 1537, 1588 bis 1589 Umbau zum Schloss,
  • malerisch auf einem Bergrücken an der Zwickauer Mulde gelegen,
  • mittelalterlicher Burgward, zunächst als Königsburg, später für die kurfürstliche Hofhaltung genutzt,
  • markante Westfront mit zwei Türmen,
  • Querhaus: Putzbau mit Porphyrgliederung, Spitzbogenportale,
  • Kapelle: Natursteinfassade, große dreibahnige Fenster mit Stab- und Maßwerksformen,
  • Fürstenhaus: Putzfassade, Fenster mit Stabwerkrahmung, Spitzbogenportal,
  • Südseite: Putzfassaden, zwei integrierte Wohntürme,

Petrikirche [2]:

Petrikirche in Rochlitz

Petrikirche in Rochlitz

  • romanischer Bau,
  • ab 1470 Errichtung Chor,
  • 1499 Einwölbung des Langhauses,
  • 1892 bis 1894 Restaurierung durch Julius Zeißig,
  • dreischiffige, dreijochige Hallenkirche,
  • verputzter Bruchsteinbau,
  • Gliederung durch Porphyr,
  • Chor mit 5/8-Schluss,
  • oktogonaler Turmaufsatz mit Haube und Laterne,
  • Spitzbogenportal mit verschränktem Stabwerk,
  • dreiteilige Maßwerkfenster,

Rathaus [3]:

  • freistehender, zweigeschossiger Putzbau,
  • 1825 bis 1828 unter Verwendung des Vorgängerbaus von 1442 errichtet,
  • Walmdach mit hohem Dachreiter,
  • Marktseite mit Säulenportikus,

Kunigundenkirche [4]:

Chor der Kunigundenkirche in Rochlitz

Chor der Kunigundenkirche in Rochlitz

  • Ende 14. Jahrhundert und 3. Viertel 15. Jahrhundert erbaut,
  • eventuell Mitwirkung durch Arnold von Westfalen,
  • spätgotische Hallenkirche,
  • Werksteinbau, verputzter, querrechteckiger Westbau,
  • kurzes Langhaus,
  • Chor mit 7/12-Schluss,
  • sehr reich gestaltete Südfassade aus Rochlitzer Porphyr,

Friedhofskapelle [7]:

Friedhofskapelle Rochlitz

Friedhofskapelle Rochlitz

  • 1906 im Jugendstil durch Rudolf Schilling und Julius Gräbner errichteter Zentralbau auf oktogonalem Grundriss,
  • Putzbau auf hohem Sockelgeschoss mit Porphyrgliederungen,

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Stadt Rochlitz.

Bildergalerie Stadt Rochlitz

Skizze „Stadtrundgang durch Rochlitz“

Quelle:
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, Deutscher Kunstverlag München Berlin, 1998,

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Autor: Mirko Seidel am 28. Mai 2016 07:34, Rubrik: Landkreis Mittelsachsen, Sachsen, Stadtansichten, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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