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Mit dem Rad durch den Landkreis Leipzig

Durch den Colditzer Forst ins Muldedreieck

Wasserschloss Podelwitz

Wasserschloss Podelwitz

Das fantastische Spätfrühjahrswetter animierte mich im Juni zu einer Radtour durch den Colditzer Forst. Startpunkt war Bad Lausick. In der kleinen Stadt steht ein wahrer Schatz – die Ev. St. Kilianskirche. Das Gebäude aus dem 12. Jahrhundert ist eine weitgehend ursprünglich erhaltene, romanische Pfeilerbasilika.

Mein nächstes Ziel war Etzoldshain mit seiner kleinen, romanischen Dorfkirche. Weiter ging es nach Glasten. Vom Rittergut Glasten ist das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert mit seinem gedrückt wirkenden dach erhalten. Versteckt hinter großen Bäumen steht die romanische Dorfkirche mit ihrem wuchtigen Turm.

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Schönbach, Ev. Pfarrkirche

Schönbach, Ev. Pfarrkirche

Ich fuhr weiter nach Schönbach. Auf einer Anhöhe über dem Dorf steht die stattliche Dorfkirche, die im frühen 19. Jahrhundert unter Verwendung eines romanischen Vorgängerbaus errichtet wurde. Eher bescheiden und fast unscheinbar ist hingegen das Herrenhaus des Rittergutes Schönbach im Dorfkern. Durch die kühlen Wälder des Colditzer Forstes erreichte ich Colditz. Schon von weitem leuchtet das Schloss Colditz, auf einem Bergsporn über dem rechten Ufer der Zwickauer Mulde gelegen. Aus der einstigen Burg entstand zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert einer der eindrucksvollsten Schlosskomplexe Sachsens. Nach der Aufgabe der Nutzung durch die sächsischen Kurfürsten wurde im Schloss eine Anstalt für geistig kranke Menschen eingerichtet. Dazu wurde im 19. Jahrhundert im Vorschloss ein großer Neubau im Stil der Neorenaissance errichtet, der heute als Jugendherberge dient.

Schloss Colditz an der Zwickauer Mulde

Schloss Colditz an der Zwickauer Mulde

Die in ihrem Äußeren eher schlichte Stadtkirche von Colditz stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde nach mehreren Bränden im Lauf der Jahrhunderte immer wieder aufgebaut und verändert.

Ich verließ Colditz in südlicher Richtung nach Hohnbach, um das Rittergut zu fotografieren. Da es bis Rochlitz keine Muldebrücke gibt, fuhr ich zurück nach Colditz, überquerte den Fluss und radelte nach Lastau. Die turmlose Kirche im Dorf stammt aus der Romanik und wurde in der Zeit der Gotik verändert. Nahe Lastau über der Mulde befindet sich der Burgberg, eine slawische Wall-Graben-Anlage. Im 19. Jahrhundert wurde im Gelände der Burg ein Aussichtsturm errichtet, der 1945 zerstört wurde.

Rittergut Zschirla

Rittergut Zschirla

Über Hausdorf, wo ich nur noch die Reste des Rittergutes finden konnte, über Zschirla mit seiner 1863 bis 1864 von Ernst Zocher erbauten Kirche und dem schlichten barocken Herrenhaus fuhr ich nach Zschadraß. Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Zschadraß eine Außenstelle der Anstalt Colditz. In eine Parklandschaft wurden mehrere Gebäude gebaut, darunter auch eine kleine Anstaltskirche.

Ich radelte weiter nach Collmen. Das kleine, aber sehr interessante Herrenhaus aus dem Jahr 1723 wurde gerade saniert. Gleich neben dem Rittergut steht die Kirche von Collmen, 1909 von Woldemar Kandler unter Verwendung des Vorgängerbaus errichtet. Die Kirche in Collmen ist eines der interessantesten Kirchengebäude im Landkreis Leipzig.

Collmen (Colditz), Ev. Pfarrkirche

Collmen (Colditz), Ev. Pfarrkirche

Von nun an gings bergab – nach Podelwitz an der Freiberger Mulde. Das Wasserschloss Podelwitz ist ein kleiner Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert. Um die fast kreisrunde ehemalige Wasserburg entstanden Wirtschafts- und Wohnbauten, darunter das sogenannte Muldeschlösschen, ein Neorenaissancebau. Die Anlage in Podelwitz gehört zu den architektonisch beeindruckendsten in Sachsen und auch für die Versorgung hungriger und durstiger Radfahrer ist gesorgt.

Jagdhaus Kössern bei Grimma

Jagdhaus Kössern bei Grimma

Gestärkt machte ich mich auf den wieder auf den Weg nach Kössern. Das Rittergut Kössern wurde zwischen 1695 und 1781 zu einer stattlichen Anlage ausgebaut. Zu dem Gut gehört auch das Das Jagdhaus Kössern, ein Barockbau, vermutlich von Matthäus Daniel Pöppelmann. Ganz anders das Bild des Rittergutes in Leisenau. Das einst stattliche barocke Herrenhaus wurde nach 1945 teilweise abgebrochen und der Rest in ein schlichtes, ja gesichtsloses Wohnhaus umgewandelt.

Langsam wurden die Beine schwer. Ich hatte wieder Schönbach erreicht, fuhr noch einmal durch Glasten nach Bad Lausick und zurück mit der Bahn nach Leipzig.

Tourverlauf

Bad Lausick, Ev. St. Kilianskirche

Bad Lausick, Ev. St. Kilianskirche

  • Bad Lausick,
  • Etzoldshain,
  • Glasten,
  • Schönbach,
  • Colditz,
  • Hohnbach,
  • Lastau,
  • Hausdorf,
  • Etzoldshain, Ev. Martinskirche

    Etzoldshain, Ev. Martinskirche

  • Zschirla,
  • Zschadrass,
  • Collmen,
  • Podelwitz,
  • Kössern,
  • Leisenau,
  • Schönbach,
  • Glasten,
  • Bad Lausick,

Länge der Radtour

  • ca. 55 km

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