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Radwandern an der Mulde – Burgen und Schlösser zwischen Wurzen und Eilenburg

Im Muldetal

Im Muldetal

Die Mulde – die Wasserreiche – entsteht südöstlich von Leipzig bei Sermuth durch den Zusammenfluss der Zwickauer Mulde und der Freiberger Mulde und mündet nach ca. 143 km bei Dessau in Sachsen-Anhalt in die Elbe. Vereinte oder Vereinigte Mulde fließt durch das sächsische Hügelland, vorbei an Grimma, Nerchau, Trebsen, Wurzen und Eilenburg. Frühzeitig wurde das Muldental besiedelt. Im Mittelalter entstanden entlang des Flusses zahlreiche Burgen, denen Schlösser folgten. Das Muldental gehört zu den landschaftlich reizvollsten und kulturhistorisch interessantesten Gebieten in Sachsen. Kommen Sie mit auf eine Entdeckungstour zu den Burgen und Schlössern an der Mulde zwischen Wurzen und Eilenburg.

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Burgen und Schlösser zwischen Wurzen und Eilenburg

Schloss Machern

Schloss Machern

Schloss und Park Machern

Bereits 1430 begann die Herrschaft des Geschlechts derer von Lindenau in Machern und bis 1802 bestimmte diese Familie die Geschicke des Ortes. Der letzte Reichsgraf, Carl Heinrich August von Lindenau, inspiriert von seinen zahlreichen Reisen ins Ausland, legte Ende des 18. Jahrhunderts die Gartenanlagen im englischen Stil an. Die von dem Gartenarchitekten E.W. Glasewald entworfenen Gartengebäude, die Pyramide, der Hygiea-Tempel oder die imposante Ruine der Ritterburg, spiegeln die „Zeit der Empfindsamkeit“ und der „Aufklärung“ eindrucksvoll wieder und geben der Anlage ihr unverwechselbares Gepräge. Das Macherner Schloss wurde als Wasserschloss errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es immer wieder um- und ausgebaut. Seine ältesten Teile stammen wahrscheinlich bereits aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt es seine jetzige Gestalt als dreiflügelige Barockanlage. 1946 ging das Schloss in Gemeindeeigentum über. 1981 vernichtete ein Brand den Dachstuhl im Ostflügel und auch der „Zahn der Zeit“ nagte an dem einstmals so prachtvollen Gebäude. 1982 begann man schrittweise mit der denkmalpflegerischen Rekonstruktion und nach 1990 wurde es mit aufwendig restauriert. Das Schloss dient heute als eine Stätte der Begegnung, in der regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Theater, Konzerte und Ausstellungen, aber auch Tagungen, Seminare und Familienfeiern stattfinden. Nicht zuletzt hat sich das Schloss, durch das in der historischen Ritterstube befindliche Standesamt, auch einen Namen als romantisches Hochzeitsschloss gemacht.

Schloss Wurzen

Schloss Wurzen

Dom zu Wurzen

Dom zu Wurzen

Dom und Schloss Wurzen

Wurzen wird erstmals 961 in einer Urkunde Ottos I. als Vurcine und Civitas erwähnt. Die Burg und die Marktsiedlung bezogen ihre Bedeutung aus ihrer Lage am Übergang der Via Regia über die Mulde und deren Kreuzung mit einer alten Salzstraße von Halle nach Prag. Bischof Herwig von Meißen gründete 1114 das Kollegialstift Wurzen, das im 16. Jahrhundert protestantisch wurde und noch heute besteht (Domkapitel). Die Entwicklung der Stadt erreichte im 15./16. Jahrhundert einen Höhepunkt, als die Bischöfe von Meißen zeitweise hier residierten und eine nennenswerte Bautätigkeit entfalteten (Schloss, Domerweiterung, Stadtkirche St. Wenceslai). Am 31. Juli 1838 wurde Wurzen an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen (Leipzig-Dresdner Eisenbahn). Über die Mulde wurde die erste Eisenbahnbrücke Deutschlands gebaut.

Schloss und Park Nischwitz

Schloss und Park Nischwitz

Schloss und Park Nischwitz

Freiherr von Rackwitz, königlich sächsischer Kammermeister, veranlasste nach völligem Verfall des alten Rittergutes den Neubau eines Schlosses in Nischwitz von 1714 bis 1721 mit entsprechenden Nebengelass, Park usw. In diesem Zeitraum wurde auch die Dorfkirche neu erbaut und erweitert. Das Anwesen und damit der Ort wechselten im Laufe der Jahre mehrfach die Besitzer. Schließlich erwarb 1743 Heinrich Graf von Brühl den Besitz. Seiner zu damaligen Zeiten verschwenderischen Bauwut hat es Schloss Nischwitz zu verdanken, dass der über die Grenzen von Sachsen bekannte Oberlandesbaumeister Johann Christoph Knöffel den erneuten, sehr umfangreichen Um- und Ausbau der gesamten Schlossanlage beginnen konnte. Es entstand eines der schönsten und prächtigsten Rokokoschlösser Sachsens.
Sehenswert neben dem Schloss sind das Geburtshaus des Malers Cornelius Gurlitt (Dorfstraße 11), der Taubenturm (Dorfstraße 13), die Kirche und im Schlosspark die Begräbnisstätte der Familien von Ritzenburg und Zimmermann.

Schloss Püchau

Schloss Püchau

Schloss Püchau

Das Schloss in Püchau wurde als Burgward vermutlich 924 erstmals erwähnt. Die einstige Struktur der Burg – Vorburg und Kernburg – ist heute noch deutlich an der Schlossbebauung ablesbar. Das Schloss ist eine Dreiflügelanlage, im Wesentlichen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammend. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen. Ost- und Westflügel sind durch einen Wehrgang verbunden. Die Wirtschaftsgebäude im Bereich der ehemaligen Vorburg sind offen um einen Hof gruppiert.
Der dreigeschossige Schlossbau steht imposant auf dem Hochufer der Mulde. Die Fassadengestaltung erfolgte im neogotischen Stil, besonders repräsentativ ist die Westfront mit dem Hohen Turm.

Schloss Thallwitz

Schloss Thallwitz

Schloss Thallwitz

Das Schloss Thallwitz wurde im 16. Jahrhundert erbaut und Ende des 19. Jahrhunderts von den Fürsten von Reuß jüngere Linie zu einem Jagdschloss umgestaltet. Das Schloss war ab 1943 eine Klinik für plastische Chirurgie. 1994 wurde die Klinik geschlossen. Eine Büste vor dem Schloss erinnert an den Gründer Wolfgang Rosenthal. Seit 2008 befindet sich das Schloss wieder im Besitz des Hauses Reuß. Sehenswert ist auch die Sägemühle Thallwitz. Sie wird im Jahr 1790 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist voll funktionsfähig und wird über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben.

Eilenburg, Ilburg

Eilenburg, Ilburg

Eilenburg

In einer Urkunde Ottos I. vom 29. Juli 961 wird erstmals eine civitas Ilburg genannt. Im Jahr 1000 befand sich der ursprünglich direkt dem König unterstehende Burgward, d. h. das gesamte Gebiet mit der Burg Eilenburg im Zentrum, in der Grafschaft des Grafen Friedrich I. aus dem Geschlecht der Wettiner. Am Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts erlebte die Burg einen repräsentativen Ausbau mit einer Ringmauer und mindestens zwei Türmen aus Backstein. Der sogenannte Sorbenturm (um 1200) und der Südwestturm der Burg (nach 1230) waren Wohntürme, die der Burgmannenbesatzung der wichtigen wettinischen Burg als Sitz gedient haben dürften. Ebenfalls in den Jahrzehnten um 1200 entstand auf dem zur Mulde hin gelegenen Terrain östlich der Burg eine planmäßige ovale Stadtanlage von 600 Metern Länge und 300 Metern Breite mit gitterförmigem Straßennetz.
Einen weiteren Aufstieg erlebte die Stadt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts unter Markgraf Wilhelm I von Meißen.
Die Innenstadt wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört. Weite Teile der Innenstadt Eilenburgs wurden in den 1950er Jahren wieder aufgebaut und sind Zeugnis des frühen Städtebaus in der DDR. Neben der Ilburg sind die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus und die Bergkirche unterhalb der Burg besonders sehenswert. Das Rathaus entstand in den 1950er Jahren nach historischem Vorbild neu.

Beschreibung der Tour

  • Empfohlene Tour:Radtour.
  • Route:Die Tour beginnt am Haltepunkt Machern. Verlassen Sie Machern in nordöstlicher Richtung und folgen Sie dem Jakobspilgerweg über Nepperwitz und Grubnitz nach Wurzen. In Machern sollten Sie eine Stunde zur Besichtigung des Parks einplanen. Nehmen Sie sich in Wurzen Zeit für einen Stadtbummel mit Besuch des Doms und der Wenceslaikirche.
    Von Wurzen folgen Sie dem Mulderadweg nach Norden bis nach Canitz. Dort überqueren Sie die Mulde. Achtung, die Brücke wurde nie fertiggestellt und das Fahrrad muss hinauf- und wieder hinuntergetragen werden. Fahren Sie weiter nach Püchau.
    Von Püchau nach Thallwitz fahren Sie zunächst zurück nach Canitz, dann weiter auf dem Mulderadweg nach Thallwitz.
    Folgen Sie dem Mulderadweg bis zur Stadtgrenze von Eilenburg. Dort verlassen Sie den Mulderadweg und fahren durch die Leipziger Straße in die Innenstadt und zur Ilburg. Bevor Sie von Eilenburg die Rückreise mit dem Zug antreten, statten Sie der Stadtkirche einen Besuch ab.
  • Dauer: Ganztagestour,
  • Entfernung:
    Machern – Wurzen ca. 9 km,
    Wurzen – Nischwitz ca. 3 km,
    Nischwitz – Canitz ca. 3,5 km,
    Canitz – Püchau ca. 3,5 km,
    Püchau – Canitz ca. 3,5 km,
    Canitz – Thallwitz ca. 3 km,
    Thallwitz – Eilenburg ca. 9 km,
    Gesamt ca. 34,5 km,
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Autor: Mirko Seidel am 25. Sep 2013 14:12, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Muldetal, Reiseberichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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