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Leipziger Persönlichkeiten – David Schatz

Schloss Knauthain

Schloss Knauthain

David Schatz wurde 1667 oder 1668 in Dresden geboren. Schatz stammte aus armen Verhältnissen und erlernte in Dresden den Beruf des Gärtners. David Schatz gehörte zum Kreis um Matthäus Daniel Pöppelmann und pflegte gute Beziehungen zum sächsischen Hof Augusts des Starken.

Im Jahr 1700 kam David Schatz, möglicherweise auf Wunsch der Gebrüder Caspar und Georg Bose, nach Leipzig. Hier setzte Schatz sich als einer der führenden Leipziger Architekten des Barocks durch, gehörte jedoch nicht der Maurerinnung an. Im Gegensatz zu seinen zeitgenössischen Baumeistern in Leipzig arbeite David Schatz nicht nur in Leipzig und dessen Umgebung, sondern im gesamten mitteldeutschen Raum. David Schatz ließ sich von in Leipzig bereits wirkenden und anerkannten Baumeister Gregor Fuchs und Christian Döring nicht beeinflussen und entwickelte seinen eigenen Baustil.

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Schloss Burgscheidungen

Schloss Burgscheidungen

David Schatz entwarf das Schloss Knauthain für Karl-Hildebrand von Dieskau, verschiedene Leipziger Bürgerhäuser und die Salvatorkirche in Gera. Weiterhin gestaltete er auch Gartenanlagen, wie Apels Garten oder den Schlosspark in Zöbigker. Der von Schatz geleitete barocke Neu- und Umbau des Schlosses Burgscheidungen an der Unstrut wird als sein Hauptwerk gewertet.

1738 wurde David Schatz gebeten, ein Gutachten zum geplanten Kuppelbau der Dresdener Frauenkirche abzugeben. Den Streit zwischen dem Baumeister George Bähr und dem Statiker Gaetano Chiaveri schlichtete David Schatz mit seinem Urteil zugunsten der von Bähr gewählten Lösung.

David Schatz starb am 15. März 1750 in Leipzig. Zu den von David Schatz errichteten Gebäuden gehören:

Portal des Hotel de Saxe in Leipzig

Portal des Hotel de Saxe in Leipzig

  • 1700 bis 1795: Schloss Knauthain bei Leipzig,
  • 1702 bis 1718: Gestaltung von Apels Garten in Leipzig (nicht erhalten),
  • um 1711: Umbau des Palais Kötteritz in Dresden,
  • 1711 bis 1717: vermutlich Hotel de Saxe Leipzig, Klostergasse 9, (Ruine 1968 abgerissen, Portal erhalten),
  • um 1712: Vorwerk Funkenburg (1895 abgerissen),
  • 1712: eigenes Wohnhauses Neumarkt 13 Leipzig, (1893/94 abgebrochen),
  • nach 1713: vermutlich Umbau Herrenhaus Gautzsch (nicht erhalten),
  • um 1715: Katharinenstraße 22 Leipzig, (im 2.Weltkrieg zerstört),
  • Großdeuben, Ev. Katharinenkirche

    Großdeuben, Ev. Katharinenkirche

  • 1716: Katharinenkirche Großdeuben,
  • 1716 bis 1724: Gestaltung des Schlossparks in Zöbigker,
  • 1717 bis 1720: Salvatorkirche Gera,
  • 1718 bis 1735: eventuelle Umbau des Hauptflügels und der Schlosskapelle auf Schloss Osterstein Gera (nicht erhalten),
  • 1719: Martin-Luther-Kirche Gautzsch,
  • 1724 bis 1727: vermutlich barocke Umgestaltung des Seckendorffschen Schlosses in Meuselwitz (nicht erhalten),
  • 1724 bis 1727: Dorfkirche Calbitz unter Einbeziehung des alten Westturmes,
  • 1724 bis 1732: Schloss Burgscheidungen,
  • um 1727: abschließende Bauarbeiten am Schloss Brandis,
  • 1728 bis 1730: zugeschrieben Schloss Otterwisch,
  • um 1730: Torhaus Kanzleilehngut Großdeuben,
  • 1735 bis 1737: Schloss Gepülzig bei Erlau (1947 abgetragen),
  • Schloss in Otterwisch

    Schloss in Otterwisch

  • 1738: Gutachten zum Kuppelbau der Frauenkirche Dresden,
  • 1738: vermutlich Dorfkirche Beerwalde,
  • ab 1738: Bauleitung bei der Neueinrichtung der Hofkapelle in der Leipziger Pleißenburg, (1897 abgebrochen),
  • ab 1740: Schloss Lodersleben,
  • 1740 bis 1741: Entwurf für den Umbau der Dorfkirche Dreiskau-Muckern,

David Schatz zugeschrieben werden das Schloss Schönwölkau, eventuell aber auch von Antonio Fontana, und das Schloss Wiederau, eventuell aber auch von Gregor Fuchs.

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Autor: Mirko Seidel am 24. Mai 2022 18:25, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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