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Leipziger Persönlichkeiten – Hugo Licht

Hugo Licht

Hugo Licht

Hugo Georg Licht wurde am 21. Februar 1841 in Niederzedlitz (bei Posen) geboren. Der Sohn eines Gutsbesitzers besuchte die Realschule und begann eine Maurerlehre. 1862 bis 1863 lernte Licht im Berliner Architekturbüro von Hermann Ende und Wilhelm Böckmann, die in Berlin bei Villen und anderen privaten Bauten die Baukunst des Spätklassizismus prägten.

1864 ging Hugo Licht an die Berliner Bauakademie und wurde Schüler von Friedrich Adler. Von Berlin ging Hugo Licht nach Wien und arbeitete dort bei dem Architekten Heinrich von Ferstel.

Nach einer Italienreise 1869 bis 1870 kehrte Licht nach Berlin zurück und ließ sich als freier Architekt nieder. Der Leipziger Oberbürgermeister Otto Georgi betraute Licht am 4. April 1879 ohne Ausschreibung mit der Leitung des Hochbauamtes der Stadt und verlieh ihm den Titel des Stadtbaudirektors. Als das Bauamt 1879 neu organisiert wurde, übernahmen Hugo Licht und seine Mitarbeiter die Planung fast aller wichtigen kommunalen Neubauten. Hugo Licht prägte das Bild der Stadt Leipzig entscheidend. Er griff in all seinen Bauten typische Stilelemente auf, nutzte oft Verbundsteine und betonte herausgehobene Elemente der Architektur durch sichtbaren Sandstein. Zu Lichts bevorzugten Elementen gehörten markante Turmlösungen, wie beispielsweise bei der Polizeiwache an der Wächterstraße oder der Markthalle (nicht erhalten). Beim Predigerhaus an der Nikolaikirche griff Licht auf einen vereinfachten Renaissancestil zurück, der den Bau in das historische Umfeld einpasst.

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Predigerhaus an der Nikolaikirche

Predigerhaus an der Nikolaikirche

1897 erhielt Hugo Licht den Ersten Preis im Wettbewerb für den Neubau des Leipziger Rathauses. Von 1898 und 1905 war Licht als Stadtbaurat beurlaubt und wurde als Privatarchitekt mit der Bauleitung des Neuen Rathauses in Leipzig betraut.

Hugo Licht starb am 28. Februar 1923 in Leipzig.

Zu den Bauten von Hugo Licht in Leipzig gehören:

  • 1881 bis 1884: Kapelle und Leichenhalle des Neuen Johannisfriedhofs, Vor dem Hospitaltore (im 2. Weltkrieg zerstört),
  • 1883 bis 1884: 8. Bezirksschule, Scharnhorststraße 13/15,
  • Hochschule für Musik und Theater Leipzig, ehem. Konservatorium

    Hochschule für Musik und Theater Leipzig, ehem. Konservatorium

  • 1883 bis 1886: Umbau und Erweiterung des Städtischen Museums, Augustusplatz 6 (im 2. Weltkrieg zerstört, Ruine 1962 abgerissen),
  • 1885 bis 1887: Königlich Sächsisches Konservatorium der Musik, Grassistraße 8,
  • 1886: Ev. Marienkirche Stötteritz (Umbau),
  • 1886 bis 1887: Predigerhaus der Nikolaikirche, Nikolaikirchhof 3-4,
  • 1886 bis 1888: Städtischer Schlachthof, Kantstraße 71/73 (teilweise erhalten),
  • Polizeidirektion Leipzig

    Polizeidirektion Leipzig

  • 1887 bis 1889: Siechenhaus des Johannishospitals, Philipp-Rosenthal-Straße 27 (heute Medizinisches Forschungsgebäude, „Rotes Haus“),
  • 1888 bis 1890: Polizeigebäude, Wächterstraße 5 (heute Dimitroffstraße),
  • 1888 bis 1891: Städtische Markthalle, Markthallenstraße/Rossplatz (im 2. Weltkrieg zerstört),
  • 1891: Städtische Gewerbeschule Leipzig, Wächterstraße 13,
  • 1892: Grabdenkmal für den Verleger Carl Christian Philipp Tauchnitz auf dem Nordfriedhof,
  • 1892 bis 1895: Altes Grassimuseum, Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11,
  • Städtisches Kaufhaus Leipzig

    Städtisches Kaufhaus Leipzig

  • 1893 bis 1896: Messehaus „Städtisches Kaufhaus“, Neumarkt 9/ Universitätsstraße 16,
  • 1894 bis 1897: Umbau der Johanniskirche, Johannisplatz (im 2. Weltkrieg zerstört, 1949 bis auf Turm abgerissen; Turm 1963 gesprengt),
  • 1896: Denkmal für Wilhelm Seyfferth, Paul-Gerhardt-Weg im Johannapark (Postament und Gesamtentwurf, Marmorbüste von Melchior zur Straßen),
  • 1896: Aussichtsturm auf dem Rosentalhügel (im 2. Weltkrieg abgebrannt),
  • 1897: Kasernenanlage in Möckern, Georg-Schumann-Straße 146–150,
  • 1897 bis 1898: 28. Bezirksschule, heute Schule am Adler, Antonienstraße 24,
  • 1898 bis 1899: 30. Bezirksschule, Karl-Vogel-Str. 17/19,
  • Das Neue Rathaus in Leipzig

    Das Neue Rathaus in Leipzig

  • 1899 bis 1905: Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4/6,
  • 1908 bis 1912: Stadthaus, Burgplatz 1,
  • 1911 bis 1913: Verwaltungsgebäude der Leipziger Feuerversicherungs-AG, Dittrichring 22/24 (gemeinsam mit Georg Weidenbach und Richard Tschammer, Runde Ecke),
  • 1912 bis 1913: Matthäistift, Kommandant-Prendel-Allee 85,
  • 1913 bis 1915: Zeppelinbrücke im Zuge der Jahnallee über das Elsterbecken,
  • Seniorenzentrum Matthäistift Stötteritz

    Seniorenzentrum Matthäistift Stötteritz

  • 1918: Löwenbrunnen, Naschmarkt (in Anlehnung an den hölzernen Vorgänger und unter Wiederverwendung der ca. 100 Jahre älteren gusseisernen Löwen nach Entwurf von Gottfried Schadow),
  • 1919: Grabmal für Oberbürgermeister Otto Georgi auf dem Südfriedhof (letztes Werk Hugo Lichts),
  • ab 1879 Entwurf des Südfriedhofs gemeinsam mit dem Gartendirektor Otto Wittenberg

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Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Licht#/media/Datei:Hugo_Licht.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 29. Aug 2022 14:18, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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