Geschichte & Geschichten

Unser Leipzig – unsere Geschichte

Leipzig tritt ins Licht der Geschichte

Urbe Lipzi - Die Burg Leipzig, Rekonstruktionsversuch

Urbe Lipzi – Die Burg Leipzig, Rekonstruktionsversuch

Post haec autem Eid antistes egreius a Polenia saltem cum muneribus magnis reversus egrotare cepit e in urbe Libzi vocata fidelem Christo animam XIII. Kal. Ianuarii reddidit.

„Dann erkrankte der wackere Bischof Eid, der eben mit großen Geschenken aus Polen zurückgekehrt war, und gab am 20. Dezember in der Burg Leipzig Christus seine treue Seele zurück.“

Im Wortlaut dieser Urkunde aus dem Jahr 1015, geschrieben von Bischof Thietmar von Merseburg, den Tod des Bischof Eid von Meißen darlegend, wird die Burg Leipzig als Sterbeort des Bischofs genannt und damit erscheint der Name Leipzig erstmals in der Geschichte. Da war die Siedlung wohl schon über 200 Jahre alt. Leipzig mit seiner Burg war befestigter Ort im Herrschaftsgebiet zwischen Saale und Elbe, wohl aber keine Stadt.

Bischof Thietmar schreibt in seiner Chronik, dass Kaiser Heinrich II. dem Bistum Merseburg 1077 eine Kirche in Leipzig schenkte. Um welche Kirche es sich handelte, ist nicht bekannt. Leipzig war als Burgwardort nicht bedeutender, als die Burgwarde Taucha, Schkeuditz oder Magdeborn. Erst die Stadtwerdung sollte der Siedlung und Burg Leipzig einen Aufschwung bescheren.

Zum Burgwardbezirk Leipzig gehörten die Dörfer Zschocher, Schleußig, Leutzsch, Plagwitz, Gohlis, Eutritzsch, Petzsch (wüst), Reudnitz, Sellerhausen, Stünz, Mölkau, Miltzschen (wüst), Stötteritz, Brand/Lusitz (wüst).

Tour anfragen »

Romanische Turmfront der Nikolaikirche

Romanische Turmfront der Nikolaikirche

Wie sah die Siedlung Leipzig aus? Das ist schwer zu sagen, da nur wenige schriftliche Quellen überliefert sind und eine städtische Geschichtsschreibung im mittelalterlichen Leipzig fehlte. Zur Bedeutung als Burgwardort kam die Lage an zwei Handelsstraßen, der Via Regia oder Hohe Straße und der späteren Via Imperii, der Reichsstraße.

Die Burg auf dem Matthäikirchhof war eine Steinburg mit Bergfried. An der Großen Fleischergasse und im Bereich von Barthels Hof gab es eine Burgsiedlung (Suburbium). 1050 wird das Naundörfchen nordwestlich der Stadt erstmals erwähnt.

Der Ausbau der Siedlung ist schon im 11. Jahrhundert anzunehmen, da archäologische Funde ein Suburbium nordöstlich der Burg, also am Brühl, belegen. Bei dem 1017 erwähnten Gotteshaus könnte es sich um die Peterskirche handeln, so dass der Bereich südlich der Burg ebenfalls ein Siedlungsbereich gewesen sein könnte.

Um 1165 verleiht Markgraf Otto der Reiche von Meißen Leipzig das Stadt- und Marktrecht. Genau zu datieren ist das Schriftstück nicht, da es keine Jahreszahl enthält. Otto regierte seit 1156, der genannte Zeuge Bischof Johannes von Merseburg starb 1170. Man einigte sich auf 1165. Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts entsteht der erste Bau der Nikolaikirche, von dem die Turmfront erhalten blieb. Sie war wohl Stadt- und Marktkirche einer Neustadt, die sich um Nikolaikirchhof und Neumarkt entwickelte.

zurück zum Hauptartikel

Bildquellen: Rekonstruktionszeichnung der Leipziger Burg um 1015 nach archäologischen Grabungen durch Herbert Küas – heute mitunter umstritten.© Stadt Leipzig / Stadtarchiv

Quelle:
Enno Bünz (Hrsg.): Geschichte der Stadt Leipzig, Band 1 VOn den Anfängen bis zur Reformation, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2015

Stichworte:
, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Autor: Mirko Seidel am 12. Aug 2021 16:42, Rubrik: Geschichte & Geschichten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


Einen Kommentar schreiben

©2022 – architektur-blicklicht – Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig – Telefon: 0341 46 86 68 73
Touren, Tipps & Wanderungen per Rad, Auto und zu Fuß zu Burgen, Schlössern, Herrenhäusern, Kirchen, Industriebauten, Stadtansichten
in Leipzig, Sachsen & Mitteldeutschland
webdesign: agentur einfachpersönlich