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Leipziger Persönlichkeiten – Paul Lange

Paul Lange

Paul Lange

Paul Lange wurde am 21. August 1853 in Planschwitz geboren. 1867 kam er an die Königliche Bauschule in Dresden und machte zeitgleich eine Maurerausbildung. 1870 besuchte Lange die Lehranstalt für gewerbliche Kunst. Ab 1871 arbeitete Paul Lange fünf Jahre in Wien in den Architekturbüros von Emil von Förster und war am Ringtheater beteiligt.

1876 ging Lange nach Paris und kehrte dann nach Leipzig zurück. Fünf Jahre war Lange im Architekturbüro Grimm beschäftigt, bevor er sich 1885 als Architekt selbstständig machte. 1893 zog Lange in das von ihm errichtete Wohnhaus in der Konstantin-/Ecke Lutherstraße.

Paul Lange war bedeutender Kirchenbaumeister, 25 Kirchen in Leipzig und Umgebung, im Vogtland und bis in das österreichische Böhmen hinein wurden nach seinen Plänen errichtet. Etwa 40 Kirchen baute Lange um oder restaurierte sie. Paul Lange war ein Verfechter kleiner Kirchen wegen deren besserer Akustik und des stärkeren Zusammengehörigkeitsgefühls der Gemeinde. Großen Wert legte Lange auf die Innenarchitektur, wie in Leipzig u.a. in der Heilig-Kreuz-Kirche oder im Riquethaus erkennbar.

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Neben Kirchenbauten, Pfarrhäusern und Bauten plante Paul Lange Gebäude für die Innere Mission, Geschäftshäuser, Fabriken (u.a. die Riquetsche Schokoladenfabrik), Lagerhäuser, Schulen, Herbergen, Wohnhäuser und Villen.

Paul Lange starb am 30. Juli 1932 in Leipzig.

Sellerhausen-Stünz, Ev. Emmauskirche Stünz

Ev. Emmauskirche in Sellerhausen-Stünz

Zu den Kirchenbauten von Max Lange in Leipzig gehören:

  • 1891: Interimskirche Anger-Crottendorf („Holzdom“, 1943 zerstört),
  • 1892: Ev. Jakobuskirche Kleinpösna (Umbau),
  • 1893 bis 1894: Kirche zum Heiligen Kreuz Neustadt-Neuschönefeld, Neustädter Markt 8,
  • 1898 bis 1900: Emmauskirche Sellerhausen, Wurzner Straße 160,
  • 1898 bis 1899: Ev. Marienkirche Stötteritz (Umbau mit Julius Zeißig),
  • 1900 bis 1901: Auferstehungskirche Möckern, Georg-Schumann-Straße 184 (errichtet als Notkirche),
  • 1906: Alte Erlöserkirche, ehemals Zillerstraße 10 (Umbau, 1945 zerstört)

Außerhalb Leipzigs war Paul Lange bei folgenden Kirchen tätig:

Altmittweida, Ev. Pfarrkirche

Altmittweida, Ev. Pfarrkirche

  • 1895: Kirche Altmittweida,
  • 1898: Kirche Wildenau im Vogtland,
  • 1901: Kirche Eibenberg,
  • 1902: Lutherkirche in Kändler,
  • 1902: Kirche in Leitmeritz (Böhmen),
  • 1903: Kirche Fuchshain,
  • 1903: Kirche Niederwürschnitz im Erzgebirge,
  • 1904: Heilandskirche in St. Joachimsthal (Böhmen),
  • Fuchshain, Ev. Pfarrkirche

  • 1904: Kirche Skäßchen (Kirchenbezirk Großenhain),
  • 1905: Kirche Berbisdorf,
  • 1905: Kirche Nauwalde (Kirchenbezirk Großenhain),
  • 1905: Kirche in Lobositz (Böhmen),
  • 1906 bis 1908: Lutherkirche in Harthau bei Chemnitz,
  • 1907: Jesuskirche in Türmitz (Böhmen),
  • 1912: Kirche Magdeborn (Umbau der Kirche, 1978 für Tagebau Espenhain abgebrochen),

Weitere Bauten von Paul Lange in Leipzig sind:

Riquethaus in Leipzig

Riquethaus in Leipzig

  • 1887: Herberge zur Heimat (Wohnheim für wandernde Handwerksgesellen), Gneisenaustraße 2,
  • 1888: Marthahaus der Inneren Mission, Löhrstraße 9,
  • 1887 bis 1893: Schwabesche Häuser, Konstantinstraße 6–16,
  • 1907 bis 1908: Landeskirchliche Gemeinschaft, Paul-Gruner-Straße 44,
  • 1908 bis 1909: Geschäftshaus für die Kolonialwarenhandlung und Schokoladenfabrik Riquet & Co., Schuhmachergässchen 3,
  • Geschäftshaus, Ritterstraße / Grimmaische Straße (im 2. Weltkrieg zerstört),
  • Jugendstilvilla, Cunnersdorfer Straße 6,
  • Villa Cunnersdorfer Straße 6 Sellerhausen-Stünz

    Villa Cunnersdorfer Straße 6 Sellerhausen-Stünz

  • Villa Jacobstraße 25,
  • Villen Reichel und Schmidt, am Eingang ins Rosental,
  • Haus Körnig, Grimmaische Straße,

Paul Langes Bauten in anderen Orten:

  • 1898: Zentralschule in Auerbach (Vogtland), heute Goethe-Gymnasium,
  • 1908: Fabrikbauten der Schokoladenfabrik Riquet & Co. in Gautzsch,

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Paul_Lange_1878.jpg

Quelle:
amtliche Denkmalliste des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen bei wikipedia.de
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 28. Aug 2022 17:33, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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