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Mit dem Rad durch den Landkreis Nordsachsen

Radtour entlang der Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben

Eilenburg, Ev. Stadtkirche St. Andreas und St. Nikolai

Eilenburg, Ev. Stadtkirche St. Andreas und St. Nikolai

Die Mulde mit ihrem gut ausgebauten Radweg ist immer wieder eine Radtour wert. Nördlich von Eilenburg fließt der Fluss gemächlich durch eine breite Aue nach Bad Düben, wo er nach Westen in Richtung Goitzsche abbiegt. Das Muldetal ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch kulturgeschichtlich hoch interessant.

Ich fuhr mit dem Zug nach Eilenburg und folgte zunächst dem Muldewanderweg nach Zschepplin. Die Kirche in Zschepplin aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde um 1600 umgebaut. Die Saalkirche hat einen relativ kurzen Saal und einen leicht eingezogenen Chor mit 3/8-Schluss.

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Das Rittergut in Zschepplin geht auf einen slawischen Burgward an der Mulde zurück. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg umgebaut. Heinrich Graf von Brühl veränderte das Schloss nach 1762. Die unregelmäßige Renaissance-Vierflügelanlage mit langgestrecktem barockem Erweiterungsbau steht auf einer Anhöhe über der Mulde.

Schloss Hohenprießnitz an der Mulde

Schloss Hohenprießnitz an der Mulde

Weiter ging es am linken Muldeufer nach Hohenprießnitz. Im Mittelalter entstand auf dem Hochufer über der Mulde eine Burg, deren Reste heute im Schlosspark zu sehen sind. Das Schloss des Rittergutes Hohenprießnitz gehört zu den imposantesten im Landkreis Nordsachsen. Um 1700 wurde die Dreiflügelanlage mit weiten Corps de Logis erbaut. Das Schloss hat weit vorgezogene Eck- und Mittelrisalite und zwei Treppentürme.

Die Kirche in Hohenprießnitz wurde 1700 erbaut und erhielt 1867 ihren Turm.

Von Hohenprießnitz nutzte ich den Mulderadweg und gelangte nach Glaucha. Die Kirche in Oberglaucha ist ein kleiner romanischer Bau, der 1633 umgestaltet wurde. Im Vergleich zu Zschepplin und Hohenprießnitz ist das Rittergut in Niederglaucha sehr bescheiden. Das Herrenhaus wurde abgerissen. Die Kirche in Niederglaucha stammt ebenfalls aus der Romanik und wurde im 16. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert verändert.

Bad Düben, Burg Düben

Bad Düben, Burg Düben

Ich fuhr weiter und erreichte die Kleinstadt Bad Düben an der Mulde. Über die Muldebrücke gelangte ich zur Burg Düben. Die Burg Bad Düben in ihrer heutigen Gestalt wurde 1450 bis 1458 und 1663 bis 1665 erbaut. Sie ist eine der wenigen erhaltenen Befestigungsanlagen an der Mulde.
Die Stadtkirche in Bad Düben stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. 1810 bis 1814 wurde der Turm neu gebaut, 1816 bis 1817 der Saal umgebaut.

Meine Radtour führt mich zunächst weiter entlang der Mulde zum Freigut Altenhof, das in einem Muldealtarm im 17. Jahrhundert erbaut und 1936 umgebaut wurde. Mein nächstes Ziel war das Dorf Schnaditz. Aus einer kleinen mittelalterlichen Wasserburg, deren Hügel und Wall-Graben-System teilweise erhalten geblieben sind, entwickelte sich seit der Mitte des 14. Jahrhundert eine unregelmäßige Dreiflügelanlage. Im 17. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert wurde das Schloss Schnaditz umgebaut. Unweit des Rittergutes steht die Ev. Pfarrkirche, eine Saalkirche aus dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.

Mein nächstes Ziel war Tiefensee. Das Herrenhaus des Rittergutes wurde abgerissen. Die Dorfkirche in Tiefensee wurde 1811 bis 1812 erbaut und hat einen Turm mit Fachwerkaufsatz.

Von Tiefensee fuhr ich durch Wellaune zurück zum Mulderadweg in Niederglaucha und weiter nach Eilenburg.

Tourverlauf und Objekte

Schnaditz, Schloss

Schnaditz, Schloss

  • Eilenburg, Bahnhof,
  • Zschepplin (Rittergut mit Schloss, Schlosspark, Kirche),
  • Hohenprießnitz (Rittergut mit Schloss, Schlosspark mit Burgstelle, Kirche),
  • Oberglaucha (Ev. Kirche),
  • Niederglaucha (Kirche, Rittergut),
  • Bad Düben Burg, Stadtkirche, Friedhofskirche, drei Freigüter),
  • Altenhof (Freigut),
  • Schnaditz (Rittergut mit Wasserburg und Park, Kirche),
  • Tiefensee (Kirche, Rittergut),
  • Wellaune – Glaucha – Eilenburg,

Weitere Informationen zur Radtour

  • Länge der Radtour: ca. 46 km,
  • Schwierigkeitsgrad: gering,
  • Landschaftsbild: in der Muldeaue sehr reizvoll,
  • Wegeführung: entlang der Mulde ausgebaute Radwege, ansonsten Straßen, darunter ein kurzes Stück auf der B 107,
  • Regionale Rad- und Wanderwege: Eilenburg – Hohenprießnitz Muldewanderweg,
    Hohenprießnitz – Bad Düben Mulderadweg,
    Bad Düben – Schnaditz – Tiefensee Radwanderweg Delitzsch – Bad Düben

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