Landkreis Nordsachsen

Rittergut Zschepplin (bei Leipzig)

Zschepplin, Schloss

Zschepplin ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Nordsachsen. Zschepplin liegt an der Mulde, nordöstlich von Leipzig (ca. 28 km) zwischen Eilenburg (ca. 7 km) und Bad Düben (ca. 13 km).

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Rittergut Zschepplin

Bauzeit
16. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert,
nach 1762, nach 1775, ab 1847, 1858 (Einbau Festsaal),
Baustil
Renaissance, Barock, Historismus
Bauherr
Familie von Ende (Umbau der Burg zum renaissanceschloss),
Joseph Karl Freiherr von Bender und Loitha (nach 1775),
Clemens August Bruno Freiherr von Mengersen (ab 1847),
Baumeister/Architekt
vermutlich Friedrich August Krubsacius (nach 1775),
evtl. Karl Moritz Haenel (1857)
Zustand
Das Schloss in Zschepplin ist in einem guten Zustand.
Heutige Nutzung
Leerstand
Zugang
Der Park öffentlich zugänglich. Das Schloss kann nicht besichtigt werden.

Beschreibung

Grundriss
unregelmäßige Renaissance-Vierflügelanlage mit langgestrecktem barockem Erweiterungsbau, gelegen auf einer Anhöhe über der Mulde, vorgelagert ein großer, unregelmäßig bebauter Wirtschaftshof, Ursprung von Schloss Zschepplin ist eine Burg,
Baukörper
Schloss: zwei- und dreigeschossig
Fassade
Renaissanceteil: außen Putzfassade mit Fenstergewänden aus Naturstein, Hofseite mit Volutengiebeln, Erkern und Zwerchgiebeln, teilweise Fachwerk, zwei Treppentürme,
Barockteil: Putzfassade, flacher Mittelrisalit, dreigeschossiger Eckpavillon,
Dachform
Sattel- und Walmdächer, Eckpavillon Zeltdach, Treppentürme mit Haube und Laterne,

Weitere Informationen

Park

Unterhalb des Schlosses befindet sich ein englischer Landschaftspark.

Personen

  • Wasmud de Schepelin (Herrensitz, 1242),
  • Rittersitz (1350, 1445/47),
  • Familie von Ende (Besitzer 1545 bis um 1646),
  • Familie von Dieksau (Besitzer 1667 bis 1760),
  • Heinrich Graf von Brühl (Kauf 1761, 1762 verstorben),
  • Joseph Karl Freiherr von Bender und Loitha (Besitzer nach 1775),
  • Wilhelm von Mengersen (Kauf 1818, Familienbesitz bis 1945),
  • Kinderheim (ab 1950er Jahre),
  • privatisiert (2001)

Touristische Wege

Durch Zschepplin führt der Muldewanderweg und der Lutherweg. Der Mulderadweg ist in Gruna nach ca. 4 km zu erreichen

Sehenswertes in Zschepplin

Ev. Pfarrkirche

Sonstige Informationen

Rittergut Zschepplin, Gemeinde Zschepplin, Landkreis Nordsachsen,
Postleitzahl 04838

Quelle:
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, Deutscher Kunstverlag München Berlin, 1998,
Lutz Heydieck: Landkreis Nordsachsen Historischer Führer, Sax-Verlag Beucha Markkleeberg, 2016

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6 Reaktionen zu “Rittergut Zschepplin (bei Leipzig)”

  1. Andreas Grunicke schreibt

    Auf YOUTUBE ist ein Film zu finden unter : sandreavision

  2. Mirko Seidel schreibt

    Sehr schönes Video, das den Zustand des Schlosses Zschepplin zeigt.

  3. Andreas Grunicke schreibt

    Änderung: Der Film vom Schloss Zschepplin ist in Youtube unter Andreas Grunicke neu erstellt worden.

  4. Oliver Maue schreibt

    Nur schade das man als Ex-Heimkind keine Chance hat seinen Bekannten zu zeigen in welch einem riesigen Areal mal als Kind unter gebracht war, schon paar mal probiert, ohne Chance, würde mich trotzdem freuen, aber man wird sogar beschimpft wenn man Fotos macht, nicht schön.

  5. Evelyn Krien schreibt

    Im Jahr 2014 fuhr mich ein Verwandter am Schloss vorbei und ich hatte zwischenzeitlich einiges aus der Zeit der Verwendung als Kinderheim gehört, war auch beeindruckt über das ganze Anwesen und den großen Park.

    Und nun die FRAGE: Was ist eigentlich der Plan mit diesem schönen Gebäude? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Ganze mittlerweile ein Spekulationsobjekt geworden ist. So etwas kann man nur mit hohen Denkmalschutzmitteln sanieren. Wer dann aber auf Jahre nicht einzieht und sich nicht sichtbar macht, denkt offenbar die Belange der Allgemeinheit und der Dorfgemeinschaft nicht mit. Das hat einen Hauch von Junkerherrrlichkeit.

    Zum Kriegsende waren dort auch eine Weile Flüchtlinge untergebracht, es gibt sogar ein Ehepaar aus ganz weit entfernten „Ostgebieten“, das sich dort fand und dann im Ort ansässig wurde. Ich fände es schön, wenn man allen Beteiligten die Möglichkeit eröffnen würde, den noch vorhandenen Ort als teil der eigenen Geschichte „sehen“ zu dürfen. Hier in Westfalen, wo es sehr viele denkmalgeschützte Burgen gibt, erlebe ich eine zunehmende Privatisierungs- und Aussperrungs-Tendenz bei den oft reizvollen Objekten.

    Ein Hoffnungsschimmer scheint mir, dass kulturverbundene Menschen in der „Deutschen Burgenvereinigung“ Prinzipien für den Erhalt und den Umgang mit den Objekten geschaffen haben, bis vor kurzem die ehemalige Kölner Dombaumeisterin. Ich finde es lobenswert, wenn Menschen ein Objekt sanieren und sich allen Auflagen unterwerfen, aber für die Zuschüsse und Nachlässe bei den Steuern darf auch erwartet werden, dass die Öffentlichkeit etas zurück bekommt. Transparenz ist das mindeste.
    Hier ist ein Leitfaden für Sanierungen https://www.deutsche-burgen.org/de/assets/pdf/Handout_Baudenkmal_Last&Lust.pdf

  6. Mirko Seidel schreibt

    Das Herrenhaus in Zschepplin ist in privatem Besitz, bewohnt und es wird auch saniert. Herrenhäuser waren auch vor 1945 nicht dafür gedacht, von der Öffentlichkeit besichtigt zu werden. Es gibt keinen Anspruch ein Haus, in dem ich mal gewohnt habe, besichtigen zu dürfen. Mir ist es lieber, es gibt einen privaten Eigentümer, der ein solches Haus nutzt und erhält und geschlossen hält, als ein Haus, das der öffentlichen Hand gehört und verfällt. Ev. Kirchen im Osten Deutschlands haben auch sehr viel öffentliches Geld erhalten für die Sanierung und sind oft auch nicht zu besichtigen.

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