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Mit dem Rad durch den Landkreis Nordsachsen

Radtour vom nördlichen Leipziger Neuseenland an die Mulde

Krostitz, Ev. Pfarrkirche St. Laurentius

Krostitz, Ev. Pfarrkirche St. Laurentius

Meine erste Radtour durch den Landkreis Nordsachsen führte mich im April 2015 vom Nördlichen Leipziger Neuseenland an die Mulde. Landschaftlich hat die Region westlich der Mulde um Delitzsch wenig zu bieten. Die flache Landschaft eignet sich aber sehr gut zum Radfahren. Kulturhistorisch ist sie mit mehreren romanischen Kirchen und dem Schloss des Rittergutes in Wölkau sehr interessant.

Mit dem Zug fuhr ich von Leipzig nach Rackwitz und starte meine Tour.

In den Rackwitzer Ortsteilen Güntheritz und Podelwitz gibt es drei sehenswerte Objekte: die Kirche und das Stiftsgut Podelwitz und das Rittergut Güntheritz.

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Die romanische Kirche in Podelwitz wurde im 15. Jahrhundert umgebaut und 1909 durch Julius Zeißig erneuert. Die Saalkirche mit leicht eingezogenem, dreiseitig geschlossenen Chor, hat Maßwerkfenster, zwei Spitzbogenportale und einen querrechteckiger Westturm mit Pyramidendach und vier Erkern.

Rittergut Güntheritz, Herrenhaus

Rittergut Güntheritz, Herrenhaus

Das barocke Herrenhaus in Podelwitz ist saniert und bewohnt. Das Herrenhaus in Güntheritz steht am Rand eines kleinen Parks. Das im frühen 20. Jahrhundert im Jugendstil gebaute Haus, das zuletzt als Schule genutzt wurde, steht heute leer.

Meine Tour führte mich zum Rittergut in Zschölkau. Das im Kern barocke Herrenhaus erhielt im 19. Jahrhundert einen Anbau und wurde nach 1945 umgebaut. Heute steht es leer. Mein nächstes Ziel, die Kirche in Kletzen, wurde um 1200 erbaut und ist in ihrer romanischen Form bis heute erhalten geblieben.

Über Beuden fuhr ich nach Mocherwitz. Die romanische Saalkirche aus dem 13. Jahrhundert ist ebenfalls noch weitgehend in ihrem romanischen Ursprung erhalten geblieben.

Brinnis, Ev. Pfarrkirche

Brinnis, Ev. Pfarrkirche

Ein ganz anderes Bild zeigt die Kirche in Hohenroda, mein nächstes Ziel. Sie wurde zwischen 1859 und 1861 erbaut. 1971 bis 1972 wurden die Obergaden abgetragen und ein neues Dach aufgesetzt. Die Pseudobasilika ist ein Klinkerbau mit Ecklisenen und eines polygonalen Apsis.

Ich fuhr weiter nach Brinnis. Die Saalkirche in Brinnis wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut. 1518 wurde der Chor erweitert, 1557 das Langhaus erhöht. Die Kirche in Brinnis hat einen dreiseitig geschlossenen Chor und eine spitzbogige Blendarkatur.

Meine Tour führte mich nach Lindenhayn zur Kirche mit ihrem Turm aus dem 13. Jahrhundert und dem Schiff aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Schloss Schönwölkau, Südflügel

Schloss Schönwölkau, Südflügel

Schließlich erreichte ich Wölkau. Das Rittergut Kleinwölkau mit dem Schloss aus der Zeit um 1800 gehört zu den eindrucksvollsten Gutshöfen im Landkreis Nordsachsen. Christian Vitzthum von Eckstädt ließ es 1695 bis 1703 erbauen. Die große, geschlossene, regelmäßige Rechteckanlage, ist durch ein Wirtschaftsgebäude in einen Schlosshof und den Wirtschaftshof geteilt.

Unweit des Rittergutes steht die Kirche von Kleinwölkau. Sie wurde vermutlich von Andreas Klengel 1676 bis 1688 erbaut. 1972 stürzte das Dach ein. Die Ruine erfuhr zwischen 1993 und 1997 eine Sanierung.

Sehr viel schlichter ist die Kirche von Großwölkau, ein romanischer Bau ohne Turm mit dreiseitigem Schluss.

Von Wölkau radelte ich nach Krensitz, besichtigte die schlichte Kirche und erreichte Krostitz. Die Laurentiuskirche in Krostitz wurde 1206 bis 1208 erbaut und 1504 umgebaut. Der verputzte Feldsteinbau mit unverputztem Turm hat eine eigenwillige barocke Haube, einen leicht eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor mit Strebepfeilern und Maßwerkfenster mit Dreipässen. Die Kirche in Krostitz gehört zu den interessantesten im Landkreis Nordsachsen.

Das Herrenhaus des Rittergutes in Klein-Krostitz wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Das heute als Schule genutzte Gebäude wurde stark verändert.

Behlitz, Ev. Pfarrkirche St. Katharina

Behlitz, Ev. Pfarrkirche St. Katharina

Von Krostitz radelte ich nach Osten, der Mulde entgegen. Die kleine Kirche in Priester stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg 1637 wieder aufgebaut.

Ebenfalls romanischen Ursprungs ist die Kirche in Behlitz. Um 1200 erbaut, wurde die Chorturmkirche 1703 umgebaut. Bevor ich Eilenburg erreichte war es dem Zufall geschuldet, dass ich in Kospa den Gutshof entdeckte, der heute teilweise überbaut, aber saniert und bewohnt ist.

So näherte ich mich meinem Ziel Eilenburg und nutzte die S-Bahn zurück nach Leipzig.

Tourverlauf und Objekte

Kletzen, Ev. Pfarrkirche

Kletzen, Ev. Pfarrkirche

    • Rackwitz, Haltepunkt,
    • Podelwitz (Kirche, Rittergut),
    • Güntheritz (Rittergut),
    • Zschölkau (Rittergut),
    • Kletzen (Kirche),
    • Beuden,
    • Mocherwitz (Kirche),
Lindenhayn, Ev. Pfarrkirche St. Mauritius

Lindenhayn, Ev. Pfarrkirche St. Mauritius

    • Hohenroda (Kirche),
    • Brinnis (Kirche),
    • Lindenhayn (Kirche),
    • Wölkau (Rittergut, Kirche Kleinwölkau, Kirche Großwölkau),
    • Krensitz (Kirche),
    • Krostitz (Kirche, Rittergut),
    • Priester (Kirche),
Priester, Ev. Pfarrkirche

Priester, Ev. Pfarrkirche

  • Kupsal,
  • Behlitz (Kirche),
  • Pressen,
  • Zschettgau,
  • Kospa (Gutshof),
  • Eilenburg, Bahnhof

Weitere Informationen zur Radtour

  • Länge der Radtour: ca. 40 km,
  • Schwierigkeitsgrad: gering
  • Landschaftsbild: wenig reizvoll,
  • Wegeführung: überwiegend Nebenstraßen,
  • Regionale Rad- und Wanderwege: Wölkau – Krostitz: Pilgerweg Via Imperii,
    Pressen – Eilenburg: Radwanderweg Delitzsch – Eilenburg,

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