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Mit dem Rad durch den Landkreis Nordsachsen

Radtour durch Ostelbien – Teil 1 – Gemeinde Beilrode

Rittergut Last, Herrenhaus

Rittergut Last, Herrenhaus

Im Juni 2015 Juni eroberte ich den östlichen Teil des Landkreises Nordachsen. Als Ostelbien wurde bis zum Ende des 2. Weltkrieges die Region östlich der Elbe bis nach Ostpreußen bezeichnet. In der DDR wurde der Begriff vermieden, weil er mit dem politisch nicht gewollten adligen Großgrundbesitz und Rückgabeansprüchen der deutschen Ostgebiete in Verbindung gebracht wurde. Auch heute wird der Begriff Ostelbien kaum gebraucht, weil er geographisch nicht eindeutig ist und ein sehr großes Gebiet umfasst.

Mit dem Zug fuhr ich nach Torgau, überquerte die Elbe und begann meine Besichtigungstour am Fort Brückenkopf. Es entstand als östlich vorgelagertes Verteidigungsbauwerk der Festung Torgau. Nördlich des Forts Brückenkopf befindet sich die Lünette Zwethau, ebenfalls zur Verteidigung der Festung Torgau angelegt. Wer die Lünette Zwethau nicht unbedingt ansehen will, sollte gleich nach Kreischau fahren, da die Lünette schwer zugänglich ist.

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Die Kirche in Kreischau ist eine kleine romanische Saalkirche mit Dachreiteraus Sichtfachwerk. Das Gestüt Kreischau entstand 1692 unter Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen. Aus dieser Zeit stammt noch das mächtige Torhaus.

Zwethau, Ev. Pfarrkirche

Zwethau, Ev. Pfarrkirche

Ich radelte weiter nach Zwethau und besichtigte zuerst die Kirche. Der Bau aus dem 13. Jahrhundert erhielt Ende des 16. Jahrhunderts Anbauten. Der Turm der Kirche in Zwethau steht frei. Das Herrenhaus des Rittergutes Zwethau wurde 1945 zerstört. Erhalten geblieben ist der großzügige Landschaftspark.

Weiter ging es nach Rosenfeld. Das barocke und später umgebaute Herrenhaus steht leer. Die Kirche in Rosenfeld ist ebenfalls eine romanische Saalkirche die 1630 umgebaut wurde und 1713 ihren Turm erhielt.

Meine nächsten Ziele waren die Gestüte in Döhlen und Neublessern. Das Gestüt in Döhlen wurde nach 1680 durch Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen errichtet. Er ließ vermutlich auch das Gestüt Neublessern errichten.

Ich fuhr mit dem Rad weiter nach Last. Im Gegensatz zu dem großen Gutshof nimmt sich das historistische Herrenhaus des Rittergutes Last fast bescheiden aus. Trotzdem gehört es zu den interessantesten Herrenhäusern im Landkreis Nordsachsen.

Mein nächster Zielort war Großtreben. Die Kirche steht versteckt zwischen großen, alten Bäumen und wurde 1718 bis 1719 unter Verwendung eines älteren Vorgängerbaus errichtet. Das große Rittergut hat ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde um 1900 umgebaut.

Prettin, Schloss Lichtenburg

Prettin, Schloss Lichtenburg

Ich verließ den Landkreis Nordsachsen und fuhr weiter Prettin zum Schloss Lichtenburg. Der sehr große Renaissancebau gehört zu den beeindruckendsten sächsischen Residenzschlösser. Es war Witwensitz der Elisabeth von Dänemark, der Frau des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg. Nach dem Tod des Kurfürsten August von Sachsen war Schloss Lichtenburg in Prettin Witwensitz zahlreicher sächsischer Kurfürstinnen. Auch Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) hielt sich mehrfach im Schloss Lichtenburg auf. Zwischen 1812 und 1928 wurde das Schloss als Zuchthaus genutzt, zwischen 1933 und 1936 war es ein Konzentrationslager.

Die Ev. Marienkirche in Prettin wurde vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut und im 15. Und 16. Jahrhundert verändert.

Ich radelte weiter in Richtung Annaburger Heide nach Labrun und Bethau. Die Kirche in Labrun wurde 1632 von der auf Schloss Lichtenburg in Prettin wohnenden Witwe des Kurfürsten Christian I. von Sachsen, Hedwig von Dänemark, erbaut. Die wuchtig wirkende Kirche in Bethau entstand 1904 bis 1905.

Ich radelte wieder nach Süden, nach Dautzschen. Die Kirche in Dautzschen aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde 1672 nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut.

Meine Radtour führte mich zurück über Rosenfeld und Zwethau nach Torgau, wo ich noch einen Spaziergang durch die historische Altstadt unternahm.

Tourverlauf und Objekte

Kreischau, Ev. Pfarrkirche

Kreischau, Ev. Pfarrkirche

  • Torgau, Bahnhof,
  • Fort Brückenkopf,
  • Lünette Zwethau,
  • Kreischau (Rittergut, Kirche),
  • Zwethau (Rittergut, Kirche),
  • Rosenfeld (Rittergut, Kirche),
  • Döhlen (Gestüt),
  • Labrun, Ev. Kirche

    Labrun, Ev. Kirche

  • Neublessern (Gestüt),
  • Last (Rittergut),
  • Großtreben (Rittergut, Kirche),
  • Prettin (Stadtkirche, Schloss Lichtenburg),
  • Labrun (Kirche),
  • Bethau (Kirche),
  • Dautzschen (Kirche),
  • Rosenfeld – Zwethau – Torgau,

Weitere Informationen zur Radtour

  • Länge der Radtour: ca. 50 km,
  • Schwierigkeitsgrad: gering,
  • Landschaftsbild: wenig reizvoll,
  • Wegeführung: zum größten Teil auf Straßen,
  • Regionale Rad- und Wanderwege: keine– Bad Düben Mulderadweg,

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