Egerland

Exkursion zu Burgen und Schlössern im Egerland (Tschechische Republik)

Burg Elbogen (Loket) an der Eger

Burg Elbogen (Loket) an der Eger

Die Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung brach im Spätsommer 2014 zu einer Exkursion in die Tschechische Republik auf. Ziel war das Egerland. Diese historische Landschaft ist reich an Burgen und Schlössern und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Germanen und Slawen, Bayern, Deutsche, Österreicher und Tschechen prägten prägten Landschaft und Kultur im Egerland.

Geschichte

Altstadt von Elbogen (Loket) an der Eger

Altstadt von Elbogen (Loket) an der Eger

Das Egerland ist eine Landschaft im Westen Böhmens und Nordosten Bayerns. Benannt ist sie nach dem Fluss Eger, der im bayerischen Fichtelgebirge entspringt, südlich an Vogtland und Erzgebirge vorbeifließt und bei Aussig (Usti Nada Labem) in die Elbe mündet.

Das historische Egerland umfasste zwischen 1322 und 1806 das Egerer Becken und die Stadt Eger (Cheb). Die Städte Karlsbad (Karlovy Vary), Elbogen (Loket), Sokolov (Falkenau) Marienbad (Mariánské Lázne), Tepl (Tepla) und Luditz (Zlutice) lagen einst außerhalb des Gebietes. Zwischen 1938 und 1945 reichte der Regierungsbezirk Eger im Süden bis an die Stadt Pilsen und im Osten bis nach Kaaden (Kadan) und Saaz (Zatec).

Bereits in der Antike war das Gebiet besiedelt von den Naristern. In römischer Zeit geriet es unter germanischen Einfluss. In der Zeit der Völkerwanderung besiedelten es die Slawen.

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Kloster Tepl (Tepla)

Kloster Tepl (Tepla)

Im Jahr 1135 wurde die Region Egire erstmals als Teil des bayerischen Nordgaus erwähnt, im Besitz der Grafen von Vohburg. 1167 kam das Egerland an Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Er gründete die einzige Kaiserpfalz im Egerland in der Stadt Eger. Nach dem Sturz der Staufer wurde das reichsunmittelbare Egerland aufgeteilt. Der Westen mit Anteil im Fichtelgebirge gelangte in die Herrschaft fränkischer Hohenzollern. Eger und das umgebende Land wurden von Kaiser Ludwig dem Bayern 1322 dem König von Böhmen, Johann von Luxemburg, verpfändet. Kaiser Ludwig garantierte die völlige Unabhängigkeit vom Königreich Böhmen. Nach der Vereinigung der Kronen des Heiligen römischen Reiches und des Königreiches Böhmen unter Kaiser Karl IV. besaß das Egerland lange Zeit einen eigenen Landtag und zählte nicht zum Staatsterritorium Böhmens.

Burg und Schloss Petschau (Becov)

Burg und Schloss Petschau (Becov)

Im Dreißigjährigen Krieg behandelten die Kriegsparteien das Egerland nach ihren eigenen Interessen. Nach der formalen Wiederherstellung der staatlichen Einheit Bayerns 1628 verblieb das Egerland bei Böhmen. Es verlor jedoch in der Monarchie der Habsburger immer mehr seine formale Eigenständigkeit. 1806 wurde das Egerland Bestandteil des österreichischen Kronlandes Böhmen.

Nach der Auflösung Österreich-Ungarns 1918 wurde das Egerland Teil der Tschechoslowakischen Republik. Infolge des Münchener Abkommens wurde das Egerland am 1. Oktober 1938 Teil des Deutschen Reiches.
Nach 1945 war das Egerland Teil der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (CSSR) und seit deren Teilung 1992 ist es Teil der Tschechischen Republik.

Exkursion durch das Egerland

Neuberg (Podhrady)

Burg Neuberg (Podhrady), Bergfried

Burg Neuberg (Podhrady), Bergfried

Die Exkursion begann im Ascher Ländchen im Dreiländereck Böhmen, Bayern und Sachsen. Erstes Ziel war Neuberg (Podhrady). Das Dorf Neuberg entstand wohl bereits im 12. Jahrhundert zu Füßen der gleichnamigen Burg. Besitzer der Herrschaft war das Geschlecht der Ritter von Neipperg. 1394 fiel der Besitz der Neipperger, die sich zuletzt von Neuberg nannten, nach den Tode Konrads von Neuberg als Erbe an die Familie von Zedtwitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg verwüstet. 1690 erfolgte der Bau des Schlosses Sorg, 1693 wurde das Schloss Neuschloss errichtet. Unterhalb der Burg entstand das Schlössel. Nach einer Teilung der Herrschaft erfolgte 1750 der Bau des Schlosses Unterteil sowie 1752 des Schlosses Oberteil. Für diesen Bau wurde die Burg als Baumaterialspender genutzt.

Neuberg (Podhrady), Schloss Oberteil

Neuberg (Podhrady), Schloss Oberteil

Im Jahr 1902 brannte das Schloss Oberteil aus und wurde nicht mehr aufgebaut.

Das nach dem Zweiten Weltkrieg verfallene Schloss Unterteil wurde 1965 abgerissen.

Heute stehen von der Gesamtanlage noch der Bergfried der Burg, die Ruine des Schlosses Oberteil, Reste des Schlosses Unterteil sowie die barocke Toreinfahrt.

Die Reste der terrassierten Geartenanlage sind ebenfalls noch erkennbar.

Kirche Neuberg (Podhrady)

Kirche Neuberg (Podhrady)

Unweit der Burg- und Schlossanlage steht die barocke Dorfkirche „Zum guten Hirten“. Sie wurde zwischen 1470 und 1490 durch den Egerer Burggrafen Heinz von Zedtwitz als Burg- und Begräbniskapelle erbaut. 1542 wurde die Kirche evangelisch und ist damit angeblich die älteste evangelische Kirche auf dem Territorium von Österreich-Ungarn.

Unter Ernst Wolf von Zedtwitz erfolgte zwischen 1678 und 1682 ein Umbau zu einer barocken Kirche mit reicher Ausstattung.

Neuberg (Podhrady), Schloss Oberteil

Neuberg (Podhrady), Schloss Oberteil

Neuberg (Podhrady), Decke der Kirche

Neuberg (Podhrady), Decke der Kirche

Kirche Neuberg (Podhrady)

Kirche Neuberg (Podhrady)

Burg Seeberg (Ostroh)

Burg Seeberg (Ostroh)

Burg Seeberg (Ostroh)

Hoch auf einem Felssporn liegt die Burg Seeberg. Gegründet wurde sie wohl bereits um 1200 als Sitz von Ministerialen, die zur Kaiserpfalz Eger gehörten. Erstmals erwähnt wird die Burg 1322. 1434 schenkt König Sigismund von Luxemburg die Burg seinem Kanzler Kaspar von Schlick. 1497 gelangte die Burg in den Besitz der Brüder Konrad und Jost von Neuberg.
1648 wird die Burg Seeberg von schwedischen Truppen geplündert und gebrandschatzt. Nachdem sie wieder an die böhmische Krone fiel, überlässt Kaiser Leopold I. die Burg 1664 seinem Geheimrat Johann Hartwig Freiherr von Nostitz.

Burg Seeberg (Ostroh), Kernburg

Burg Seeberg (Ostroh), Kernburg

Burg Seeberg besteht aus Vor- und Kernburg, die durch einen tiefen Graben getrennt sind. Die romanische Burg war von einer Mauer umgeben, die bis heute erhalten ist. Die gotische Burg knüpfte an die vorhandene Anlage an. Ein neues Tor mit Durchfahrt wurde gebaut sowie an der Südseite ein Palast.
Im 16. Jahrhundert kam es zu einem Umbau der Burg, wobei die Bebauung des hinteren Teils des Felssporns verschwand.

Burg Seeberg (Ostroh), Vorburg

Burg Seeberg (Ostroh), Vorburg

Burg Seeberg (Ostroh), Vorburg

Burg Seeberg (Ostroh), Vorburg

Burg Seeberg (Ostroh), Kemenate in der Kernburg

Burg Seeberg (Ostroh), Kemenate in der Kernburg

Burg Liebenstein (Libá)

Burg Liebenstein (Libá)

Burg Liebenstein (Libá)

Der Ort Liebenstein wurde 1264 erstmals urkundlich erwähnt, als Ruprecht von Neu-Liebstein Richter in Eger war. Im Jahre 1292 starb das Adelsgeschlecht der Liebensteiner aus und die Herrschaft wurde an die Pressberger verliehen. 1298 erwarb das Kloster Waldsassen den Besitz von Dietrich von Pressberg. Im 14. Jahrhundert wechselten die Besitzer mehrfach. Der Besitz gehörte u.a. den Landgrafen von Leuchtenberg. 1426 erwarb die Familie von Zedtwitz die Herrschaft. Liebenstein war bis 1945 Sitz einer Linie der Zedtwitzer.

Burg Liebenstein (Libá)

Burg Liebenstein (Libá)

Nachdem während des Dreißigjährigen Krieges 1647 schwedische Truppen unter Carl Gustav Wrangel und Arvid Wittenberg die Burg verwüstet hatten, begann 1719 der Wiederaufbau. Die Anlage wurde etwa 1770 als Rokokoschloss umgestaltet. In den 1950er Jahren wurde der Ortsname von Libštejn in Libá geändert.

Von der einstigen Burg blieben der einst frei stehende Bergfried und der sogenannte Obere Palast erhalten. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Untere Palast erbaut. Der Querflügel mit einem von zwei Bastionen geschützten Tor stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Im 16. Jahrhundert werden beide Paläste verbunden. Im 18. Jahrhundert erfolgte der Umbau der Burg zu einem Schloss. 1755 wurde anstelle einer gotischen Kirche die einschiffige St. Katharinen-Kirche erbaut.

Burg Wildstein (Vildstejn, Skalná)

Burg Wildstein (Skalná), Kernburg

Burg Wildstein (Skalná), Kernburg

Die Burg Wildstein in Skalná wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vom Adelsgeschlecht Notthafft gegründet. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1224.
Die Burg ist eine Kombination aus Höhen- und Wasserburg. Sie steht auf einem Felsen, der aus dem Tal des Soosbaches (Sázek) ragt. Der Bach wurde früher angestaut, so dass die Kernburg von Wasser umgeben war. Die ältesten Bauteile der Burg sind das Portal zur Vorburg und ein Teil der Ringmauer. Der das Tor zur Kernburg flankierende Bergfried und die zwei Geschosse umfassende Kapelle stammen aus der Zeit der Romanik.

Burg Wildstein (Skalná), Vorburg

Burg Wildstein (Skalná), Vorburg

Westlich an die romanische Kapelle schließt sich ein gotischer Bau an. Im 17. Jahrhundert kommt es zu weiteren Umbauten. Östlich der Kernburg liegt die Vorburg mit mittelalterlichem Ursprung. Der torturmartige Torbau der Vorburg besitzt ein romanisches Portal.

Die Burg lag im Bereich einiger, vielleicht schon um die Jahrtausendwende angelegter Siedlungen am nördlichen Rand eines bis dahin kaum besiedelten Sumpfgebietes. Sie diente der Familie von Notthafft als Basis für ihre Besiedlungspolitik im Raum zwischen Scheibenbach und Eger.

Kirche in Skalná

Kirche in Skalná

Die zentrale Funktion Wildsteins für die nächste Umgebung drückt sich auch darin aus, dass hier noch im 13. Jahrhundert eine Pfarrei errichtet wurde.
1884 verkauften Alfred und Karl Wilhelm von Helmfeld das Gut Wildstein an den Grafen Engelhard von Wolkenstein-Trostburg, dessen Nachkommen bis 1945 auf Wildstein saßen.

Schloss Königswart (Kynzvart)

Schloss Königswart (Kynzvart)

Schloss Königswart (Kynzvart)

Die Geschichte des Schlosses Königswart beginnt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der böhmische König Premysl Ottokar II. ordnete an, auf einem steilen Felsvorsprung die Grenzburg Kunigeswart zu erbauen, deren Ruinen noch heute oberhalb der Stadt Bad Königswart (Lazne Kynzvart) zu sehen sind. Zu den Besitzern gehörten u.a. die Herren von Königswart, von Osek, von Plauen, von Schwanenberg, Pflug von Rabenstein, von Zedtwitz und zu Liebenstein.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbauten die Herren von Zedtwitz vor Königswart ein Renaissancefort. Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg wurde die konfiszierte Domäne Königswart zusammen mit der Burg und mit dem Fort von Johann Reinhard von Metternich-Winneburg und Beilstein und seinen Brüdern Wilhelm, Karl, Emmerich und Lothar erworben.

Schloss Königswart (Kynzvart)

Schloss Königswart (Kynzvart)

Zwischen 1623 bis 1945 gehörte das Herrschaftsgebiet Königswart dem Hause Metternich. Zwischen 1681 und 1691 ließ Graf Philipp Emmerich das verkommene Renaissancefort durch ein Barockschloss ersetzen.

Klemens Wenzel Lothar Johann Nepomuk, zweiter Fürst von Metternich-Winneburg wurde am 15. Mai 1773 in der Stadt Koblenz im Rheinland geboren. Er bekleidete den Posten des österreichischen Gesandten in Dresden, Berlin und Paris, zwischen 1809 und 1848 war er Außenminister Österreichs und nach 1821 zugleich Staatskanzler. Im Jahre 1813 wurde er in den erblichen Fürstenstand erhoben. In seiner Regie verlief der Wiener Kongress 1814 bis 1815.

Schloss Königswart (Kynzvart), Brunnen im Schlosshof

Schloss Königswart (Kynzvart), Brunnen im Schlosshof

Zwischen 1820 und 1833 führte Pietro Nobile eine Umgestaltung des Schlosses im Stil des Wiener Klassizismus durch.

Zu Anfang der Revolution im März 1848 reichte der Kanzler seinen Rücktritt ein und verbrachte die folgenden drei Jahre im freiwilligen Exil in London. Nach seiner Rückkehr bis zum Tode am 11. Juni 1859 verweilte er oft in Königswart.

Kloster Tepl (Teplá)

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Das Kloster Tepl (Premonstrátský Klášter Teplá) ist eine Abtei des Ordens der Prämonstratenser und wurde 1193 von dem Gaugrafen Hroznata von Ovenec nach einem Gelübde als Ersatz für die Teilnahme an einem Kreuzzug nach Jerusalem gestiftet.
Das Kloster liegt im Siedlungsgebiet der westslawischen Choden, an der Grenze zum Egerland und dem ehemaligen bayerischen Nordgau und war somit immer wiederkehrenden Kriegen und Auseinandersetzungen ausgesetzt. Es wurde mehrfach geplündert und zerstört, aber immer wieder aufgebaut.

Kloster Tepl (Teplá), Museum und BIbliothek

Kloster Tepl (Teplá), Museum und BIbliothek

Das Kloster Tepl und seine amtierenden Äbte begleiteten durch die Jahrhunderte die deutsche Kolonisation in Westböhmen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Kloster enteignet und durch die tschechische Armee genutzt. Leerstand und Verfall waren die Folgen. Im Jahr 1990 wurde wieder ein Ordenskloster der Prämonstratenser mit einer angeschlossenen Herberge errichtet.

Die heute vorhandenen Gebäude des Klosters Tepl wurden unter Abt Raimund Wilfert (1688–1724) saniert und erweitert, der Innenraum der Stiftskirche neu gestaltet, das Konventgebäude und die Prälatur von Christoph Dientzenhofer erneuert. Die Fresken stammen zum Teil von Christoph Maurus Fuchs.
Unter Abt Ambros Alfred Clementso wurden 1888 die Infirmerie und Stallungen errichtet, Mühle und Brauhaus neu gebaut und ein Post- und Telegrafenamt im Stift eingerichtet.

Kloster Tepl (Teplá), Torgebäude

Kloster Tepl (Teplá), Torgebäude

Kloster Tepl (Teplá), Klosterhof

Kloster Tepl (Teplá), Klosterhof

Kloster Tepl (Teplá), Scheune

Kloster Tepl (Teplá), Scheune

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Kloster Tepl (Teplá), Klosterkirche

Kloster Tepl (Tepla)

Kloster Tepl (Tepla)

Schloss Petschau (Becov)

Schloss Petschau (Becov)

Schloss Petschau (Becov)

Die Burg Petschau wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und erstmals 1349 urkundlich erwähnt. Sie diente vermutlich als Zollstelle an der Kreuzung der Straßen von Elbogen nach Pilsen und Tepl nach Schlackenwart. 1407 gelangte der Besitz an die Herren von Hasenburg, denen 1411 die Herren von Plauen folgten. 1495 gelangte Bečov an die Herren Pflug von Rabenstein, die die Burg umbauen ließen.
1752 kam Petschau an die Herren von Kaunitz. Sie vollendeten den von Johann Adam von Questenberg begonnen Bau des Barockschlosses, das unterhalb der verlassenen Burg errichtet wurde. 1813 wurde Petschau vom belgischen Adligen Friedrich Beaufort-Spontin erworben, der 1817 starb.

Die gotische Burg liegt auf einem steil abfallenden Bergsporn. Das Schloss wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unterhalb der Burg erbaut. In dem achteckigen Wohnturm des Schlosses wird der Schrein des Heiligen Maurus aufbewahrt.

Schloss Petschau (Becov)

Schloss Petschau (Becov)

Schloss Petschau (Becov), Wohnturm

Schloss Petschau (Becov), Wohnturm

Burg und Schloss Petschau (Becov)

Burg und Schloss Petschau (Becov)

Burg Elbogen (Loket)

Burg Elbogen (Loket) über der Eger

Burg Elbogen (Loket) über der Eger

Auf einem Granithügel innerhalb einer fast kreisrunden Schlinge des Flusses Eger liegen die Stadt und die Burg Elbogen. Die ältesten Teile der Burg stammen aus dem 13. Jahrhundert. Als Erbauer werden der böhmische König Vladislav II. oder Ministeriale des Kaisers Friedrich I. Barbarossas vermutet. Nach 1300 wurde die Burganlage um eine Unterburg erweitert und bis in die 1520er Jahre kontinuierlich erweitert.

Die erste Erwähnung der Burg Elbogen in einer Urkunde stammt aus dem Jahre 1234 als Sitz einer Burghauptmannschaft.

Burg Elbogen (Loket), Burgtor

Burg Elbogen (Loket), Burgtor

Die umfangreichen Wohngebäude im nördlichen Teil, ebenso das Markgrafenhaus entstanden im beginnenden 14. Jahrhundert. Sie war von strategischer Bedeutung für die Herrschaft über Böhmen.

Im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 begann die Burg in Elbogen zu verfallen, sie wurde nacheinander von Aufständischen, den Bayern, den Sachsen, den Söldner-Truppen Wallensteins besetzt. Nur den Schweden konnte sie 1646 Widerstand leisten.

Egerschleife, die der Stadt Elbogen ihren Namen gab

Egerschleife, die der Stadt Elbogen ihren Namen gab

Marktplatz von Elbogen (Loket)

Marktplatz von Elbogen (Loket)

In der Altstadt von Elbogen (Loket)

In der Altstadt von Elbogen (Loket)

Burg Elbogen (Loket), Vorburg

Burg Elbogen (Loket), Vorburg

Burg Elbogen (Loket), Burghof

Burg Elbogen (Loket), Burghof

Burg Elbogen (Loket), Bergfried

Burg Elbogen (Loket), Bergfried

Schloss Chiesch (Chyše)

Schloss Chiesch (Chyse)

Schloss Chiesch (Chyse)

Schloss Chiesch war der Sitz der Grafen Lažanský von Buggau. Der Ort wird bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt.

Anstelle einer älteren Befestigung wurde im 15. Jahrhundert eine gotische Burg erbaut. Die Burg und das Dorf bekam 1466 Burian von Guttenstein, ein Widersacher des Königs Georg von Podiebrad. Die Burg wurde 1467 vom königlichen Heer erobert und zerstört. Später erhielt Mikuláš Lobkowiccz durch Heirat das Dorf und ließ auf den Grundmauern der Burg ein Renaissanceschloss erbauen. 1579 verkaufte er die Herrschaft wieder. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss im Barockstil umgebaut.

Schloss Chiesch (Chyse), Schlosshof

Schloss Chiesch (Chyse), Schlosshof

Schloss Chiesch (Chyse), Schlosshof

Schloss Chiesch (Chyse), Schlosshof

1766 wurde Chiesch an Prokop Lažanský von Buggau versteigert. Durch seine Söhne wurde die Adelslinie verzweigt.Prokop III. Lažanský gehörte das Schloss von 1823 bis 1868 und er ließ es umbauen im Stil der Romantik durch den Prager Baumeister Ignác Ullmann.

Schloss Waltsch (Valec)

Waltsch (Valec), Schloss und Park

Waltsch (Valec), Schloss und Park

Die Ansiedlung Waltsch (Valec) entstand wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Nachdem Jan Kyšperský von Vřesovice 1526 in der Schlacht bei Mohács gefallen war, verkauften seine Erben die Herrschaft an Hugo von Leiseneck. Von diesem erwarb 1538 Wilhelm Lobkowicz von Hassenstein die Güter.

Ab 1570 war Christoph von Steinbach Herr auf Waltsch. Sein Sohn Wenzel ließ die Burg 1585 im Renaissancestil umbauen. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden die Güter Wenzel von Steinbachs konfisziert und er musste aus Böhmen fliehen. Im Jahr darauf kaufte die aus dem katholischen Familienzweig stammende Barbara Steinbach von Pauten das Schloss.

Waltsch (Valec), Innernaum im Schloss

Waltsch (Valec), Innenraum im Schloss

Unter ihrem Nachfahren Johann Christoph Kager von Steinbach, der die Herrschaft 1694 erwarb, begann der barocke Umbau des Schlosses. Der Umbau erfolgte zunächst unter Leitung von Francesco Barelli und anschließend durch Antonio Bianno Rossa. Nach dessen Tode im Jahre 1723 führte Johann Christoph Tyll das Werk weiter. Während des Umbaus verstarb 1721 auch der Schlossherr. Sein Sohn Johann Ferdinand Kager von Globen ließ die Arbeiten vollenden und zwischen 1730 und 1733 erneute Umbauten durchführen. Nach dessen Tode im Jahre 1745 erbte Josef August Kager von Globen und Limburg-Styrum die Güter. Seine Tochter Marie Josefa, verwitwete Gräfin von Argentau d’Ochain, verkaufte 1797 die Herrschaft Waltsch an Johann Anton Pergen von Pergen.

Waltsch (Valec), Schlosshof

Waltsch (Valec), Schlosshof

Bereits 1798 erfolgte ein erneuter Verkauf der Herrschaft. Neuer Besitzer wurde Johann Gottfried Korb von Weidenheim. Dessen Enkel Karl ließ das Schloss 1847 im Neorenaissancestil umgestalten.
1890 verkauften die Korb von Weidenheim die Güter in Waltsch an Vinzenz Graf von Thurn-Valsassina. 1937 erwarb sie Dr. Johann Graf Larisch-Mönnich.
1976 brannte das Schloss aus. In den Jahren 1995 und 1996 erfolgte die Wiederherstellung der Außenhaut des Schlosses.

Unweit des Schlosses steht die barocke Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie wurde zwischen 1710 und 1720 durch den Hausarchitekten der Familie von Steinbach, Giovanni Antonio Bianno Rossa, erbaut.

Waltsch (Valec), Schloss und Park

Waltsch (Valec), Schloss und Park

Waltsch (Valec), Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Waltsch (Valec), Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Waltsch (Valec), Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Waltsch (Valec), Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Schloss Schönhof (Krásný Dvůr)

Schloss Schönhof (Krasny Dvur)

Schloss Schönhof (Krasny Dvur)

Das Schloss Schönhof entstand aus einem Renaissanceherrenhaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1719 beauftragte Franz Josef Czernin von Chudenitz den Architekten Franz Maximilian Kaňka mit der Ausarbeitung eines Entwurfs, nach dem das Herrenhaus bis 1724 zu einem Schloss umgebaut wurde.

An das dreiflügelige Schloss schließen sich niedrigere Wirtschaftsgebäude an, die zusammen mit dem Tor einen Ehrenhofs umschließen. Ende des 18. Jahrhunderts ließ Johann Rudolf Graf Czernin von Chudenitz die Schlosskapelle erweitern, zwei neue Treppenhäuser anbauen und das ursprüngliche Gehege zu einem englischen Park mit anmutigen Zierbauten umwandeln.
Die Inneneinrichtung, die ebenfalls am Ende des 18. Jahrhunderts umgestaltet wurde, besteht aus historischen Möbeln und Sammlungen von Gemälden und Porzellan.

Schloss Schönhof (Krasny Dvur), Ehrenhof

Schloss Schönhof (Krasny Dvur), Ehrenhof

Schloss Schönhof (Krasny Dvur), Schlosstreppe

Schloss Schönhof (Krasny Dvur), Schlosstreppe

Quellen:
www.wikipedia.de,
www.kynzvart.cz

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Autor: Mirko Seidel am 24. Sep 2014 18:46, Rubrik: Egerland, Tschechische Republik, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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