Artikel & Berichte

Burgen, Schlösser und Herrenhäuser entlang der Mulde

Exkursion zwischen Eilenburg und Bad Düben

Schloss Hohenprießnitz

Schloss Hohenprießnitz

Bereits zum dritten Mal fand eine Exkursion der Volkshochschule Leipzig an die Mulde statt. Anfang Juni 2016 führte die dritte Tour von Eilenburg nach Bad Düben. Neun Personen und ein Hund startene auf Erkundungstour entlang der Mulde. Organisiert und begleitet wurde die Tour von mir.

Ilburg in Eilenburg, neu gestalteter Hof am Gefängnis

Ilburg in Eilenburg, neu gestalteter Hof am Gefängnis

Startpunkt der Exkursion war die Ilburg in Eilenburg. Bereits die erste Exkursion im Juni 2015 endete auf der Ilburg. Damals fanden Ausgrabungsarbeiten auf dem Burggelände statt, die das Fundament eines Turms zutage brachten. Ein Jahr später ist der Hof des ehemaligen Schlosses fast fertig gepflastert. Leider wurde das Fundament des Turms im neuen Pflaster nicht sichtbar gemacht.
Eilenburg wurde bewusst als Startpunkt der Exkursion gewählt, war die Ilburg doch ein slawischer Burgward – nicht der einzige auf der Exkursionsroute, aber der noch am deutlichsten sichtbare. Von der einst mächtigen slawischen Burg sind heute nur noch Reste des Walls erkennbar. Die Bebauung entstand im Hochmittelalter bis in die Neuzeit.

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Schloss Zschepplin

Schloss Zschepplin

Nächster Zielort war das Rittergut Zschepplin. Auch hier befand sich ein slawischer Burgward auf dem Hochufer der Mulde. Der slawischen Burg folgte eine deutsche Burg, die im 16. Jahrhundert in ein kleines, vierflügeliges Renaissanceschloss umgewandelt wurde. Heinrich Graf von Brühl baute nach 1762 einen barocken Flügel an, 1775 von Joseph Karl Freiherr von Bender und Loitha und ab 1847 noch einmal von Clemens August Bruno Freiherr von Mengersen umgebaut wurde.

Weiter ging es nach Hohenprießnitz. Das Schloss Hohenprießnitz wurde 1699 bis 1702 durch Baron Anton Albrecht von Imhoff vermutlich von Hermann Korb erbaut. Die Dreiflügelanlage mit weiten Corps de logis gehört zu den imposantesten Barockschlössern im Landkreis Nordsachsen.

Südlich des Schlosses befindet sich eine mittelalterliche Burgstelle. Die vermutlich im 12. Jahrhundert angelegte Burg befindet sich auf dem Hochufer der Mulde und diente vermutlich der Sicherung einer Furt und der Heer- und Handelsstraße entlang der Mulde. Der Hügel der Turmhügelburg und die Wall-Graben-Anlage sind gut erhalten. Auf dem anderen Muldeufer ist der Turm der Wasserburg Gruna zu sehen. An dieser Stelle an der Mulde ist das System der mittelalterlichen Befestigungen am Fluss noch sehr gut erkennbar.

Schloss Schnaditz

Schloss Schnaditz

Nächste Station war das Rittergut Schnaditz. Vermutlich im 12. Jahrhundert entstand hier eine kleine Wasserburg, deren Burghügel noch sehr gut erkennbar ist. Die Wasserburg Schnaditz ist großräumig von einem Grabensystem umgeben, dass die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Rittergutes umschloss.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts entstand eine größere Wasserburg in Schnaditz, die Ende des 15. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert und Ende des 19. Jahrhunderts zum heutigen Schloss umgebaut wurde. Der burgartige Charakter der unregelmäßigen Dreiflügelanlage ist bis heute noch sehr gut erkennbar, auch wenn das Schloss in Schnaditz vor allem durch die Umbauten im 19. Jahrhundert viel von seiner Außenwirkung verloren hat.

Bad Düben, Burg Düben

Bad Düben, Burg Düben

Gegen Mittag war die Kleinstadt Bad Düben erreicht. Nach dem Mittagessen im Gasthof „Zum Goldenen Löwen“, einem ehemaligen Freigut, ging die Besichtigung auf der Burg Düben weiter. Auch wenn die Bausubstand der Burg Düben zum größten Teil nachmittelalterlich ist, ist der Charakter einer kleinen Turmhügelburg an der Mulde zum Schutz des Flusses, der Furt und der Heer- und Handelsstraße an der Burg Düben noch am besten ablesbar.

Am rechten Muldeufer ging es zurück in Richtung Eilenburg, zum Rittergut Gruna. Ende des 13. Jahrhunderts oder im frühen 14. Jahrhundert entstand an der Mulde, gegenüber der Burg Hohenprießnitz eine Wasserburg mit hohem Turm, der bis heute erhalten geblieben ist. Nach der Aufgabe der Wasserburg entstand ein Rittergut mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden auf dem Gelände der Burg.

Ev. Pfarrkirche Gruna

Ev. Pfarrkirche Gruna

Die Kirche Gruna ist als Radfahrerkirche eine Offene Kirche. 1715 vermutlich durch Hermann Korb erbaut, wurde die Chorturmkirche beim Muldehochwaser 2023 stark beschädigt. Außen konnte sie bereits wieder hergestellt werden. Im Inneren dauern die Restaurierugnsarbeiten bis heute an.

Schloss Püchau

Schloss Püchau

Letzte Station der Exkursion war das Schloss Püchau. Ursprung des Schlosses Püchau ist ein slawischer Burgward, vermutlich 924 erstmals erwähnt. Vorburg und Kernburg sind heute noch deutlich an der Schlossbebauung ablesbar. Das Schloss ist eine Dreiflügelanlage, im Wesentlichen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammend. Ost- und Westflügel sind durch einen Wehrgang verbunden. Die Wirtschaftsgebäude im Bereich der ehemaligen Vorburg sind offen um einen Hof gruppiert. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss Püchau durch Graf Karl Friedrich Anton von Hohenthal-Püchau im Jahr 1829, durch Graf Carl Julius Leopold von Hohenthal-Püchau und Oskar Mothes im Jahr 1853 und durch die Architekten Konstantin Lipsius 1874 sowie William Lossow und Max Hans Kühne im Jahr 1912.

Entlang der Mulde ist eine Vielzahl von mittelalterlichen Burgstellen erhalten geblieben, die das einstige Befestigungssystem entlang des Flusses bis in unsere Zeit erlebbar machen. Ihnen folgten Schlösser und Rittergüter, die das Landschaftbild an der Mulde prägen.

Bildergalerie der Exkursion an der Mulde
zwischen Eilenburg und Bad Düben

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Autor: Mirko Seidel am 14. Jun 2016 18:45, Rubrik: Artikel & Berichte, Muldetal, Reiseberichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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