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Das Phänomen der leeren Städte

Der Neumarkt in Oschatz

Der Neumarkt in Oschatz

An einem warmen und sonnigen Sonntagnachmittag besuchte ich die sächsische Kleinstadt Oschatz. Ein Hübsches Städtchen, überragt von den Türmen der Stadtkirche. Sanierte Häuser, verträumte Gassen.

Ich stieg die steilen Stufen der Kirche hinauf auf einen der beiden Türme und ließ meinen Blick über den Gassen der Altstadt und den Markt schweifen. Da fiel mir etwas auf: Leere, die Stadt war (fast) menschenleer.

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Der Markt in Grimma

Der Markt in Grimma

Dieses Phänomen ist mir schon öfter begegnet. An einem sonnigen Sonntag im März in Grimma, an einem warmen und sonnigen Sonntag im Juli in Geithain. Leere Straßen und Plätze, kaum ein Mensch auf der Straße.

Was ist der Grund? Sind die kleinen Städte uninteressant für Touristen und Besucher? Sind sie uninteressant für ihre Einwohner? Die Couch im heimischen Wohnzimmer mag bequeme sein, doch das Leben findet auf der Straße statt.

Eine Antwort habe ich auch nicht. Vielleicht glauben die Einwohner, alles schon zu kennen. Vielleicht sind die großen Städte Leipzig und Dresden für Touristen anziehender.

Der Markt in Geithain

Der Markt in Geithain

Auf jeden Fall ist es schade, dass die kleinen Städte verwaist sind. Sie sind bunt, es gibt viel zu entdecken und meistens findet sich auch ein Café mit Kuchen, Eis und Kaffee.

Ob Tourist oder Einheimischer – es kommt auf die Erwartungen an. Erwartet werden Sehenswertes, Gastronomie und Leben in einer Stadt. Das Sehenswerte ist schon da, die Gastronomie kann nur existieren, wenn Menschen sie besuchen und Leben kann in einer Stadt nur stattfinden, wenn die Menschen auf die Straße gehen.

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Autor: Mirko Seidel am 12. Aug 2015 14:10, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


3 Reaktionen zu “Das Phänomen der leeren Städte”

  1. Sven Lehmann schreibt

    Vielleicht läuft man ja tatsächlich täglich an den bekannten Schönheiten vorbei, ohne sie eines Blickes oder mit einer Erwähnung zu würdigen?

  2. Mirko Seidel schreibt

    … deshalb: Augen auf … jeden Tag 🙂

  3. Sven Lehmann schreibt

    Das allein reicht nicht, es ist das Bewusstsein vorzubereiten, dass das Alltägliche Überraschungen bereithält und zwar in Hülle und Fülle. 🙂

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