Buchstadt Leipzig – das Graphische Viertel

Reclam-Haus Leipzig
1485 wird mit Konrad Kachelofen der erste ansässige Drucker in Leipzg erwähnt. 400 Jahre später ist Leipzig die wichtigste deutsche Verlags- und Buchstadt. Die Ostvorstadt wird zum Zentrum des Verlags- und Buchwesens. Große Namen waren hier ansässig – Brockhaus, Reclam, Seemann, Breitkopf & Härtel.
Es kamen mehrere glückliche Umstände zusammen. Die Erfindung der Eisenbahn, die Erfindung der Papierherstellung aus Holz, erste Papierfabriken und ein weitgehend unbebautes Gelände nahe den Leipziger Bahnhöfen.
Östlich der Innenstadt entstand im 19. Jahrhundert das wichtigste deutsche Verlags- und Druckereiviertel. Da der Platz nicht ausreichte, gründeten die Drucker und Verleger ihre Unternehmen auch in Reudnitz und im Seeburgviertel. Leipzig war die wichtigste deutsche Verlags- und Buchstadt, über 2.000 Verlage und Druckerein druckten jedes 5. Buch in Deutschland.
Der 2. Weltkrieg zerstörte vieles, doch viel lässt sich auch heute noch im Graphischen Viertel über die Buch- und Verlagsstadt Leipzig erzählen. Fast eine Randnotiz ist, das auch Clara und Robert Schumann im Graphischen Viertel wohnten.
Ich lade Sie ein zu einem Rundgang durch das Graphische Viertel in Leipzig zur Geschichte der Buchstadt Leipzig.
Für diese Führung durch das Graphische Viertel in Leipzig
können Sie mich als Gästeführer buchen.
Martin Landsberg wurde um 1455 in verm. Würzburg geboren. 1472 war Landsberg an der Universität Leipzig immatrikuliert und erwarb 1475 den Grad eines Bakkalaureus.
1486 oder 1490 eröffnete Martin Landsberg in Leipzig eine Druckerei, 1490 erhielt er das Leipziger Bürgerrecht. Seine Druckerei befand sich in der Ritterstraße in der Nähe der Universität. Landsberg betrieb in seinem Haus auch eine Gastwirtschaft. weiterlesen »

Missale Misnense, gedruckt von Konrad Kachelofen 1495
Konrad, auch Kunz, Kachelofen wurde um 1450 in Varsberg bei Metz geboren. Er erwarb 1476 das Leipziger Bürgerrecht und arbeitete zunächst als Kaufmann im Papier- und Weinhandel. Kachelofen konnte sich wohl einen ansehnlichen Kapitalstock erarbeiten, der ihm den Erfolg als Buchdrucker, Verleger und Buchhändler sicherte. Neben seiner Druckerwerkstatt betrieb Konrad Kachelofen in Leipzig auch eine Buchhandlung sowie einen kleinen Weinausschank.
Das früheste bekannte Druckwerk von Konrad Kachelofen scheint die am 1. Oktober 1483 vollendete Schrift „Passio Pragensium“ gewesen zu sein. Kachelofen arbeitete seit 1489 auch als Lohndrucker. Die Pest zwang Konrad Kachelofen 1495 zur Flucht aus Leipzig. Er ging nach Freiberg und vollendete dort das Missale Misnense, das Messbuches für die Diözese Meißen, für die ihm Bischof Johann von Salhausen beauftragt hatte. Spätestens 1497 kehrte Konrad Kachelofen nach Leipzig zurück. Sein Schwiegersohn Melchior Lotter d. Ä. war seit ca. 1500 an der Druckerei beteiligt. Konrad Kachelofen zog sich verm. 1516 aus dem aktiven Geschäft zurück, den Betrieb führte Melchior Lotter weiter.
Konrad Kachelofen verstarb wahrscheinlich 1529 in Leipzig.
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