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350. Todestag von Paul Gerhardt

Grimma ehrt einen seiner berühmten Schüler

Paul Gerhardt

Paul Gerhardt

Paul Gerhardt, Dichter zahlreicher Kirchenlieder, wurde am 22. März 1607 in Gräfenhainichen geboren. Er starb am 6. Juni 1676 in Lübben.

Als zweites von vier Kindern wuchs Paul Gerhardt in einer Gastwirtsfamilie auf. Pauls Vater, Christian Gerhardt, heiratete am 12. Mai 1605 in der Nikolaikirche in Eilenburg Dorothea Starcke, Tochter des Eilenburger Superintendenten Caspar Starcke.

Gerhardts Vater war einer von drei Bürgermeistern in Gräfenhainichen. Paul Gerhardt besuchte die Stadtschule in Gräfenhainichen und wurde in Latein unterrichtet. Die Familie Gerhardt hatte, wie viele Familien in dieser Zeit, unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden. 1619 starb Pauls Vater, 1621 seine Mutter.

Die Paul-Gerhardt-Kapelle in Gräfenhainichen

Die Paul-Gerhardt-Kapelle in Gräfenhainichen

Paul Gerhardt besuchte ab 1622, wie schon sein Bruder, die Fürstenschule St. Augustin in Grimma. In Grimma wurde der sächsische Pfarrer- und Beamtennachwuchses ausgebildet. Im Abschlusszeugnis wurden ihm Fleiß, Gehorsam und Talent bescheinigt. 1627 verließ Paul Gerhardt die Fürstenschule in Grimma und zog nach Wittenberg zur Aufnahme eines Universitätsstudiums.

Gymnasium St. Augustin Grimma (ehem. Landesfürstenschule)

Gymnasium St. Augustin Grimma (ehem. Landesfürstenschule)

Gerhardt immatrikulierte sich 1628 im Bereich Theologie und an der philosophischen Fakultät der Universität Wittenberg. Luthers Lehre war ihm seit seiner Kinderzeit vertraut. Zur Finanzierung des Studiums nahm Gerhardt beim Archidiakon der Wittenberger Stadtkirche, August Fleischhauer, eine Anstellung als Hauslehrer an und zog in dessen Haus. Seine nahe Wittenberg gelegene Heimatstadt Gräfenhainichen wurde am 1637 von schwedischen Soldaten vollständig zerstört. Im selben Jahr starb sein Bruder Christian. In Wittenberg verfasste Gerhardt 1642 sein erstes Gelegenheitsgedicht anlässlich einer Feier für das bestandene Magisterexamen des Sohnes eines Hamburger Professors.

Wohnhaus Collegienstraße 89 Wittenberg, Wohnhaus von Paul Gerhardt 1616 bis 1623

Wohnhaus Collegienstraße 89 Wittenberg, Wohnhaus von Paul Gerhardt 1616 bis 1623

Die Stadt Grimma widmet das Jahr 2026 Paul Gerhardt. Mit einem vielfältigen Programm erinnert Grimma an Leben und Werk des Dichters und Theologen. Orgelkonzerte, Ausstellungen, Lesungen und spontane Dichterduelle bringen die Texte von Paul Gerhardt auf die Bühnen und Plätze der Stadt Grimma.

Zu den Höhepunkten zählen thematische Gottesdienste, Vorträge, Stadtführungen auf den Spuren des Dichters sowie besondere Events wie Rockkonzerte, ein Pilgertag und ein Poetry Slam. Ein besonderer Schwerpunkt liegt rund um den 350. Todestag Gerhardts am 27. Mai mit Führungen und einem Bildervortrag zu seinem Leben und Wirken. Darüber hinaus verbinden kulturelle und musikalische Veranstaltungen sowie Feste und Flohmärkte die historische Erinnerung mit einem vielfältigen Programm für die Besucher.

Paul Gerhardts Worte sollen über das Jahr 2026 an vielen Orten präsent sein. Die Pflanzaktion „Paul Gerhardt Beet“ setzt ein Zeichen im öffentlichen Raum. Zahlreiche Blumen und Pflanzen, die in seinen Liedern erwähnt werden, schmücken öffentliche Orte in Grimma und machen seine Poesie sichtbar erlebbar.

Passend zum Themenjahr wurde die Broschüre „Paul Gerhardt und Grimma“ neu aufgelegt. Das Heft ist in der Tourist-Information (Markt 23) erhältlich. Das Faltblatt kann im Online-Shop der Tourist-Information bestellt werden.

Die Stadt Grimma ist eine Station an der „Straße der deutschen Sprache“, ebenso die Geburtsstadt von Paul Gerhardt, Gräfenhainichen. 26 sprachgeschichtlich wichtige Orte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern verbindet diese Straße.

Quelle: wikipedia,
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

Bildquelle: Kupferstich Paul Gerhardt, 17. Jahrhundert, aus der Bildersammlung des evangelischen Predigerseminars in der Lutherstadt Wittenberg, Signum G. U., gefunden https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul-Gerhardt-01.jpg

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Autor: Mirko Seidel am 9. März 2026 17:48, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Veranstaltungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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